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100 Jahre Relativitätstheorie: Was wäre die Welt ohne Einstein?

100 Jahre Relativitätstheorie  

Was wäre die Welt ohne Einstein?

Von Christian Fenselau

28.11.2015, 10:34 Uhr
100 Jahre Relativitätstheorie: Was wäre die Welt ohne Einstein?. Albert Einstein und die Formel seiner Relativitätstheorie. (Quelle: imago/leeimage Ferdinand Schmutzer/Thinkstock - Fotomontage: t-online.de)

Albert Einstein und die Formel seiner Relativitätstheorie. (Quelle: imago/leeimage Ferdinand Schmutzer/Thinkstock - Fotomontage: t-online.de)

1915, also vor 100 Jahren, hat Albert Einstein die allgemeine Relativitätstheorie vorgestellt. Einsteins Berechnungen waren seiner Zeit weit voraus, die Erkenntnisse daraus wurden erst viel später genutzt. Doch nicht nur Physiker profitieren von den Leistungen Einsteins. Ohne die Relativitätstheorie sähe die Welt heute anders aus. Hätte sich die Technik trotzdem gleichermaßen entwickelt, würden wir im Chaos versinken.

Einfach zu verstehen sind die Formel E=mc2 und die Erklärungen zur Bewegung von Körpern in Zeit und Raum wohl für die meisten Menschen auch heute nicht. Doch wir alle profitieren von Einsteins Erkenntnissen, beispielsweise bei der Navigation. Gäbe es heute Navis ohne Einsteins geniale Ideen, würden sie uns in die Irre führen. Im Schnitt würden wir uns täglich um elf Kilometer verfahren.

Hohe Uhren ticken schneller

Der Grund dafür ist die exakte Zeitangabe, die uns ohne Einstein fehlen würde. Noch im 19. Jahrhundert glaubte man, alle Uhren würden gleich gehen – egal wo sie sich befinden. Doch Einstein wies nach, dass die Uhren im All wegen der geringeren Schwerkraft schneller ticken. Das sind zwar nur Millionstel Sekunden, doch sie summieren sich aufgrund der großen Entfernung der Satelliten auf. Würde sich die Menschheit auf Navis verlassen, wie sie das heute tut – und die Millionstel Sekunden dabei nicht korrigieren – käme es zu einem Chaos.

Höhenmessung per GPS

Die Zeitunterschiede machen wir uns auch bei der Höhenmessung per GPS zunutze. Heute wissen wir genau, dass der Mount Everest der höchste Berg der Erde ist, doch das war nicht immer so. Eine Höhenmessung durch traditionelle Winkelbestimmung ist ungenauer, zudem erschwert oft die Geländebeschaffenheit eine geeignete Position für das Messgerät, den Theodoliten.

Original-Manuskript der Relativitätstheorie von Albert Einstein (Quelle: imago images/UPi Photo)Original-Manuskript der Relativitätstheorie (Quelle: UPi Photo/imago images)

Ohne genaue Zeitangabe wären Atomuhren undenkbar, die die Zeit für andere Uhren weitergeben. Hätten wir trotzdem Funkuhren, würden sie alle eine andere Zeit anzeigen. Dramatisch wäre das für den Hausgebrauch zwar nicht, doch es gibt Uhren, die auf eine Nanosekunden-genaue Zeit angewiesen sind, etwa in der Astronomie.

Die Astronomen würden ohne Einstein auch aus anderen Gründen "auf dem Schlauch stehen": So könnten sie nicht erklären, was Schwarze Löcher sind, weil sie nicht wüssten, dass Gravitationskraft das Licht krümmt. Auch der Urknall wäre so nicht erklärbar.

Einsteins Gruß in die Zukunft

Auch in der zukünftigen Forschung wird Einsteins Relativitätstheorie noch eine Rolle spielen. Durch Messung der Zeit an verschiedenen Orten könnte zum Beispiel festgestellt werden, wenn sich eine Landmasse hebt. So könnten die Forscher messen, wie sich die Kontinentalplatten verschieben. Und es könnte helfen, einen bevorstehenden Vulkanausbruch festzustellen. So ist es denkbar, dass die Relativitätstheorie mehr als 100 Jahre später Leben rettet.

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