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Japan: Erdbeben in Fukushima – mehr als 100 Verletzte

Fast zehn Jahre nach Katastrophe  

Erdbeben in Japan – Betreiber überprüft Atomkraftwerk Fukushima

14.02.2021, 13:54 Uhr | AFP

Japan: Erdbeben in Fukushima – mehr als 100 Verletzte. Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Jahr 2018: Betreiber Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (TEPCO) prüft die Anlage jetzt. (Quelle: dpa)

Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Jahr 2018: Betreiber Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (TEPCO) prüft die Anlage jetzt. (Quelle: dpa)

Fast zehn Jahre nach der Katastrophe von Fukushima bebt die Erde erneut heftig an der japanischen Ostküste. Jetzt kommen auch noch schwere Regenfälle auf die Region zu. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Bei dem schweren Erdbeben vor der japanischen Ostküste sind in der Nacht zum Sonntag mehr als 110 Menschen verletzt worden. Das Beben hatte nach Angaben der Behörden eine Stärke von 7,3 und verursachte in einigen Gebieten entlang der Ostküste schwere Erschütterungen. Fast eine Million Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch nicht ausgegeben. Der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima überprüft jetzt den Zustand der Anlage, in der es 2011 zum GAU gekommen war. 

Regierungssprecher Katsunobu Kato sagte vor Journalisten, er habe Berichte vom Betreiber Tepco erhalten, denen zufolge die Anlage in Fukushima und das Atomkraftwerk Onagawa "keine Auffälligkeiten" zeigten. Nach einem Erdbeben und einem Tsunami, bei dem mehr als 18.000 Menschen starben, war es am 11. März 2011 in drei der sechs Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. 

Erdbeben in Japan stärker als zunächst angegeben

Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde JMA ereignete sich das neuerliche Beben um 23.08 Uhr (Ortszeit, 15.08 Uhr MEZ) in einer Tiefe von 60 Kilometern vor Fukushima – in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens von 2011. Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinander stoßen. In diesem Gebiet kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Erdrutsch im japanischen Nihonmatsu nach dem Erdbeben der Stärke 7,3: Mehr als 110 Menschen wurden dabei verletzt. (Quelle: dpa/Yohei Nishimura)Erdrutsch im japanischen Nihonmatsu nach dem Erdbeben der Stärke 7,3: Mehr als 110 Menschen wurden dabei verletzt. (Quelle: Yohei Nishimura/dpa)

Die Behörde hatte die Stärke des Bebens zunächst mit 7,1 angegeben und korrigierte sie später auf 7,3. Die Erschütterung sei eine späte Nachwirkung des Bebens von 2011 gewesen, hieß es in einer Mitteilung der JMA. Wie die Behörde weiter mitteilte, zog der Erdstoß eine Reihe von Nachbeben nach sich, darunter eines der Stärke 4,7.

Nachbeben und schwere Regenfälle erwartet

Die japanische Katastrophenschutzbehörde meldete 114 Verletzte in der Region sowie in Tokio, wo das Beben deutlich zu spüren war. Sechs Menschen wurden demnach schwer verletzt. Ministerpräsident Yoshihide Suga sagte in einer Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts, es seien keine Toten gemeldet worden.

Die Behörden meldeten zwei Erdrutsche, einen auf einer Landstraße und einen auf einer abgelegenen Rennstrecke. In der betroffenen Region fiel kurz nach dem Beben in rund 950.000 Haushalten der Strom aus. Am Sonntagmorgen war die Stromversorgung einem regionalen Energieversorger zufolge aber wiederhergestellt. Die Regierung in Tokio meldete Schäden an einigen Wohnhäusern. Laut örtlichen Medienberichten wurden bei dutzenden Gebäuden die Decken beschädigt. Auch gab es demnach zahlreiche Wasserrohrbrüche.

Wegen der erwarteten schweren Regenfälle in der kommenden Woche warnte Regierungssprecher Katsunobu Kato vor weiteren Nachbeben sowie Erdrutschen. "Insbesondere in den kommenden zwei bis drei Tagen könnte es sehr starke Beben geben", sagte er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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