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Coronavirus: Virologen warnen vor leichtfertiger Schulöffnung und geben Tipps

Maskenpflicht im Unterricht?  

Virologen warnen vor leichtfertiger Schulöffnung

Von Martin Küper

07.08.2020, 12:03 Uhr
Coronavirus: Virologen warnen vor leichtfertiger Schulöffnung und geben Tipps. Christian Drosten (l.) und Sandra Ciesek: Die beiden Virologen sprechen sich für die Offenhaltung der Schulen aus – mit klaren Bedingungen. (Quelle: imago images)

Christian Drosten (l.) und Sandra Ciesek: Die beiden Virologen sprechen sich für die Offenhaltung der Schulen aus – mit klaren Bedingungen. (Quelle: imago images)

In mehreren Bundesländern enden die Sommerferien, gleichzeitig steigen die Infektionszahlen. Eine Gruppe renommierter Forscher spricht sich jetzt für konsequente Maßnahmen an Schulen aus.

Die Gesellschaft für Virologie hat sich in einer aktuellen Stellungnahme kritisch zur Diskussion um Schulöffnungen geäußert: "Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen", heißt es in dem dreiseitigen Papier, das von bekannten Virologen wie Sandra Ciesek, Jonas Schmidt-Chanasit, Christian Drosten und sieben weiteren Fachleuten unterzeichnet wurde.

Die Öffnung der Schulen sei unabdingbar für das Wohlergehen der Kinder und die Entlastung berufstätiger Eltern: "Gleichzeitig ist eine effektive Kontrolle der Neuinfektionen in der Umgebung der Schulen, also dem privaten Umfeld von Schülern und Lehrkräften, die beste Prävention für die Eintragung des Virus in die Schulen", so die Forscher. Fehlende Prävention und Kontrolle könnten in kurzer Zeit zu Corona-Ausbrüchen führen, die kontraproduktiv für das kindliche Wohlergeben und die Erholung der Wirtschaft seien.

Wie schnell die Hoffnungen auf einen weitgehend normalen Schulbetrieb im neuen Schuljahr zerstört werden können, zeigte sich am selben Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier.

So sollen Schulen sicher wieder öffnen

Die sogenannte Ad-hoc-Kommission Sars-CoV-2 räumt ein, dass die Rolle von Kindern beim Infektionsgeschehen noch nicht vollständig geklärt ist. Die Gruppe verweist aber auf neue Studien aus verschiedenen Ländern, wonach Kinder nicht nur häufiger als angenommen an dem Virus erkranken, sondern es auch häufiger weitergeben, als zu Beginn der Pandemie angenommen wurde. Ein besonderer Risikofaktor bei der Öffnung der Schulen sei die "inzwischen anerkannte Möglichkeit der Aerosolübertragung, also die Übertragung durch die Luft".

Die Forscher machen eine Reihe von Vorschlägen, die Sicherheit von Kindern und Lehrkräften unter diesen Umständen zu gewährleisten: 

  • Klassen soweit wie möglich verkleinern
  • feste Gruppen mit möglichst geringer Durchmischung im Schulalltag
  • Unterricht noch stärker auf verschiedene Tageszeiten und Wochentage verteilen
  • Mix aus Präsenzunterricht und Heimarbeit
  • Luftaustausch in Räumen verbessern
  • Schulung der Kinder in Hygienemaßnahmen

Virologen für Maskenpflicht im Unterricht

Zudem fordern die Forscher das "konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts". Das ist bislang nur in Nordrhein-Westfalen vorgesehen, wo die Schulen am 11. August wieder öffnen. Andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg wollen dem Beispiel bislang nicht folgen.


Sollte es an Schulen zum Jahresende dennoch einen Anstieg der Neuinfektionen geben, empfehlen die Forscher eine Verlängerung der Weihnachtsferien: "Insbesondere eine Ausdehnung in das neue Jahr erscheint sinnvoll, vor allem auch, weil es über Weihnachten durch vermutlich zu einer weiteren Zunahme der Infektionsrisiken kommen kann", so die Ad-hoc-Kommission.

Verwendete Quellen:
  • Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie

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