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Marias Mutter im Mordprozess: "Ich vergebe euch nie"

Von dpa
Aktualisiert am 02.09.2019Lesedauer: 3 Min.
Steffi K.
Steffi K., die Mutter der getöteten Maria, als NebenklÀgerin mit ihrer Anwaltin Sabine Butzke. (Quelle: Stefan Sauer/Archiv./dpa)
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Stralsund (dpa) - Mit trÀnenerstickter Stimme, aber doch laut und deutlich ruft die Mutter der 18-jÀhrigen Maria, die im MÀrz dieses Jahres getötet wurde, den beiden Angeklagten im Stralsunder Landgericht zu: "Ich vergebe euch nie. Ich werde euch immer hassen."

Sie hoffe, dass die beiden fĂŒr immer in Haft sein werden. "Keiner gibt mir meine Tochter und mein Enkelkind zurĂŒck." Die in Zinnowitz auf Usedom lebende Maria war im dritten Monat schwanger, das wussten die 19 und 21 Jahre alten VerdĂ€chtigen. Sie waren alle befreundet.

Die beiden MĂ€nner haben laut Staatsanwaltschaft die 18 Jahre alte Maria aus Mordlust und heimtĂŒckisch ermordet. "Sie wollten einen Menschen sterben stehen." Sie hĂ€tten schon zuvor darĂŒber gesprochen und dann "ihre perfide und furchtbare Idee in die Tat umgesetzt." Vor der Tat hatten sie sich umgezogen beziehungsweise Wechselkleidung besorgt. "Beiden war klar, dass Blut fließen wird."

In seinem Schlusswort hatte sich der 21 Jahre alte Angeklagte an Marias Mutter gewandt, die den gesamten Prozess mit verfolgt hatte. Die Tat sei unverzeihlich, er habe Maria nicht geholfen. "Ich hoffe sehr, dass Sie mir irgendwann verzeihen können."

Der JĂŒngere hatte im Prozess zugegeben, die arg- und wehrlose Maria in deren Wohnung von hinten angesprungen und dann ein Messer zunĂ€chst in ihren Hals gerammt zu haben. Dann habe er wahllos zugestochen, in der Rechtsmedizin wurden 35 Stichverletzungen festgestellt.

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"Grausam, brutal, heimtĂŒckisch, bestialisch", nannte die AnwĂ€ltin der Mutter das Verbrechen, das die Menschen weit ĂŒber die Urlaubsinsel hinaus erschreckte. Maria hĂ€tte einen minutenlangen Todeskampf auszustehen gehabt. Laut Gutachten waren die MĂ€nner zwar betrunken, aber nicht in ihrer SteuerungsfĂ€higkeit eingeschrĂ€nkt.

In seinem PlĂ€doyer forderte der Staatsanwalt fĂŒr den 21 Jahre alten Mann eine lebenslange Haftstrafe. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass nur der JĂŒngere zugestochen habe, der Mitangeklagte soll die Beine Marias wĂ€hrend der Tat festgehalten haben. Dies belegten DNA-Spuren des Älteren, die im unteren Bereich von Marias Hose festgestellt wurden. Der Anwalt des 21-JĂ€hrigen hielt dies fĂŒr nicht aussagekrĂ€ftig genug. Sein Mandant sei am eigentlichen Tatgeschehen nicht beteiligt gewesen und plĂ€dierte auf eine Freiheitsstrafe, fĂŒr die er keine zeitliche Dimension nannte.

FĂŒr den JĂŒngeren forderte der Staatsanwalt die Unterbringung im Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Klinik und zusĂ€tzlich eine Jugendstrafe von zehn Jahren. Der psychiatrische Gutachter hatte bei ihm eine ausgeprĂ€gte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Ihm fehle jegliche Empathie. Er wolle das Verbrechen sogar wiederholen, der Mann sei gefĂ€hrlich. Der Verteidiger des 19-JĂ€hrigen schloss sich der Staatsanwaltschaft an.

Sollte das Gericht dem Antrag folgen, wĂŒrde im jĂ€hrlichen Rhythmus sein Gesundheitszustand ĂŒberprĂŒft. Es sei jedoch klar, dass sich eine solche Therapie ĂŒber viele Jahre hinziehen wird, hieß es im Gericht.

FĂŒr Entsetzen bei der Mutter hatte der Psychiater gesorgt, als er ĂŒber das tĂ€towierte Kreuz auf der linken Wange des Angeklagten berichtete. Dies hĂ€tte er fĂŒr seine beste Freundin Maria gemacht und er wolle sich auch noch Marias Name tĂ€towieren lassen.

Bei beiden Angeklagten soll nach dem Willen der Anklage die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wĂ€re damit so gut wie ausgeschlossen. Die Nebenklage schloss sich den Forderungen der Staatsanwaltschaft weitgehend an, sie plĂ€dierte aber auf 15 Jahre Haft fĂŒr den JĂŒngeren. Das Urteil soll am Freitag gesprochen werden.

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