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Betrugsprozess gegen "Tatort"-Star Joe Bausch eingestellt

Von dpa
Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Staatsanwaltschaft hatte Joe Bausch vorgeworfen, sechs Jahre lang keine Miete f├╝r seine 180 Quadratmeter gro├če Dienstwohnung gezahlt zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte Joe Bausch vorgeworfen, sechs Jahre lang keine Miete f├╝r seine 180 Quadratmeter gro├če Dienstwohnung gezahlt zu haben. (Quelle: Federico Gambarini/dpa./dpa)
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D├╝sseldorf (dpa) - Der Betrugsprozess gegen "Tatort"-Schauspieler und Ex-Gef├Ąngnisarzt Joe Bausch (68) ist eingestellt worden. Der f├╝r eine Verurteilung wegen Betruges notwendige Vorsatz sei Bausch nicht nachzuweisen gewesen, befand das D├╝sseldorfer Amtsgericht am Dienstag.

Bausch bleibt damit nicht vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft hatte den 68-J├Ąhrigen angeklagt und ihm vorgeworfen, sechs Jahre lang keine Miete f├╝r seine 180 Quadratmeter gro├če Dienstwohnung gezahlt zu haben. Durch einen Fehler im Landesamt f├╝r Besoldung war Bausch der Betrag von monatlich 801 Euro seit 2012 nicht mehr von seinen Bez├╝gen abgezogen worden. Als Beamter h├Ątte Bausch das Besoldungsamt auf den Fehler hinweisen m├╝ssen. Insgesamt ging es um 57.672,72 Euro ├╝ber einen Zeitraum von 72 Monaten.

Er habe aber - wie auch sein Steuerberater - einfach nicht gemerkt, dass ihm der Betrag nicht mehr abgezogen wurde, sagte Bausch. "2012 ist halt ein Jahr gewesen, in dem ich mit vielen Sachen besch├Ąftigt war: Neues Buch, Lesungen, Fernsehauftritte, Drehs. Ich hab in der Zeit ordentlich Geld verdient, muss man sagen, und hab auf Vieles geachtet - nur nicht darauf."

Auf kritische Nachfrage der Richterin Uta Rolke sagte Bausch: "Es ist mir nicht aufgefallen. Ich habe die Abrechnungen nicht kontrolliert, weil ich dachte, dass das alles bei einer so gro├čen Beh├Ârde in Ordnung gehen w├╝rde. Heute ├Ąrgere ich mich, dass ich in den Sachen nicht so akribisch war, wie man das von mir erwartet."

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Zwei Auflagen f├╝r Bausch

Aufgefallen war der Fehler nur, weil Bausch 2018 einen Brief geschrieben hatte mit der Bitte, die Wohnung auch als Pension├Ąr weiter nutzen zu d├╝rfen.

Das Gericht erteilte Bausch am Dienstag zwei Auflagen: Der 68-J├Ąhrige muss einen noch ausstehenden Betrag von 9700 Euro begleichen und auf eine Steuerr├╝ckforderung in H├Âhe von 16.600 Euro verzichten. Er sei froh, dass es nun nach drei Jahren vorbei sei, sagte der 68-J├Ąhrige nach der Verhandlung, auch wenn er die Entscheidung "eher nur z├Ąhneknirschend akzeptiert" habe. "Ich habe nichts falsch gemacht. Die Leute, die das mit verursacht haben, sa├čen nicht da."

Bausch war 32 Jahre lang Gef├Ąngnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl in Westfalen. 2018 war er dort mit 65 Jahren in Pension gegangen. Deutlich bekannter ist er aber aus seinem anderen beruflichen Leben: Als Schauspieler mimt er seit 1997 den Pathologen Joseph Roth im K├Âlner "Tatort" an der Seite der Ermittler Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar B├Ąr) - das n├Ąchste Mal am 6. Februar.

Dar├╝ber, wie es hinter Gittern zugeht, hat Joe Bausch immer wieder in B├╝chern, Fernsehsendungen und Interviews berichtet. Dabei betont er, dass zu einem humanen Strafvollzug auch eine ordentliche Medizin dazugeh├Âre. "Ich bin zwar der Anstaltsarzt, aber ich habe das immer so gehalten, als w├Ąre das meine Praxis", betonte er in einem Interview.

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