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Angriff in ICE: Mutmaßlicher Täter leidet wohl unter paranoider Schizophrenie

Attacke in ICE in Bayern  

Messerangreifer leidet wohl unter paranoider Schizophrenie

07.11.2021, 15:40 Uhr | dpa, t-online, das, AFP

Angriff in ICE: Mutmaßlicher Täter leidet wohl unter paranoider Schizophrenie. Der mutmaßliche Täter wurde am Samstag festgenommen: Er soll kurz vor dem Angriff seinen Job verloren haben.  (Quelle: dpa/Fabian Schreiner)

Der mutmaßliche Täter wurde am Samstag festgenommen: Er soll kurz vor dem Angriff seinen Job verloren haben. (Quelle: Fabian Schreiner/dpa)

Nach dem Messerangriff in einem ICE in Bayern werden neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. Laut einem ersten Gutachten hatte der 27-Jährige psychische Probleme.

Völlig unvermittelt und wahllos soll der Angreifer im ICE 928 auf Mitreisende eingestochen haben. Das teilte der Einsatzleiter der Polizei in Neumarkt in der Oberpfalz, Thomas Schöniger, am Sonntag auf einer Pressekonferenz mit. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 27-Jährigen, der aus Syrien stammt, 2014 nach Deutschland kam und in Passau lebt. Kurz vor der Tat hatte er seinen Job verloren. Erste Einschätzungen der Polizei deuten auf eine "psychische Beeinträchtigung" des mutmaßlichen Täters hin, sagte der oberpfälzische Polizeipräsident Norbert Zink.

"Die Motivlage des Tatverdächtigen ist nach wie vor unklar", stellte Zink klar. Auch am Sonntag seien noch viele Fragen zu dem Angriff offen. Bei der Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers wurde demnach nichts auf Anhieb Verdächtiges gefunden. Eine Auswertung der Daten seines Mobiltelefons steht noch aus. Anhaltspunkte für einen terroristischen oder islamistischen Hintergrund gebe es aktuell nicht. Nach ersten Erkenntnissen seien bisher keine Hinweise auf mögliche Mittäter oder Mitwisser aufgetaucht.

Durchsuchung auch in Thüringen und NRW

Im Zusammenhang mit der Attacke kam es auch zu Ermittlungen an weiteren Orten: Im Landkreis Nordhausen in Thüringen kam es im näheren Freundeskreis des Tatverdächtigen zu Durchsuchungen, hieß es am Sonntag im bayerischen Neumarkt von der ermittelnden Staatsanwaltschaft. Die Thüringer Landespolizeidirektion bestätigte entsprechende Maßnahmen im Bereich Nordhausen. Nähere Auskünfte wollten zunächst weder Polizei noch Landeskriminalamt erteilen.

Darüber hinaus kam es zu weiteren Vernehmungen und Durchsuchungen im nordrhein-westfälischen Marl. Auch hier ging es um das soziale und familiäre Umfeld des Verdächtigen.

Opfer kann Krankenhaus verlassen

Der Verdächtige sei noch am Samstag von einem psychiatrischen Gutachter untersucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dort sei eine paranoide Schizophrenie festgestellt worden. Er soll gegenüber des Gutachters von Wahnvorstellungen gesprochen haben, etwa dass er sich von der Polizei verfolgt fühle. Dementsprechend wurde kein Haftbefehl erlassen, sondern die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Zuvor soll sich der 27-Jährige nicht in psychiatrischer Behandlung befunden haben.

In dem Zug Passau-Hamburg waren am Samstagvormittag vier Männer verletzt worden, sie wurden in Krankenhäuser gebracht. Unter anderem wurde ein 26-Jähriger schwer am Kopf verletzt. Zwei der Opfer konnten die Klinik laut Polizei am Sonntag wieder verlassen. Als Tatwaffe wurde ein zusammenklappbares Messer mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern sichergestellt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa und AFP

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