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Erdbeben Nepal: Hilfsflugzeuge können in Kathmandu nicht landen


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Indische Hilfsflugzeuge können in Kathmandu nicht landen

Von ap, reuters, dpa, afp
Aktualisiert am 27.04.2015Lesedauer: 3 Min.
Der Flughafen in Kathmandu ist zu klein, weswegen die Hilfe für die Erdbebenopfer nur schleppend anläuft.
Der Flughafen in Kathmandu ist zu klein, weswegen die Hilfe für die Erdbebenopfer nur schleppend anläuft. (Quelle: ap-bilder)
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Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben wird in Nepal das Ausmaß der Zerstörung immer deutlicher. Tausende Menschen versuchen verzweifelt, Kathmandu zu verlassen. Die Hilfe für die Opfer des Bebens läuft indes nur schleppend an - was unterem anderem am kleinen Flughafen der Hauptstadt liegt.

In Nepal fehlt es derzeit an allem. Doch für die groß angelaufene internationale Hilfe stellt sich der kleine Flughafen von Kathmandu als zusätzliches Problem heraus.


Das schwere Erdbeben in Nepal

Die Erdbebenregion in Nepal, nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu.
Das schwere Erdbeben, das sich um die Mittagszeit ereignet, lässt in Kathmandu zahlreiche Häuser einstürzen.
+14

Vier Transportflugzeuge der indischen Luftwaffe mit Hilfsgütern mussten am Montag unverrichteter Dinge zurückfliegen, weil sie wegen Überfüllung nicht landen konnten, teilte das indische Verteidigungsministerium mit. Sie sollten später einen zweiten Versuch unternehmen.

Krankenhäuser und Leichenhallen überfüllt

Der nepalesische Koordinator des Rettungseinsatzes, Kabinettssekretär Lila Mani Poudyal, sagte, aus mehr als einem Dutzend Ländern kämen Hilfslieferungen an - aber Nepal brauche noch viel mehr.

Zwar trafen inzwischen bereits Rettungsteams aus aller Welt in dem Himalaya-Staat ein, ihr Einsatz wird aber durch Nachbeben und zerstörte Straßen behindert. Krankenhäuser und Leichenhallen waren völlig überfüllt.

Es fehlt an Ausrüstung

In den entlegenen Erdbebengebieten kommen die Retter nur schwer voran. Hilfsorganisationen berichten, dass Erdrutsche und armbreite Risse viele Straßen des bergigen Landes unpassierbar machten.

Rameshwor Dangal von der Katastrophenschutzbehörde erklärte, die Rettungskräfte würden ihre Bemühungen nun auf Verschüttete unter eingestürzten mehrstöckigen Gebäuden konzentrieren. Doch fehle es nach wie vor an Ausrüstung, um Überlebende aufspüren und bergen zu können. So musste ein Vater hilflos mit ansehen, wie seine 14-jährige Tochter nur noch tot geborgen werden konnte.

"Alle sind verängstigt und verwirrt"

"Das ist ein Albtraum, warum hören diese Nachbeben nicht auf", sagte die 70-jährige Sanu Ranjitkar. Viele Überlebende in den Notunterkünften verfügten lediglich über Plastikdecken, um sich vor Kälte und Regen zu schützen. "Alle sind verängstigt und verwirrt, niemand weiß, was wir als nächstes tun sollen", sagte Bijay Sreshth, der mit seiner Familie in einen Park flüchtete.

Vor Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, in Supermärkten wurden Grundnahrungsmittel knapp. Ein Regierungsvertreter erklärte, es gebe dringenden Bedarf an Trinkwasser. Auch die Rettungsmaßnahmen müssten ausgeweitet werden. "Wir brauchen mehr Hubschrauber für die ländlichen Gegenden", sagte ein Sprecher.

Hubschrauber sind knapp

Nepal ist ein armes Land, das nur über sechs Hubschrauber verfügt, hinzu kommen 20 private. Drei der Hubschrauber wurden bei Rettungsaktionen am Mount Everest eingesetzt - was auf heftige Kritik stieß. Dort starben mindestens 18 Menschen, als eine Erdbeben-Lawine über das Basislager hinwegfegte. Zum Unglückszeitpunkt waren etwa 1000 Menschen im Basislager, darunter 490 Ausländer.

Der Wiederaufbau in Nepal könnte Experten zufolge mehr als fünf Milliarden Dollar kosten - das sind rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU-Kommission sagte drei Millionen Euro Nothilfe zu, die USA boten eine erste Hilfe in Höhe von zehn Millionen Dollar (9,19 Millionen Euro) an. Die zuständigen UN-Organisationen kündigten "massive" Unterstützung an.

Kinder sind auf Hilfe angewiesen

Dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge sind fast eine Million Kinder auf Hilfe angewiesen, die Kinderrechtsorganisation Save the Children sprach von zwei Millionen hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen. Besonders junge Mütter, Neugeborene und Kinder benötigten dringend Unterstützung. Zudem sei die Gefahr von Epidemien sehr hoch.

Bei dem Erdbeben am Samstag kamen laut Innenministerium in Nepal 4010 Menschen ums Leben. 7180 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Es werden noch mehr Opfer befürchtet, weil viele Dörfer in der Nähe des Epizentrums noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind. Darüber hinaus wurden zahlreiche Gebäude und Tempel sowie Infrastruktur zerstört.

Erdbeben lassen sich nur schwer vorhersagen

Nach dem Beben kommt auch erneut die Frage auf, warum man die Ereignisse so schwer vorhersagen kann. Der Seismologe Marco Bohnhoff vom Potsdamer Geoforschungszentrum begründet dies wie folgt: "Die Vorhersagbarkeit von Erdbeben ist ein lange diskutiertes Thema. Nach heutigem Stand der Wissenschaft können Erdbeben nicht vorhergesagt werden."

Es gebe verschiedene Vorläuferphänomene, die immer mal wieder durch die Medienwelt geisterten. Es gebe diese Vorläuferphänomene auch. "Aber es gibt keines, dass eine kurzfristige Vorhersagbarkeit auf den Punkt - insbesondere auf den Zeitpunkt - zulässt", so Bohnhoff.

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