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BVB-Anschlag: Angeklagter gesteht Tat, bestreitet aber Tötungsabsicht

Geständnis vor Gericht  

BVB-Attentäter Sergej W. wollte angeblich nicht töten

08.01.2018, 11:52 Uhr | dpa

BVB-Anschlag: Angeklagter gesteht Tat, bestreitet aber Tötungsabsicht. Angeklagter Sergej W.: Seine Bomben will er so konzipiert haben, dass keine Personenschäden zu erwarten waren. (Quelle: dpa/Bernd Thissen)

Angeklagter Sergej W.: Seine Bomben will er so konzipiert haben, dass keine Personenschäden zu erwarten waren. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)

Der mutmaßliche BVB-Attentäter hat ein Geständnis abgelegt. Töten sei aber nicht seine Absicht gewesen, sagte er beim Prozess in Dortmund. Entsprechend will er seine Bomben gebaut haben.

Im Prozess um den Splitterbombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat der Angeklagte die Tat gestanden, aber jede Tötungsabsicht bestritten. "Ich bedauere mein Verhalten zutiefst", sagte der 28-jährige Sergej W. vor dem Dortmunder Schwurgericht.

Er habe einen Anschlag vortäuschen wollen und dafür die Sprengvorrichtungen "extra so konzipiert, dass keine Personenschäden zu erwarten waren", erklärte W. Die Staatsanwaltschaft hat den Deutschen mit russischen Wurzeln unter anderem wegen 28-fachen versuchten Mordes angeklagt.

Laut Anklage wettete W. mit Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie. Bei dem Anschlag am 11. April waren insgesamt drei Splitterbomben gezündet worden, als der Mannschaftsbus des BVB gerade am Teamhotel zum Champions-League-Spiel gegen AS Monaco abfuhr. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma, Abwehrspieler Marc Bartra wurde im Inneren des Busses schwer am Arm verletzt.

Der Dortmunder Mannschaftsbus hatte das Hotel l'Arrivee am 11. April 2017 gerade Richtung Stadion für das Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco verlassen, als um 19.16 Uhr in einer Hecke drei Sprengsätze detonierten. In der Anklage heißt es: "Die fernzündbaren Sprengsätze sollen jeweils mit (...) einer Wasserstoffperoxid-Brennstoff-Mischung sowie mindestens 65 in Epoxidharz eingeschlossenen Metallbolzen mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Länge von 74 mm (...) bestückt gewesen sein." Einer der Bolzen schlug in Bartras Kopfstütze ein.

Das Motiv soll Habgier gewesen sein. Laut Anklage kaufte Sergej W. in der Woche vor dem Anschlag für mehr als 26.000 Euro Optionsscheine und Kontrakte – und schloss mit diesen sozusagen eine Wette auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie ab. Wäre der Kurs tatsächlich auf einen Euro abgerutscht, hätte der 28-Jährige über eine halbe Million Euro Gewinn gemacht. Der BVB ist der einzige Fußballverein in Deutschland, dessen Aktien an der Börse gehandelt werden. Sergej W. wurde zehn Tage nach der Tat festgenommen.

Im Saal 130 des Landgerichts Dortmund sind 18 Prozesstage angesetzt, dem Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. Mehrere BVB-Spieler haben sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen, der Verein lässt sich durch seine Anwälte vertreten.

Quellen:
dpa, SID

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