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Wulff-Affäre: Ermittler tüfteln an Glaesekers Passwort

Ermittler tüfteln an Glaesekers Passwort

20.08.2012, 13:48 Uhr | dapd

Wulff-Affäre: Ermittler tüfteln an Glaesekers Passwort. Bild aus besseren Zeiten: Wulff und Glaeseker (links) gemeinsam unterwegs (Quelle: dapd)

Bild aus besseren Zeiten: Wulff und Glaeseker (links) gemeinsam unterwegs (Quelle: dapd)

Für Olaf Glaeseker, den Ex-Sprecher von Christian Wulff, läuft es den Umständen entsprechend ganz gut: Bislang beißen sich die Ermittler an seiner mit einem Passwort geschützten Festplatte die Zähne aus. Zudem will eine TV-Managerin vor Gericht eine Aussage für ihn und gegen den ehemaligen Bundespräsidenten machen.

Niedersachsens Ermittlungsbehörden ist es in den vergangenen Monaten nicht gelungen, ein mit einem Codewort gesichertes Laufwerk auf dem Computer Glaesekers zu knacken. Dies bestätigte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) der Tageszeitung "Die Welt". Aus den Dateien des Laufwerks C erhoffen sich Politik und Staatsanwaltschaft Erkenntnisse im Korruptionsstrafverfahren gegen Glaeseker.

Aussage könnte Wulff in Bedrängnis bringen

Unterdessen scheint es in der Wulff-Affäre ein Stück voranzugehen. Im Zusammenhang mit seiner Zeugen-Aussage bei der Staatsanwaltschaft Hannover wird Wulff womöglich in Erklärungsnot geraten, wenn TV-Managerin Edda Kraft für Glaeseker und gegen ihn aussagen will. Das berichtete die "Bild am Sonntag".

Die frühere Unterhaltungschefin des Fernsehsenders Sat.1 kennt Wulff und Glaeseker seit langer Zeit. Auch den Event-Veranstalter Manfred Schmidt, der die umstrittenen Nord-Süd-Dialoge organisierte, kennt Kraft gut. In dessen spanischem Haus soll Glaeseker umsonst Urlaube verbracht haben.

"Das kann nicht der Wahrheit entsprechen"

Wulff müsse von den Aufenthalten Glaesekers in Spanien gewusst haben: "Wulffs Ex-Frau Christiane und seine damals minderjährige Tochter Annalena waren mehrfach mit dem Ehepaar Glaeseker bei Schmidt und haben dort Urlaub gemacht. Getrennt lebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht sprechen Ferienzeiten und Urlaubsziele ab." Für Kraft ist klar: "Wenn Wulff behauptet, er hätte von alledem, was Glaeseker gemacht hat, nichts gewusst, dann kann das nicht der Wahrheit entsprechen."

Dem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge haben die Staatsanwälte in Hannover inzwischen Erkenntnisse, dass Wulff in die Sponsoren-Akquise beim Nord-Süd-Dialog offenbar direkt eingebunden war. Danach hat Wulff auf einem Abendessen am 14. Oktober 2009 in Hannover, dessen Ziel es gewesen sei, weitere Sponsoren für den Nord-Süd-Dialog zu werben, eine Rede gehalten. Wulff hatte erklärt, eine etwaige Sponsorenakquise Glaesekers für den Dialog sei ohne sein Wissen und gegen seinen Willen geschehen.

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