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Geheime Türöffnungen: Neue Spekulationen um Grab der Nofretete

Geheime Türöffnungen  

Neue Spekulationen um Grab der Nofretete

11.08.2015, 20:34 Uhr | dpa

Geheime Türöffnungen: Neue Spekulationen um Grab der Nofretete. Die Büste der Nofretete zieht seit Jahren die Menschen in ihren Bann - doch wo liegt ihr Grab? (Quelle: Reuters)

Die Büste der Nofretete zieht seit Jahren die Menschen in ihren Bann - doch wo liegt ihr Grab? (Quelle: Reuters)

Diesen Kopf kennt jeder: Die legendäre ägyptische Königin Nofretete gilt als eine der schönsten Frauen der Welt. Ihre Büste wurde 1912 bei Ausgrabungen entdeckt - doch wo ist ihr Grab? Jetzt gibt es neue Spekulationen und eine interessante Theorie.

Der britische Archäologe Nicholas Reeves hat Anhaltspunkte gefunden, dass hinter der 1922 entdeckten Grabkammer des Pharao Tutanchamun im ägyptischen Tal der Könige noch zwei weitere Grabstätten liegen könnten - und vielleicht gehört eine davon Nofretete.

Der Forscher der US-Universität Arizona verweist dabei auf mögliche Mauerdurchbrüche an den Wänden, die durch eine spätere Bemalung übertüncht wurden. Entdeckt hat er sie auf kürzlich veröffentlichten, hochauflösenden Bildern des Tutanchamun-Grabes mit dem Kürzel KV62.

Das "ungeplünderte" Grab

Die mögliche nördliche Kammer stamme aus einer Zeit vor dem berühmten Kindkönig (um 1330 v. Chr.) und könnte das "ungeplünderte Grab" der Nofretete sein, so der Wissenschaftler. Die britische Wochenzeitung "The Economist" zitierte Reeves mit den Worten: "Wenn ich falsch liege, liege ich falsch. Aber wenn ich recht habe, könnte es vielleicht die größte archäologische Entdeckung aller Zeiten sein."

Bisher ist Reeves Theorie noch reine Spekulation. "Genaueres könnten nur Untersuchungen vor Ort bringen", sagt Olivia Zorn, die stellvertretende Direktorin des Ägyptischen Museums in Berlin. Aber die Annahme des Archäologen ist wohl nicht völlig aus der Luft gegriffen: "Er ist ein erfahrener Amarna-Forscher und arbeitet mit fundierten Ansätzen."

Nach wie vor zahlreiche Rätsel

Das Grab des Tutanchamun galt schon bei seiner Entdeckung durch den Briten Howard Carter 1922 als Sensation, weil es relativ unversehrt war und unschätzbare Grabbeigaben enthielt. Über die letzte Ruhestätte von Nofretete dagegen und die verwandtschaftliche Beziehung der beiden gibt es zahlreiche Spekulationen.

So hat zwar eine DNA-Untersuchung ergeben, dass die Mumie der sogenannten Younger Lady aus dem Tal der Könige die Mutter von Tutanchamun sein soll. Ob es sich dabei aber um Nofretete, die Gemahlin von König Echnaton handelt, ist sehr umstritten.

"Beschreiben nützt nichts"

Nofretete heißt übersetzt "Die Schöne ist gekommen". Mit ihrem ebenmäßigen Gesicht und dem geheimnisvoll entrückten Lächeln gilt ihre Skulptur als die wohl Schönste der Welt. Eine Versicherung schätzte sie schon vor Jahren auf einen Wert von 300 Millionen Euro.

Die mehr als 3000 Jahre alte farbige Büste wurde 1912 weitgehend unversehrt bei Ausgrabungen im ägyptischen Amarna von dem deutschen Archäologen Ludwig Borchardt in der Werkstatt des Hofkünstlers Thutmosis entdeckt. "Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen", notierte der Altertumsforscher am 6. Dezember in sein Grabungstagebuch.

Hohes Interesse an Nofretete

Insgesamt wurden in Amarna, dem einstigen Herrschersitz von König Echnaton und seiner Gemahlin, mehr als 10.000 Fundstücke geborgen. Bei der damals üblichen Fundteilung erhielt die deutsche Seite als Finanzier der Grabungen mit anderen Schätzen auch die Nofretete. So kam die Schöne, mit Brief und Siegel vertraglich abgesichert, nach Berlin.

Das Ägyptische Museum Berlin stellt die weltberühmte Skulptur der schönen Pharaonengattin seit 2009 wieder aus - seither lockt Nofrete Jahr für Jahr mehr als eine Million Bewunderer an. An den Spekulationen über das Grab der schönen Königin will man sich nicht beteiligen. "Hundertprozentig sicher wären wir erst, wenn wir einen Sarg finden, auf dem der Name von Nofretete steht - und selbst dann könnte der Leichnam noch später umgebettet worden sein", sagt Zorn. "Uns fehlen einfach zu dieser Fragestellung konkrete Inschriften aus der Zeit."

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