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"Unerträgliches Drama": Jugendlicher ertrinkt in Ärmelkanal

Überquerung mit Schlauchboot  

"Unerträgliches Drama": Jugendlicher ertrinkt im Ärmelkanal

19.08.2020, 18:23 Uhr | dpa

"Unerträgliches Drama": Jugendlicher ertrinkt in Ärmelkanal. Boot auf dem Ärmelkanal: Eine Gruppe von Menschen, bei denen es sich mutmaßlich um Flüchtlinge handelt, werden an Bord des Rettungsboots Dover RNLI nach Dover gebracht. (Symbolfoto) (Quelle: dpa/Gareth Fuller/PA Wire)

Boot auf dem Ärmelkanal: Eine Gruppe von Menschen, bei denen es sich mutmaßlich um Flüchtlinge handelt, werden an Bord des Rettungsboots Dover RNLI nach Dover gebracht. (Symbolfoto) (Quelle: Gareth Fuller/PA Wire/dpa)

Zwei Jugendliche haben offenbar versucht, den Ärmelkanal in einem Schlauchboot zu überqueren. Ersten Erkenntnissen nach ist einer der beiden ertrunken. Forderungen nach härteren Strafen werden laut.

An der französischen Ärmelkanalküste ist die Leiche eines jugendlichen Migranten gefunden worden. Es sei ein "unerträgliches Drama", schrieb Marlène Schiappa, Beigeordnete Ministerin im Innenministerium, am Mittwoch auf Twitter. Ihr zufolge handelt es sich um einen 16-Jährigen aus dem Sudan. Man müsse gegen Schlepper vorgehen, die die Not der Menschen ausnutzen.

Mit Schlauchboot unterwegs

Der Jugendliche habe mit einem Begleiter den Ärmelkanal mit einem Schlauchboot überqueren wollen, berichtete der Sender France Bleu. Seine Leiche sei am Mittwochmorgen in Sangatte in der Nähe von Calais gefunden worden. Der Sender berichtete unter Berufung auf die örtliche Staatsanwaltschaft, dass die beiden jungen Migranten sich ersten Erkenntnissen nach auf eigene Initiative und ohne die Hilfe von Schleppern auf die Überfahrt begeben hätten.

Der 16-jährige Begleiter wurde im Krankenhaus behandelt. Seinen Angaben nach soll der Verstorbene im gleichen Alter gewesen sein. Der Sender berichtete, dass er aber möglicherweise auch 18 Jahre alt war. Nach der Untersuchung der Leiche solle eine Autopsie durchgeführt werden, um die Hypothese des Ertrinkens zu bestätigen, zitierte der Sender France 3 die Staatsanwaltschaft. Der Tote soll Ausweispapiere dabei gehabt haben.

Patel: "Brutale Erinnerung" an Ausbeutung der Schleuser

Die britische Innenministerin Priti Patel nannte in London den Tod des Jugendlichen eine "brutale Erinnerung" daran, dass Schleuser die Verwundbaren ausbeuteten. Man müsse gemeinsam mit Frankreich dem entgegenwirken, betonte die Politikerin.

In diesem Jahr haben schon fast 5.000 Menschen in Hunderten kleinen Booten den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien überquert. Die Überfahrt gilt als besonders gefährlich, vor allem weil der Meeresarm von zahlreichen großen Schiffen befahren wird. Auch am Mittwoch erreichten Dutzende Migranten die südenglische Küste in der Region von Dover, darunter waren auch Kinder.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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