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Falscher Impfarzt zu fast vier Jahren Haft verurteilt

Von dpa
Aktualisiert am 19.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Angeklagte sitzt hinter einer Scheibe im Landgericht Traunstein: Er rĂ€umte einen Großteil der VorwĂŒrfe ein.
Der Angeklagte sitzt hinter einer Scheibe im Landgericht Traunstein: Er rĂ€umte einen Großteil der VorwĂŒrfe ein. (Quelle: Britta Schultejans/dpa)
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Er nutzte einen Doktortitel und fÀlschte seine Zulassung: In Bayern ist ein Mann zu einer GefÀngnisstrafe verurteilt worden, nachdem er Hunderte Menschen unbefugt gegen Corona geimpft hatte. Ein Arzt kam ihm auf die Schliche.

Es sind deutliche Worte, die Richterin Jacqueline Aßbichler fĂŒr den Angeklagten findet: "Er ist ein Hochstapler", sagt sie, nennt ihn "menschenverachtend, rĂŒcksichtslos, verantwortungslos, empathielos" – und verurteilt ihn zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Das Urteil des Traunsteiner Landgerichts gegen einen Theologen, der sich als Arzt ausgegeben und in oberbayerischen Impfzentren Hunderte Menschen gegen Corona geimpft hat, gerÀt am Donnerstag zu einer Abrechnung mit dem Angeklagten.

Er sei alles andere als der Gutmensch, als der er sich selbst darstellen wolle, sagt Aßbichler und bezieht sich dabei auch auf schockierende private ChatverlĂ€ufe, in denen der Mann sich zu anderen Themen Ă€ußert. Sein Leben sei geprĂ€gt davon gewesen, "zu tĂ€uschen und zu manipulieren".

Arzt ĂŒberfĂŒhrte falschen Impfarzt

Das Gericht verurteilt ihn unter anderem wegen gewerbsmĂ€ĂŸigen Betrugs, Titelmissbrauchs, gefĂ€hrlicher Körperverletzung in 305 FĂ€llen und 1.144 FĂ€llen wegen vorsĂ€tzlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte fĂŒnf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine BewĂ€hrungsstrafe.

Der Mann war im Impfzentrum Rosenheim und im Impfzentrum Karlsfeld im Landkreis Dachau tÀtig sowie mit mobilen Impfteams etwa in Pflegeeinrichtungen im Einsatz. Gesundheitliche SchÀden erlitt den Ermittlern zufolge niemand. Er soll gut 20.000 Euro in Rechnung gestellt haben, laut Verteidigung bekam er aber am Ende kein Geld.

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Aufgeflogen war der aktuelle Fall nicht zuletzt, als der falsche Arzt einen echten Arzt impfte. Diesem fiel auf, dass der Mann auch auf einfachste Àrztliche Fragen nicht antworten konnte, wie eine damals mit Ermittlungen betraute Polizeibeamtin in der Beweisaufnahme berichtet hatte. Daraufhin habe das Impfzentrum Anzeige erstattet.

"Das Gericht ist darauf nicht reingefallen"

Zum Prozessauftakt im Februar hatte der Angeklagte die VorwĂŒrfe der Anklage weitestgehend eingerĂ€umt. Es sei richtig, dass er falsche Doktortitel benutzt, eine Approbationsurkunde gefĂ€lscht und somit zu Unrecht Impfstoff verabreicht habe, ließ er ĂŒber seine AnwĂ€lte mitteilen. Sein Motiv sei aber durchaus altruistisch gewesen, behauptete er. Er habe "etwas Gutes" tun und mithelfen wollen, dass die Impfkampagne in Gang kommt. In seinem letzten Wort hatte er gesagt: "Meine charakterlichen Werte sind die Grundlage meines Handels und Tuns."

Es ist eine Formulierung, die Richterin Aßbichler am Donnerstag zitiert, um dem Mann zu zeigen, dass sie ihm seine Motive nicht abkauft – ebenso wenig wie dessen Angabe, er habe sehr darunter gelitten, dass er nach seinem Theologiestudium kein Priester habe werden können.

"Das Gericht ist darauf nicht reingefallen", sagt sie auch zu Versuchen des Angeklagten, mit Erkrankungen auf seine Haftempfindlichkeit aufmerksam zu machen. In den Gerichtssaal kam er mit einer Gehhilfe –und dann "sprang er wie ein junges Reh von dieser Stufe", sagt sie.

"Gott sei Dank sind Sie kein Priester geworden"

Die AnwĂ€ltin des Angeklagten kritisiert die Art und Weise der UrteilsbegrĂŒndung und auch, dass ChatverlĂ€ufe, die mit den angeklagten Taten nichts zu tun hĂ€tten, in das Verfahren eingefĂŒhrt worden seien, um ihren Mandanten in einem ganz besonders negativem Licht darzustellen. Die Verteidigung prĂŒft, ob sie Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen will.

"Das Gericht ist gehalten, die Wahrheit festzustellen", betont Aßbichler in ihrer BegrĂŒndung, der Angeklagte sei genau das, wofĂŒr die Staatsanwaltschaft ihn hĂ€lt: ein "Hochstapler und BetrĂŒger". Sie richtet sich immer wieder auch direkt an den Angeklagten. Einmal sagt sie: "Gott sei Dank sind Sie kein Priester geworden."

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