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Merkel für Schließung von Skigebieten – Österreich und Schweiz dagegen

Winterurlaub in den Alpen  

Merkel plädiert für Schließung von Skigebieten – zwei Länder dagegen

26.11.2020, 16:45 Uhr | dpa, rtr, loe

Merkel für Schließung von Skigebieten – Österreich und Schweiz dagegen. Ischgl: Dicht gedrängt fahren Skifahrer und Winterurlauber auf den Straßen aneinander vorbei. Der kleine Ort war schon zu Beginn der Pandemie perfekt für die Verbreitung des Virus. Doch geschlossen werden sollen Skigebiete nicht. (Quelle: imago images/Roland Mühlanger)

Ischgl: Dicht gedrängt fahren Skifahrer und Winterurlauber auf den Straßen aneinander vorbei. Der kleine Ort war schon zu Beginn der Pandemie perfekt für die Verbreitung des Virus. Doch geschlossen werden sollen Skigebiete nicht. (Quelle: Roland Mühlanger/imago images)

Zwischen Deutschland und Österreich entbrennt ein Streit über das Öffnen oder Schließen von Skigebieten. Kanzlerin Merkel und Bayerns Ministerpräsident Söder wollen neue Urlaubs-Hotspots verhindern. Doch es gibt Kritik. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit Blick auf anstehende Winterurlaube dafür ausgesprochen, dass alle Skigebiete in Europa schließen. "Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten", sagte sie am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung im Bundestag. 

Angesichts der beginnenden Saison solle eine Schließung von Skigebieten bis zum 10. Januar europaweit koordiniert werden. Mit Blick auf Österreich sagte Merkel jedoch: "Es sieht leider nicht so aus, wenn man die österreichischen Verlautbarungen hört, dass uns das so einfach gelingen könnte, aber wir werden es noch einmal versuchen."

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet plädierte an die Bundesbürger, auf die Fahrt in den Ski-Urlaub zu verzichten. Darüber habe Einigkeit bei den Beratungen von Bund und Ländern geherrscht, sagt er. Italien und Frankreich hätten die Bundesrepublik darum gebeten, die Ski-Ferien abzusagen.
 

Österreich fordert im Fall eines Verbots hohe Entschädigungen

Österreich, zu dessen wichtigsten Wirtschaftszweigen der Skitourismus zählt, ist strikt dagegen und hatte bereits Forderungen aus Italien nach einer Schließung seiner Skigebiete im Winter zurückgewiesen. Wegen eines generellen Lockdowns in Österreich sind die Skigebiete dort allerdings zunächst bis zum 6. Dezember ohnehin geschlossen. 

Österreichs Finanzminister Gernot Blümel hatte Entschädigungen in Milliardenhöhe von der EU gefordert, falls Skilifte über die Weihnachtsferien stillstehen sollen. Österreich rechne dadurch mit einem Umsatzausfall von 800 Millionen Euro für jede der Ferienwochen.

Widerstand kam auch aus der Schweiz und von den Liftbetreibern in Deutschland. Ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich, sagte Matthias Stauch, Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS), am Donnerstag. Bewegung an der frischen Luft sei gesund und das Infektionsgeschehen in Ischgl sei nicht vom Skibetrieb ausgegangen. "Es kommt nicht vom Skisport. Wir wollen bei uns kein Halligalli."

Schließung in diesem Winter kein Thema

Gegen Skitourismus in diesem Winter hatte sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausgesprochen, aus dessen Bundesland traditionell besonders viele Urlauber und Tagesgäste zum Skifahren nach Österreich reisen. Der Alpenanrainer Frankreich hat seine Skipisten bis Januar geschlossen. Die Schweiz hingegen, die nicht der EU angehört, erlaubt weitgehend normalen Skibetrieb.

Dort sei eine Schließung in diesem Winter kein Thema. "In der Schweiz sind Bundesrat, Behörden und die Tourismusbranche überzeugt, dass der Schweizer Weg – für den Moment – richtig ist und die Wintersaison sicher stattfinden kann", sagte Markus Berger, Sprecher von Schweiz Tourismus.

Europaweite Koordinierung der Skisaison ungeeignet

Das Thema sei nicht neu. "Der Ansatz einer europaweit koordinierten Betriebszeit/Saisoneröffnung der Wintersportdestinationen wurde im Kreise der Alpenländer informell bereits im Spätsommer diskutiert und als ungeeignet nicht weiter verfolgt", teilte Berger mit. 

Deutsche Gäste sind mit Abstand die größte Gruppe der Winterurlauber in der Schweiz. Von den 7,8 Millionen Gästen in der Wintersaison 2018/2019 kamen knapp zehn Prozent aus Deutschland. Die Saison 2019/20 war bereits durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt. Das Virus verbreitete sich vom beliebten Skiurlaubsort Ischgl in Österreich in ganz Europa. Auch viele Urlauber aus Deutschland brachten das Virus danach mit nach Hause.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters, dpa

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