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Corona in Deutschland: An diesen Orten häufen sich die Neuinfektionen

7-Tage-Inzidenz  

In diesen Landkreisen häufen sich die Corona-Neuinfektionen

Von Laura Stresing, Cem Özer und Manfred Schäfer

31.07.2020, 15:47 Uhr
Corona in Deutschland: An diesen Orten häufen sich die Neuinfektionen. Grafik: Neuinfektionen in den Landkreisen. (Quelle: Getty Images)

Grafik: Neuinfektionen in den Landkreisen. (Quelle: Getty Images)

Bund und Länder wollen das Coronavirus lokal bekämpfen. Dabei rückt ein bestimmter Wert in den Fokus: die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Wir zeigen, wo sich die Neuinfektionen aktuell häufen. 

Die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Mitten in den Sommerferien entstehen quer durch Deutschland wieder Corona-Hotspots. Die Zahl der neu gemeldeten Infektionen steigt insgesamt wieder an. Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut mahnen zur Vorsicht. Die Maskenpflicht etwa soll weiterhin gelten. Auch die Gesundheitsbehörden bleiben in Habachtstellung. Wo sich die Neuinfektionen häufen, sollen schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Für Reiserückkehrer werden an Flughäfen und in Grenzgebieten Corona-Teststationen errichtet.

Corona-Obergrenze: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern wird es kritisch

Ausschlaggebend für Maßnahmen ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Eine Häufung von mehr als 35 Fällen gilt laut einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern als kritisch, spätestens bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, soll ein regionaler Lockdown in Betracht gezogen werden. 

Unsere interaktive Karte zeigt, welche Landkreise die Obergrenze sprengen oder an ihr kratzen.

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über einen Landkreis, um zu erfahren, wie viele Neuinfektionen es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gab. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut und werden täglich aktualisiert. Bitte beachten: Landkreise und gleichnamige Kreisstädte werden gesondert ausgewiesen. Um beispielsweise den Wert für die Stadt Rosenheim im Landkreis Rosenheim zu sehen, müssen Sie gegebenenfalls in die Karte hineinzoomen.

Darum ist die 7-Tage-Inzidenz aussagekräftiger als andere Werte

Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Epidemie identifizieren und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser bewerten zu können. Im Gegensatz zu der Gesamtzahl der labordiagnostisch bestätigten Fälle gibt der Wert eher das aktuelle Infektionsgeschehen wieder. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass nicht alle Fälle erkannt werden. Außerdem gibt es einen Meldeverzug, der dazu führt, dass generell eher zu niedrige Fallzahlen gemeldet werden. 

Für diese Statistik wird die Zahl der Neuinfektionen ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt. Das ist wichtig, da bei der Betrachtung der absoluten Zahlen vor allem die Hotspots in den Großstädten auffallen würden, nicht aber in kleineren Gemeinden mit wenigen Einwohnern. Durch die Berechnung von 7-Tages-Intervallen werden zudem statistische Schwankungen durch Wochend- und Feiertage zumindest teilweise aufgefangen.

Die nachfolgende Karte zeigt die Gesamtzahl der bisher gemeldeten Fälle nach Landkreis. 

Warum wurde 50 als Obergrenze festgelegt?

Anfang Mai haben sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten darauf geeinigt, dass die Ausnahmeregelungen und Einschränkungen, die zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie erlassen wurden, schrittweise gelockert werden. An die Stelle der bundes- und landesweiten Verbote sollten regionale Maßnahmen treten, um Ausbrüche lokal zu unterbinden.

Dazu wurde die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche festgelegt. Die Entscheidung basiert auf Erfahrungswerten und Einschätzungen aus der Politik und hat keine wissenschaftliche Grundlage. Hintergrund ist unter anderem, dass die lokalen Behörden in der Lage sein müssen, den Ausbruch verwaltungstechnisch zu bewältigen. Es muss beispielsweise ausreichend Personal zur Kontaktverfolgung zur Verfügung stehen. Auch die Gesundheitsversorgung muss sichergestellt sein – etwa für den Fall, dass Massentests notwendig werden.

Gütersloh, Mamming, Dithmarschen: Wo die Obergrenze auf die Probe gestellt wird

Nach einem heftigen Coronavirus-Ausbruch in den Tönnies-Fleischereibetrieben im Landkreis Gütersloh wurde die Regelung erstmals auf die Probe gestellt und am 23. Juni ein "regionaler Lockdown" verhängt. Dieser wurde am 6. Juli gerichtlich aufgehoben. Mehr dazu hier. 

Nach der Corona-Masseninfektion von 174 Erntehelfern auf einem Bauernhof in Mamming, Niederbayern verstärkte die Landesregierung dort Ende Juli die Maßnahmen. Der betroffene Gemüsehof wurde am 25. Juli abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Die infizierten Helfer aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine waren bei der Gurkenernte eingesetzt. Nach Angaben des Landkreises wurden alle 450 Personen des Betriebes getestet. Am Abend dann das Ergebnis: Weitere 167 Tests seien positiv gewesen. Am 27. Juli wurde ein mobiles Testzentrum aufgebaut, um auch der örtlichen Bevölkerung die freiwillige Testung dort anzubieten.

Kunden mit Mundschutz in einem Supermarkt: Die Maskenpflicht gilt als eine der wirksamsten Anti-Corona-Maßnahmen. (Quelle: imago images)Kunden mit Mundschutz in einem Supermarkt: Die Maskenpflicht gilt als eine der wirksamsten Anti-Corona-Maßnahmen. (Quelle: imago images)

Im Kreis Dithmarschen gab es in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 44 Neuinfektionen, die meisten davon in Heide – vor allem durch Rückkehrer von Reisen auf den West-Balkan und nach Skandinavien. Wegen der stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen sollen in der Dithmarscher Kreisstadt Heide ab 1. August wieder strengere Schutzmaßnahmen gelten. So werde es wieder die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum geben, dass sich maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, sagte Landrat Stefan Mohrdieck in Kiel. Es gebe aber keinen Lockdown für Dithmarschen.

Abgesehen von vereinzelten Ausbrüchen ist es vielen Landkreisen in Deutschland bereits gelungen, die neuen Fallzahlen auf ein Minimum zu reduzieren. Manche Regionen, vor allem im Osten der Bundesrepublik, waren nie besonders stark betroffen. Warum das so ist, können Sie hier nachlesen. 

Trotzdem ist weiterhin Vorsicht geboten, denn eine zweite Welle im Herbst ist wahrscheinlich. Virologen warnen sogar, dass sich SARS-CoV-2 inzwischen deutschlandweit so verbreitet hat, dass es dann zu mehreren Ausbrüchen gleichzeitig kommen würde. Abstandsregeln und Hygienevorschriften sollten weiterhin eingehalten werden. Insbesondere das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hat sich wiederholt als effektive Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie erwiesen. 

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