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RKI meldet fast 1.000 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

Experten besorgt  

RKI meldet fast 1.000 Neuinfektionen in Deutschland

11.08.2020, 06:40 Uhr | t-online, dpa

RKI meldet fast 1.000 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland. Ein gefüllter Strand auf Usedom: Im Sommer gehen die Corona-Zahlen wieder hoch. (Quelle: imago images/Leo)

Ein gefüllter Strand auf Usedom: Im Sommer gehen die Corona-Zahlen wieder hoch. (Quelle: Leo/imago images)

In der vergangenen Woche war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einigen Tagen so hoch wie seit Mai nicht mehr. Auch nach dem Wochenende sind einige Erkrankte dazugekommen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen.

Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen – erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Spahn zeigte sich beruhigt

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", hatte der CDU-Politiker gesagt. "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen."

Kein einzelner Hotspot

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

RKI-Chef Lothar Wieler mahnt zum Einhalten der Corona-Regeln. (Quelle: imago images/photothek)RKI-Chef Lothar Wieler mahnt zum Einhalten der Corona-Regeln. (Quelle: photothek/imago images)

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 217.293 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 11. August, 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9201. Bis Sonntagmorgen hatten 198.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Sieben-Tage-R bei 1,05

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10. August, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10. August, 0 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. "Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind", hieß es.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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