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Anklage nach Tankstellen-Mord noch dieses Jahr

Von dpa
Aktualisiert am 16.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Auf einer Mauer ist ein Graffiti "Sein Name war Alex" fĂŒr getöteten Tankstellen-Mitarbeiter gesprĂŒht.
Auf einer Mauer ist das Graffiti "Sein Name war Alex" fĂŒr den getöteten Tankstellen-Mitarbeiter gesprĂŒht. (Quelle: Oliver Dietze/dpa./dpa)
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Bad Kreuznach (dpa) - Im Fall des vor zwei Monaten erschossenen Tankstellen-Kassierers in Idar-Oberstein will die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach noch vor Jahresende Anklage erheben.

Man sei zuversichtlich, dass die Ermittlungen bis dahin abgeschlossen sein könnten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler in Bad Kreuznach der Deutschen Presse-Agentur.

Am 18. September war ein SchĂŒler (20), der als Aushilfe in der Tankstelle jobbte, von einem Kunden mit einem Kopfschuss getötet worden. Zuvor hatte er ihn mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen, da der Kunde ohne Maske Bier kaufen wollte.

Als mutmaßlicher TĂ€ter sitzt ein 49-JĂ€hriger wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Nach seiner Festnahme sagte der Mann, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne und ihm die Pandemie zugesetzt habe. Die Tat löste bundesweit Entsetzen und Anteilnahme aus. Der zuvor nicht polizeibekannte Deutsche hatte den Todesschuss gestanden.

Bei der bisherigen Auswertung der sichergestellten DatentrĂ€ger des Beschuldigten habe sich gezeigt, "dass er der Mehrheitsgesellschaft und dem Staat ablehnend distanziert gegenĂŒber" gestanden habe, sagte Deutschler. Und dies gelte nicht nur fĂŒr das Thema Corona. Der 49-JĂ€hrige habe gesagt, er informiere sich "nicht in etablierten, sondern nur in den freien Medien" - und habe damit unter anderem Gruppen des Messengers Telegram gemeint.

Mit den Theorien der Corona-Leugner habe sich der Beschuldigte "relativ verstĂ€rkt befasst". Er sei aber nicht in einer Gruppe oder Organisation aktiv gewesen, sagte der Oberstaatsanwalt. "Das war eher passiv." Auch als Demonstrationsteilnehmer sei er nie in Erscheinung getreten. "Er war völlig unauffĂ€llig." Zudem habe er "relativ zurĂŒckgezogen" gelebt: "Er war zwar in einer Beziehung, hat aber selbst grĂ¶ĂŸere Außenkontakte nur wenige gepflegt."

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Die Auswertung der elektronischen Medien dauere an, sagte Deutschler. "Da ist relativ viel." Das liege auch daran, dass der 49-JĂ€hrige selbststĂ€ndiger freiberuflicher Softwareentwickler war - und daher ĂŒber viele Speichermedien, Festplatten und gemieteten "Webspace bei Dritten" verfĂŒge. Viele Inhalte seien beruflicher Art, man mĂŒsse aber alles auswerten.

Insgesamt haben die Ermittler laut Deutschler rund 20 Zeugen vernommen. Darunter seien auch drei Augenzeugen gewesen, die bei der Tat vor Ort in der Tankstelle waren. Ein Mann sei ein Kollege des Getöteten gewesen, hinzu kamen zwei junge Frauen. Wann der Prozess gegen den 49-JÀhrige in 2022 vor dem Landgericht Bad Kreuznach beginnen wird, sei noch offen.

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