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Weiter Prozess gegen TÜV SĂŒd nach Staudamm-Katastrophe

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Luftaufnahme aus dem Januar 2019 zeigt eine zerstörte BrĂŒcke nach dem Dammbruch an der Eisenerzmine Corrego do Feijao.
Die Luftaufnahme aus dem Januar 2019 zeigt eine zerstörte BrĂŒcke nach dem Dammbruch an der Eisenerzmine Corrego do Feijao. Die Schlammlawine begrub Menschen, HĂ€user und Tiere unter sich. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa./dpa)
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MĂŒnchen/Brumadinho (dpa) - Der Prozess gegen den TÜV SĂŒd nach der Staudamm-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho mit mindestens 260 Toten wird nach einem sprunghaften Anstieg der KlĂ€gerzahl noch eine ganze Weile dauern.

Das Landgericht MĂŒnchen I hat einen fĂŒr den 1. Februar festgesetzten VerkĂŒndungstermin aufgehoben und den Wiedereintritt in die mĂŒndliche Verhandlung angeordnet. "Hintergrund ist, dass die Klage um weitere 1163 KlĂ€gerinnen und KlĂ€ger auf insgesamt 1170 Klageparteien erweitert worden ist", teilte das Gericht am Dienstag mit.

Die KlĂ€geranwĂ€lte hatten zunĂ€chst nur im Namen der betroffenen Gemeinde Brumadinho und der Hinterbliebenen einer Ingenieurin Schadenersatz und die Feststellung der Verantwortung des TÜV SĂŒd gefordert. "Das war so gedacht, dass sie mit sieben KlĂ€gern ein Urteil erreichen und sich danach mit dem TÜV vergleichen", erlĂ€uterte eine Gerichtssprecherin. Nun hĂ€tten die AnwĂ€lte aber auch von anderen Betroffenen, die sie schon zuvor außergerichtlich vertreten hatten, einen Klageauftrag. "Dadurch dauert es jetzt mindestens noch ein halbes Jahr, bis ein Termin ansteht zur Verhandlung."

Schnelle Gerechtigkeit fĂŒr alle KlĂ€ger

KlĂ€ger-Anwalt Jan Erik Spangenberg sagte der Deutschen Presse-Agentur, Ziel sei es, fĂŒr alle KlĂ€ger schneller Gerechtigkeit zu schaffen. Bei den neu hinzugekommenen KlĂ€gern handele es sich um weitere Angehörige von Opfern sowie Überlebende der Katastrophe - insgesamt 1112 Menschen. Weil einige sowohl im eigenen Namen als auch als Erben der Opfer klagen, werden insgesamt 1170 KlĂ€ger aufgefĂŒhrt. Die Klagesumme belĂ€uft sich nun auf ĂŒber 400 Millionen Euro.

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Weil viele Opfer des UnglĂŒcks von Anfang 2019 Bergleute waren, hat zudem die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) eine BĂŒrgschaft beim Landgericht MĂŒnchen fĂŒr einen weiteren Prozess hinterlegt.

Am 25. Januar 2019 war das RĂŒckhaltebecken einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale gebrochen. Eine Schlammlawine ergoss sich ĂŒber die hĂŒgelige Landschaft des Bundesstaates Minas Gerais. Sie wĂ€lzte sich ĂŒber Teile der Mine und benachbarte Siedlungen nahe Brumadinho, riss Menschen, HĂ€user, Tiere und GerĂ€tschaften mit. Mindestens 260 Menschen starben. Dutzende DĂ€mme in Minas Gerais standen in Folge von anhaltendem Regen zuletzt erneut unter Beobachtung oder drohten zu brechen.

Eine Tochtergesellschaft des TÜV SĂŒd hatte den Damm erst ein halbes Jahr vor dem Bruch geprĂŒft und fĂŒr sicher befunden. Der TÜV SĂŒd sieht aber keine rechtliche Verantwortung fĂŒr den Dammbruch, weil der Bergbaukonzern Vale Vorgaben nicht eingehalten habe. "Seit dem 25. Januar 2019 kommen wir nicht aus dem Schlamm heraus", bilanzierte Andresa Rodrigues, Vize-PrĂ€sidentin der Opfer-Vereinigung Avabrum, in einem GesprĂ€ch mit Journalisten am Montag. "Es sind drei Jahre Ungerechtigkeit, Schmerz und Empörung."

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