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Pfullendorf: Staatsanwalt prüft Ermittlungen in Kaserne

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Neuer Skandal in Pfullendorf?  

Soldaten bei Gewaltmärschen gequält

20.02.2018, 13:46 Uhr | AFP

Pfullendorf: Staatsanwalt prüft Ermittlungen in Kaserne. Staufer-Kaserne Pfullendorf: Die Staatsanwaltschaft prüft, dort zu ermitteln. (Quelle: dpa/Thomas Warnack)

Staufer-Kaserne Pfullendorf: Die Staatsanwaltschaft prüft, dort zu ermitteln. (Quelle: Thomas Warnack/dpa)

Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen zur Bundeswehrkaserne Pfullendorf. Möglicherweise sind dort Rekruten bei Gewaltmärschen gequält worden.

Die Skandalkaserne der Bundeswehr in Pfullendorf sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert: Bei einem Marsch sollen mehrere Soldaten zusammengebrochen sein. Ein Unteroffiziersanwärter sei sogar in Ohnmacht gefallen und habe ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Zuerst berichtete "Spiegel Online" über die Vorfälle.

"Das Heer nimmt den Vorfall sehr ernst und ist dabei, die Umstände, die dazu führten, umfassend zu ermitteln", teilt das Heereskommando mit. Dazu sei eine Untersuchungsgruppe eingerichtet worden. Nach Abschluss der Ermittlungen "werden geeignete Maßnahmen getroffen, um insbesondere die körperlich fordernden Ausbildungsabschnitte methodisch aufeinander abzustimmen", hieß es weiter. Ein Ausbilder sei bereits vorerst von seiner Aufgabe entbunden worden.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hechingen sagte, die Behörde habe erst durch die Presse von dem Vorfall erfahren. Es werde aber nun geprüft, ob ein zureichender Verdacht auf strafbare Handlungen bestehe und die Staatsanwaltschaft ermitteln müsse.

Kaserne hat schon länger einen schlechten Ruf

Die Bundeswehr musste schon mehrfach in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf ermitteln, nachdem Anfang 2017 Berichte die Öffentlichkeit schockiert hatten. Es ging um angebliche sexuell-sadistische Praktiken – die Justiz bestätigte diese Vorwürfe nicht – und um qualvolle Aufnahmerituale. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Vorgänge als "abstoßend und widerwärtig" bezeichnet. Wegen der Aufnahmerituale wurden vier Soldaten entlassen.

Der Fall erinnert an einen Übungsmarsch im Juli 2017 im niedersächsischen Munster, bei dem ebenfalls mehrere Soldaten zusammengebrochen waren. Ein Offiziersanwärter starb damals an multiplem Organversagen. Die Bundeswehr hatte anschließend in einem vorläufigen Bericht von "nicht sachgerechten Entscheidungen" der Befehlshaber gesprochen. Erste Erkenntnisse der dort ermittelnden Staatsanwaltschaft stützen diesen Verdacht.

Verwendete Quellen:
  • AFP, dpa

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