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"#allesaufdentisch": Erneut Kritik an Corona-Politik

Von dpa
Aktualisiert am 30.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Bei der Aktion #allesaufdentisch ist auch Schauspieler Volker Bruch wieder mit dabei.
Bei der Aktion #allesaufdentisch ist auch Schauspieler Volker Bruch wieder mit dabei. (Quelle: Christian Charisius/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Mehrere Monate nach #allesdichtmachen haben die Schauspieler Volker Bruch und Wotan Wilke Möhring mit einer neuen umstrittenen Aktion Aufsehen erregt.

Am Donnerstag wurden unter dem Schlagwort #allesaufdentisch mehrere Interviewclips von ihnen und anderen Menschen online gestellt. Darin werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darĂŒber kritisiert. In den Clips sprechen Bruch, Möhring und andere mit verschiedenen GesprĂ€chspartnern - etwa aus der Wissenschaft - ĂŒber medizinische und gesellschaftliche Aspekte der Pandemie. Die meisten prominenten Namen der ersten Aktion sind diesmal nicht dabei.

Die rund 50 Videos tragen Titel wie "Kollektive Angststörung", "Masken", "Meinungsfreiheit", "Gekaufte Forschung", "Wahrheitsdefinition" und "Kindeswohl". "Mit zunehmender Sorge beobachten wir die Entwicklung des politischen Handelns in der Corona-Krise", hieß es in einem Statement, das Bruch auch bei Instagram teilte. Viele Expertinnen und Experten seien bisher in der öffentlichen Corona-Debatte nicht gehört."

Kontroverse Reaktionen

Bruch - bekannt aus der Fernsehserie "Babylon Berlin" - war bereits ein prominentes Gesicht der Aktion #allesdichtmachen im April. Damals hatten mehrere Menschen aus der Filmszene mit satirischen Videos den Umgang mit dem Coronavirus kritisiert. Die Aktion löste kontroverse Reaktionen aus - manche warfen der Gruppe vor, das Coronavirus zu verharmlosen. Mehrere Teilnehmer distanzierten sich spÀter.

Der Schauspieler wird nun auch im Impressum zur Internetseite von #allesaufdentisch genannt. Teil der Aktion ist eine Petition, die einen "Runden Tisch" fĂŒr das Corona-Krisenmanagement fordert. Die Internetseite war mittags zwischenzeitlich nicht erreichbar, die Videos wurden auch auf der Plattform YouTube veröffentlicht.

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Nach Ansicht eines Experten fĂŒr Verschwörungsideologien befeuert die Aktion ein "schĂ€dliches Narrativ". Über die Schauspieler und KĂŒnstler verbreiteten sich wissenschaftliche Minderheitenmeinungen ĂŒber die Pandemie-Leugner-Szene hinaus, diese wĂŒrden als Mehrheitspositionen dargestellt, sagte Politikwissenschaftler Josef Holnburger. "Durch einen wissenschaftlichen Anschein werden die BeitrĂ€ge aufgewertet."

"False balance"

Solche Debatten wĂŒrden aber auf Konferenzen und in Studien gefĂŒhrt - zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sagte Holnburger. Zudem ließen sie sich selten nur durch zwei Personen darstellen. "Mit der Aktion zieht man den Diskurs aus der Forschung heraus." Es entstehe ein Ungleichgewicht ("false balance") der wissenschaftlichen Standpunkte, so der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Centers fĂŒr Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), das unter anderem Desinformation in sozialen Medien beobachtet. "Man holt sich Vertreter und Vertreterinnen einer wissenschaftlichen Minderheitenmeinung und setzt ihnen GesprĂ€chspartner aus Kunst, Kultur und Schauspiel gegenĂŒber statt anderer Forschender."

In den Videos kommen einige Menschen zu Wort, die Experten auf ihrem Gebiet sind, darunter der Medizinstatistiker Gerd Antes oder der Virologe Klaus Stöhr. Ihre Stimmen wurden in der Pandemie regelmĂ€ĂŸig in großen Medien gehört. Mehrere der GesprĂ€chspartner sind jedoch bereits durch Äußerungen aufgefallen, die die Gefahr durch das Coronavirus verharmlosen.

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