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Gotha: Polizisten sollen Frau vergewaltigt haben – neue Details

Ermittlungen in Thüringen  

Polizisten sollen Frau vergewaltigt haben – neue Details

03.10.2019, 17:05 Uhr | dpa

Gotha: Polizisten sollen Frau vergewaltigt haben – neue Details. Die Landespolizeiinspektion Gotha: Zwei Beamte werden der Vergewaltigung bezichtigt. (Archivbild) (Quelle: imago images/Steve Bauerschmidt)

Die Landespolizeiinspektion Gotha: Zwei Beamte werden der Vergewaltigung bezichtigt. (Archivbild) (Quelle: Steve Bauerschmidt/imago images)

Zwei Thüringer Polizisten sollen im Dienst eine Frau in ihrer Wohnung sexuell missbraucht haben. Die Beamten sitzen in Untersuchungshaft. Die Tatumstände sind noch unklar.

Nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen zwei Thüringer Polizisten haben Ermittler eine rasche Aufklärung der Tat zugesichert. Ziel sei, so schnell wie möglich Licht ins Dunkel zu bringen, sagte am Freitag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt. Vorerst würden aber keine neuen Details bekanntgegeben. Derweil warnte der Landesverband Deutscher Kriminalbeamter vor einem Vertrauensverlust in die Arbeit der Polizei. Eine schnelle und lückenlose Aufklärung sei im Interesse der mehr als 6000 Polizeibeamten in Thüringen, "die ihre Arbeit gewissenhaft und ehrlich für die Bürger machen", sagte Landeschef Mike Hellwig der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Beamte der Landespolizeiinspektion Gotha sollen bei einer Wohnungsdurchsuchung vorigen Samstag (28. September) gemeinsam eine Frau sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Gegen die Männer wurde Haftbefehl erlassen, sie sitzen in Untersuchungshaft.

Die Frau soll nach dpa-Informationen einen Tag nach dem mutmaßlichen sexuellen Übergriff bei einer Aussage die Beamten beschuldigt haben. Sie soll demnach auch detaillierte Angaben zu intimen Körpermerkmalen der Beamten gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Erfurt wollte dies mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren. Anlass für die Wohnungsdurchsuchung soll der Verdacht gewesen sein, dass die Frau falsche Identitäten benutzte.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll einer der Beamten versucht haben, sich seiner späteren Verhaftung durch Flucht zu entziehen. Bei dem Opfer soll es sich um eine Bürgerin aus einem anderen EU-Land handeln - in verschiedenen Medienberichten ist die Rede von einer Polin. Der Nachrichtensender n-tv berichtete, dass während der Durchsuchung ein dritter Polizist gemeinsam mit dem Mann der kontrollierten Frau in der Nähe der Wohnung gewartet haben soll.

"Das mögliche gravierende Fehlverhalten von zwei Beamten muss Konsequenzen haben", betonte Hellwig für den Verband der Kriminalbeamten. "Sie repräsentieren aber nicht die Thüringer Polizei." Er gehe davon aus, dass die Thüringer trotz des schrecklichen Verdachts zwischen den möglichen Straftätern und der großen Mehrheit der Beamten differenzierten. "Ich glaube, dass das Grundvertrauen in die Arbeit der Thüringer Polizei damit nicht zerstört werden wird."

"Wenn es so war, wie es sich andeutet, ist es wirklich schlimm", betonte CDU-Innenpolitiker Raymond Walk, der einst selbst leitender Polizeidirektor war. "Das erschüttert das Ansehen der Polizei und das Vertrauen der Menschen in den Staat." Walk weiter: "Wir vertrauen auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden."

Thüringens Polizei sprach auf ihrer Facebook-Seite von großer Betroffenheit und Erschütterung über «die massiven Vorwürfe gegen zwei Beamte der Landespolizeiinspektion Gotha». Weiter heißt es dort, dass das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft und die internen Ermittlungen noch in einem frühen Stadium seien. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es keine Anhaltspunkte, "dass Vorgesetzte oder weitere Beamte der Dienststelle in den Vorfall involviert waren". Das Ereignis repräsentiere nicht die Thüringer Polizei.
 

 
Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Tatverdächtigen beim Haftrichter nicht zu den Vorwürfen geäußert. Rein rechtlich war die Frau bei der polizeilichen Wohnungsdurchsuchung eine "behördlich Verwahrte". Im Falle einer Anklage und Verurteilung drohen den beiden Beamten den Angaben zufolge Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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