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Erdbeben im Elsass auch in Deutschland zu spüren – Kraftwerk als Ursache?

Schäden auch in Deutschland  

Experten vermuten: Erdbeben im Elsass durch Geothermie ausgelöst

04.12.2020, 11:26 Uhr | dpa, law, t-online

Erdbeben im Elsass auch in Deutschland zu spüren – Kraftwerk als Ursache?. Das Beben bei Straßburg war auch in Süddeutschland zu spüren. (Quelle: imago images)

Das Beben bei Straßburg war auch in Süddeutschland zu spüren. (Quelle: imago images)

Im französischen Ort La Wantzenau bebte am Freitagmorgen die Erde. Das bekamen auch einige Menschen in Süddeutschland zu spüren. Schuld könnte ein neues Kraftwerk sein.

Ein leichtes Erdbeben bei Straßburg ist am Freitagmorgen auch in Baden-Württemberg zu spüren gewesen. Es habe mehrere Hundert Meldungen von entsprechenden Wahrnehmungen gegeben, sagte ein Sprecher des Landeserdbebenendienstes beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. Diese seien überwiegend aus der Ortenau gekommen. Bei dem Portal "Erdbebennews" gingen einige Zeugenmeldungen ein, in denen Bewohner aus Kehl und Rheinau von neuen Rissen in Wänden berichteten.

Das Erdbeben habe eine Stärke von 3,6 gehabt. Das Epizentrum lag rund 20 Kilometer nördlich von Straßburg. Wahrscheinlich sei das Erdbeben durch Geothermie ausgelöst worden, sagte der Sprecher. Geothermie ist die Nutzung von heißem Tiefenwasser als Energiequelle.

Forscher kritisieren neues Kraftwerk

Im Verdacht steht das Kraftwerk in Vendenheim. Dort sind zwei Schächte bis in 5.000 Meter Tiefe gebohrt worden, um dort bis zu 200 Grad heißen Wasserdampf zu gewinnen. Das erste kombinierte Heiz- und Stromkraftwerk Frankreichs ist eigentlich betriebsbereit. Wegen Beben vor einem Jahr hatte das Unternehmen Versuche gestoppt.

Vor allem Wissenschaftler der Universität Straßburg sehen das Projekt kritisch, wie das Fachportal "Energate Messenger" berichtet: Sie schätzen den Rheingraben dort als relativ instabil ein. 

Zuletzt waren bis Ende November Tests angesetzt. Eine Expertenkommission soll in Abstimmung mit den Kommunen Vendenheim, Reichstett und Straßburg prüfen, ob oder unter welchen Bedingungen die Geothermieanlage ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. Die Ergebnisse soll im Frühjahr 2021 vorliegen.

Verwendete Quellen:

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