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Erdbeben-Serie in Neapel versetzt Anwohner in Schrecken


Stärkster Erdbebenschwarm seit 40 Jahren
150 Erdbeben versetzen Anwohner in Neapel in Schrecken

Von afp, dpa, aj

Aktualisiert am 22.05.2024Lesedauer: 2 Min.
Erdbeben der Stärke 4,4 bei NeapelVergrößern des BildesMenschen stehen auf der Straße in Angst nach dem Erdbeben: Das Gebiet rund um die süditalienische Großstadt Neapel ist am Montagabend von mehreren Erdbeben erschüttert worden. (Quelle: Alessandro Garofalo/LaPresse via ZUMA Press/dpa/dpa-bilder)
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Dutzende Bewohner mussten Montagnacht in Notunterkünften verbringen. Nun melden Experten die intensivste Erdbebenserie in der Region Neapel seit vier Jahrzehnten.

Die Region rund um die süditalienische Stadt Neapel ist von den heftigsten Erdbeben seit 40 Jahren erschüttert worden. Seit Montagabend wurden dort etwa 150 Erdbeben gemessen. In der Stadt Pozzuoli blieben am Dienstag Schulen und Fabriken geschlossen. Dutzende Bewohner hatten die Nacht in Notunterkünften verbracht.

Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es zwar nicht. Die Behörden kündigten aber an, öffentliche Gebäude auf ihre Einsturzgefahr zu überprüfen. Viele Menschen forderten auch Kontrollen für Wohnhäuser.

Ein Beben der Stärke 4,4 wurde dem Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zufolge gegen 20.10 Uhr am Montagabend in einer Tiefe von 2,5 Kilometern registriert. Das INGV verortete das Epizentrum in den Phlegräischen Feldern. Davor habe es bereits Erdbeben der Stärke 3,5 gegeben, dem Dutzende von Nachbeben gefolgt seien. Gegen 21.45 Uhr meldeten die Experten einen Erdstoß mit der Stärke 3,9.

Menschen sind verängstigt – "es gibt nicht genügend Mittel"

In der Region wohnen etwa 500.000 Menschen. Medienberichten zufolge war der Erdstoß nicht nur in den Ortschaften in der Nähe der Phlegräischen Felder deutlich zu spüren, sondern auch in Neapel, einschließlich des Hafengebiets. In den Ortschaften rund um die Phlegräischen Felder harrten die Anwohner noch am späten Abend auf den Straßen aus und weigerten sich, in ihre Häuser zurückzukehren.

"Wir müssen lernen mit der Angst zu leben, immer", sagte ein Bewohner Pozzuolis im Sender Rainews. "Wie lange halten die Gebäude die Erschütterungen noch aus? Sie sind nicht dafür gemacht", fügte er hinzu. "Mein Laden wurde noch nie kontrolliert", sagte die Frisörin Nella Aprea aus Pozzuoli. "Es gibt Aktionspläne, aber es gibt nicht genügend Mittel."

Größere Schäden wurden nach Angaben der Behörden nicht gemeldet. Allerdings gerieten viele Bewohnerinnen und Bewohner des Erdbebengebiets in Panik. In Pozzuoli verließen viele Menschen ihre Häuser. Die Städte ließen Notunterkünfte errichten. Etwa 80 Menschen verbrachten die Nacht etwa in einer umfunktionierten Sporthalle.

Bürgermeister: Vulkanausbruch steht nicht bevor

Rettungsdienste in der Region meldeten Risse an Gebäuden und herabgefallene Teile. Die Behörden kündigten an, die Gebäude auf ihre Standfestigkeit hin zu kontrollieren. Zu diesem Zweck blieben in Pozzuoli dem Bürgermeister zufolge die Schulen und 18 Unternehmen geschlossen. Zudem wurden der städtische Friedhof und ein Fischmarkt abgesperrt. 140 Gefängnisinsassen wurden in Haftanstalten in andere Orte verlegt.

Der Bürgermeister von Neapel, Gaetano Manfredi, sagte, die Lage sei "unter Kontrolle". Ein Vulkanausbruch stehe nicht bevor. Die Erdbeben könnten aber noch Monate andauern. Währenddessen sei es wichtig, "zu versuchen, Normalität zu wahren". Auch Experten halten einen Vulkanausbruch in naher Zukunft für unwahrscheinlich.

Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität in der Region Kampanien im Süden Italiens, werden seit geraumer Zeit von vielen kleinen Erdbeben heimgesucht. Meistens sind es kleine und kaum spürbare Erschütterungen, die die Erdkruste in dem Areal schwächen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft. In den vergangenen Monaten kam es jedoch auch zu stärkeren Erdstößen. Zuletzt gab es vergangenen September ein stärkeres Erdbeben der Stärke 4,2.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp
  • twitter.com
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