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George-Floyd-Prozess: "Polizisten ließen mich keine Erste Hilfe leisten"


Prozess im Fall George Floyd
Emotionale Zeugin: Polizisten ließen mich keine Erste Hilfe leisten

Von afp, aj

Aktualisiert am 31.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Genevieve Hansen: Die Feuerwehrfrau bricht bei ihrer Aussage vor dem US-Gericht in Tränen aus.Vergrößern des BildesGenevieve Hansen: Die Feuerwehrfrau bricht bei ihrer Aussage vor dem US-Gericht in Tränen aus. (Quelle: Court TV, Pool/ap)
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Es ist der zweite Tag im Verfahren gegen den weißen Ex-Polizisten, der auf George Floyds Hals kniete. Eine Feuerwehrfrau, die vor Ort war, schildert: Die Polizisten hätten ihr verwehrt, dem sterbenden Mann zu helfen.

Im Prozess gegen einen weißen Ex-US-Polizisten wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd hat unter anderem die 18-Jährige ausgesagt, die das Video von dessen Festnahme im vergangenen Mai aufgenommen hatte. "Ich bin nächtelang wach geblieben und habe mich bei George Floyd entschuldigt, dass ich nicht mehr getan habe", sagte Darnella Frazier am Dienstag (Ortszeit) vor Gericht. Sie wisse aber, "das ist nicht was ich hätte tun sollen, das ist was er hätte tun sollen", sagte sie an den Angeklagten Derek Chauvin gewandt.

Der Ex-Polizist Chauvin hatte am 25. Mai 2020 dem wegen eines mutmaßlich falschen 20-Dollar-Scheins festgenommenen Floyd minutenlang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl dieser mehrfach klagte, er bekomme keine Luft. Floyds auf dem Handyvideo festgehaltener Tod löste in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. "Ich habe einen schwarzen Vater, ich habe einen schwarzen Bruder", sagte Frazier vor Gericht. "Es hätte einer von ihnen sein können".

Zeugin wollte medizinische Hilfe leisten

Besonders emotional war auch die Aussage einer Ersthelferin vor Ort, die ihre Eindrücke von dem Vorfall schilderte. Genevieve Hansen sagte aus, sie habe nur wenige Meter von Floyd entfernt gestanden und angeboten, dem sterbenden Mann zu helfen. "Die Polizeibeamten ließen mich nicht an den Tatort", sagte Hansen vor Gericht und kämpfte mit den Tränen.

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Hansen ist eine Feuerwehrfrau, die zum Zeitpunkt der Tat in zivil in Minneapolis unterwegs war. "Es wurde ein Mann getötet", sagte die 27-Jährige weiter. "Und ich hätte in der Lage sein können, nach besten Kräften medizinische Hilfe zu leisten, und diesem Menschen wurde dieses Recht verweigert." Sie erinnere sich auch daran, den Beamten angeboten zu haben, sie durch die Reanimation zu führen, doch auch das sei abgelehnt worden. "Völlig verzweifelt", antwortete Hansen schließlich unter Tränen, als sie gefragt wurde, was sie fühlte, als Chauvin ihre Bitten ignorierte. "Ich wollte unbedingt helfen."

Anklage wegen Mordes und Totschlags

Zum Auftakt des Prozesses am Montag hatten Freunde und Angehörige des Afroamerikaners acht Minuten und 46 Sekunden vor dem Gerichtsgebäude in Minneapolis niedergekniet, was exakt der Zeit entsprach, die Chauvin Floyd sein Knie in den Nacken drückte.

Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 44-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, "Mord zweiten Grades", verurteilt wird. Da die Öffentlichkeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht an der Verhandlung teilnehmen kann, wird diese im Internet übertragen. Es wird erwartet, dass der Prozess etwa einen Monat lang dauert.

Drei weitere ehemalige Polizeibeamte sind ebenfalls im Zusammenhang mit dem Tod von Floyd angeklagt worden. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt einzeln vor Gericht gestellt werden.

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