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Unwetter auf Mallorca: Wie ein Deutscher ein Mädchen aus den Fluten rettete

Verheerende Flutkatastrophe  

Wie ein Deutscher ein Mädchen aus den Fluten rettete

12.10.2018, 14:02 Uhr
Unwetter auf Mallorca: Wie ein Deutscher ein Mädchen aus den Fluten rettete. Straße im Wasser: In Sant Llorenc auf Mallorca wurden auch eine Mutter und ihr Sohn von den Fluten mitgerissen. Die Tochter wurde von einem Deutschen  : gerettet. (Quelle: dpa/Policía Nacional/Europa Press)

Straße im Wasser: In Sant Llorenc auf Mallorca wurden auch eine Mutter und ihr Sohn von den Fluten mitgerissen. Die Tochter wurde von einem Deutschen : gerettet. (Quelle: Policía Nacional/Europa Press/dpa)

Nach dem schweren Unwetter auf Mallorca suchten Einheimische nach einem Deutschen. Er hatte ein Kind aus den Fluten gezogen. Nun ist klar, wer der Retter ist.

Er hat auf Mallorca verhindert, dass großes Leid noch größer wurde. Daniel Thielk aus Brandenburg war während des schweren Unwetters mit seinem Fahrrad unterwegs, als er in einem Auto eine Frau mit zwei Kindern sah. Die Fluten hatten das Auto erfasst.

Also half Thielk. Die Frau schaffte es, das Mädchen aus dem Auto zu hieven. Thielk bekam es zu fassen und zog es aus dem reißenden Strom, wie er RTL erzählte. "Die hat mich gar nicht mehr losgelassen", sagte er. Úrsula heißt das Mädchen, sie ist sieben Jahre alt. Thielk brachte sie in einen Schuppen, harrte dort zwei Stunden mit ihr aus, wie er sagt. Und übergab sie dann den Rettern.

Die Frau, die dreifache Mutter Joana Lliteres Planas, schaffte es nicht. Retter fanden ihre Leiche später in dem Wagen. Das zweite Kind, ihr acht Jahre alter Sohn Artur, verschwand in den Fluten. Hunderte Helfer suchen noch immer nach ihm. Aber es gibt kaum noch Hoffnung, dass sie ihn lebend finden. 

Half noch dem deutschen Radfahrer bei der Rettung ihrer Tochter und wurde dann mit ihrem Sohn fortgerissen: Joana Lliteres Planas auf einem Archivfoto.  (Quelle: Canal 4)Half noch dem deutschen Radfahrer bei der Rettung ihrer Tochter und wurde dann mit ihrem Sohn fortgerissen: Joana Lliteres Planas auf einem Archivfoto. (Quelle: Canal 4)

Doch die sieben Jahre alte Úrsula lebt. Und das ist Daniel Thielk zu verdanken, der der Mutter zur Hilfe geeilt war. 

Angehörige hatten nach dem Retter gesucht

Die Angehörigen hatten mehrere Tage nach dem Retter gesucht. Nun wollen sie sich bei Thielk bedanken. Koordiniert hatte die Suche eine Freundin der Familie, Maria Puigros, die als Nachrichtenchefin beim Sender Kanal 4 arbeitet.

"Die Familie würde ihm gerne persönlich danken, dass er sich so heldenhaft verhalten hat und Úrsula gerettet hat", hatte Maria Puigros t-online.de gesagt, noch bevor der Retter gefunden wurde. Schon damals berichtete sie von Hinweisen, dass der Mann Daniel Thielk heißen könnte. 

Das Unglück geschah zwischen Son Carrió und Sant Llorenç des Cardassar, von wo die Hochwasserbilder um die Welt gegangen sind. Noch immer kämpfen dort Einsatzkräfte des Militärs und private Helfer mit den Folgen der plötzlichen Flut, schaufeln dicke Schlammschichten von den Straßen. Einwohner versuchen, ihre Häuser von den Spuren zu reinigen, die bis zu drei Meter hoch reichen. Bis zu 240 Liter Regen waren hier in kürzester Zeit gefallen, ein Bach in Sant Llorenç zu einem reißenden Fluss geworden.

Schweigeminute mit Rafael Nadal

Im rund zehn Kilometer entfernten Ort Manacor legten Trauernde in der Tennisschule von Rafael Nadal mit dem Tennisstar eine Schweigeminute ein. Nadal hatte auch bei den Aufräumarbeiten angepackt. In dem Ort hatte Joana Lliteres Planas in einer Apotheke gearbeitet. 

Unweit liegt auch die Ortschaft Artà, in deren Gemarkung am Donnerstag ein Deutscher und seine Frau tot aufgefunden wurden, nicht weit weg vom Auto des Paares, wie der Rettungsdienst mitteilte. Am frühen Abend teilten die Behörden dann mit, dass unter den Opfern ein weiterer Deutscher identifiziert werden konnte. 

Die Regionalregierung der Balearen hat eine dreitägige Trauer angeordnet. Madrid versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Unterdessen wuchs die Kritik an den Behörden. Viele Einwohner klagten über fehlende Unwetterwarnungen. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Ecologistas en Acción hätte sich die "Tragödie von Sant Llorenç vermeiden lassen, wäre das Bauverbot für Überschwemmungsgebiete respektiert worden". 

Verwendete Quellen:

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