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Gewaltvorwürfe gegen Polizei in Essen – Bochumer Polizei ermittelt

Nigerianerin und ihren Sohn geschlagen?  

Gewaltvorwürfe gegen Polizei in Essen

10.03.2020, 00:08 Uhr | dpa

Gewaltvorwürfe gegen Polizei in Essen – Bochumer Polizei ermittelt. Die Uniform eines Polizisten aus Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): In Essen hat es einen Großeinsatz der Polizei gegeben. (Quelle: imago images/Noah Wedel)

Die Uniform eines Polizisten aus Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): In Essen hat es einen Großeinsatz der Polizei gegeben. (Quelle: Noah Wedel/imago images)

Was geschah auf einer Essener Polizeiwache, als eine Nigerianerin eine Anzeige aufgeben wollte? Ihr Sohn wirft der Polizei vor, seine Mutter und ihn geschlagen zu haben. Die Bochumer Polizei untersucht den Fall.

Nach Körperverletzungsvorwürfen gegen Beamte einer Essener Polizeiwache hat aus Neutralitätsgründen die Polizei Bochum Ermittlungen aufgenommen. Es geht um eine Eskalation bei der Diebstahlanzeige einer 50 Jahre alten Nigerianerin am vergangenen Mittwoch auf der Essener Innenstadtwache. Nach Angaben des Sohnes der Frau sollen Polizisten die Frau und deren Tochter geschlagen haben. In einem Instagram-Post schreibt der 25-Jährige weiter, dass später auch er "brutal geschlagen" worden sei. Es habe auch rassistische Beleidigungen gegeben. Das Ganze habe "mit einem Krankenwagen" geendet.

Die Essener Polizei wies die Vorwürfe "rassistischer Gewalt" zurück und schilderte den Fall am Montag aus ihrer Sicht: Demnach habe die Frau den Diebstahl ihrer Geldbörse angezeigt. Während der Aufnahme sei es im Vorraum der Wache zu einem verbal aggressiven Auftreten zweier Frauen gekommen, die zu der 50-Jährigen gehört hätten; die Frauen hätten sich über die Art und Weise der polizeilichen Bearbeitung beschwert. In der Folge sei es zu Widerstandshandlungen und einer Beleidigung von Beamten gekommen. Alle drei seien "nach Abschluss der Maßnahmen" aus dem Gebäude verwiesen worden.

Später seien zwei männliche Bekannte der 50-Jährige auf der Wache erschienen, die in einem sehr aggressiven Ton Informationen gefordert hätten. Einem Platzverweis seien sie nicht nachgekommen. "Vielmehr schrien sie lautstark und schlugen mit den Fäusten gegen die Glasscheiben der Polizeiwache." Eine folgende, nicht näher erläuterte "Widerstandshandlung" sei von einem Beamten "unter Verwendung eines Einsatzmehrzweckstockes gebrochen" worden.

25-Jähriger will Anzeige erstatten

Der 25-Jährige wurde den Angaben zufolge später in der Nähe des Hauptbahnhofs "nach einer erneuten Widerstandshandlung" festgenommen. Da er über Schmerzen geklagt habe, sei er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden. Dieses habe er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen können. Die Beamten hätten detaillierte Anzeigen wegen Widerstandes und Beleidigung geschrieben.

Der 25-Jährige erklärte, es sei auch Pfefferspray gegen ihn eingesetzt worden. Er habe geblutet und sei zwischendurch auch ohnmächtig gewesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er und seine Mutter kündigten an, am Dienstag mit Hilfe eines Anwalts Anzeige gegen die Polizei erstatten zu wollen. Bekannt gemacht hatte den Fall am Sonntag die Berliner Journalistin Anna Dushime über Twitter.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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