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Asteroid-Einschlag: Tsunamis und Flammenmeer – T-Rex starb binnen 15 Minuten

Die letzten Stunden der Saurier  

Tsunamis und Flammenmeer – T-Rex starb binnen 15 Minuten

10.09.2019, 19:25 Uhr | Stefan Parsch, dpa

Asteroid-Einschlag: Tsunamis und Flammenmeer – T-Rex starb binnen 15 Minuten. Künstlerische Darstellung des Asteroideneinschlags: Beim Aufprall kam es zu einer extremen Hitzeentwicklung. (Quelle: imago images/Mark Garlick)

Künstlerische Darstellung des Asteroideneinschlags: Beim Aufprall kam es zu einer extremen Hitzeentwicklung. (Quelle: Mark Garlick/imago images)

Es war eine unvorstellbare Naturkatastrophe: Ein gigantischer Asteroid prallt auf die Erde und löscht drei Viertel aller Lebewesen aus. Nun haben Forscher die Ereignisse nach dem Aufprall rekonstruiert.

Ein Asteroideneinschlag erschüttert vor 66 Millionen Jahren die Erde. Er ist der Auslöser des großen Dino-Sterbens. Nun zeigen Forscher: Direkt nach dem Aufprall geht es Schlag auf Schlag. "Es waren nicht mehr als 15 Minuten vergangen, nachdem das Rudel der T-Rex vom ersten Lichtschock aufgeschreckt worden war. Nun waren sie alle tot, was auch für die meisten Dinosaurier galt, mit denen sie zusammengelebt hatten. Die früher üppigen Waldlandschaften und Flusstäler standen in Flammen."

So schildert der Saurierexperte Steve Brusatte Auswirkungen eines gewaltigen Asteroideneinschlags vor 66 Millionen Jahren auf eine Tausende Kilometer entfernte Region. Eine aktuelle Studie gibt nun Hinweise darauf, dass sich solche Ereignisse in den Stunden nach dem Aufprall des gewaltigen Asteroiden mit mehr als zehn Kilometern Durchmesser tatsächlich so abgespielt haben könnten.

Gewaltige Mengen Schwefel in der Atmosphäre

Der Einschlag, der das Aussterben aller großen Dinosaurier auslöste, könnte Tsunamis und Buschbrände hervorgerufen und gewaltige Mengen Schwefel freigesetzt haben. Diese Hypothese haben nun Forscher um Sean Gulick von der Universität Texas in den USA mit der Auswertung eines Bohrkerns aus dem Einschlagskrater untermauert, wie sie in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) schreiben.

Die Bohrplattform vor der mexikanischen Küste: Hier ist vor 66 Millionen Jahren der Asteroid eingeschlagen. (Quelle: dpa)Die Bohrplattform vor der mexikanischen Küste: Hier ist vor 66 Millionen Jahren der Asteroid eingeschlagen. (Quelle: dpa)

Der untersuchte Kern stammt aus einem Abschnitt einer ringförmigen Hügelkette ("peak ring") im Einschlagskrater. Der Abschnitt liegt unter Wasser vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatan. An dieser Stelle bildete sich in den 24 Stunden nach dem Einschlag eine 130 Meter dicke Schicht von Ablagerungen, schreiben die Wissenschaftler. Sie bestehen aus verschiedenen Lagen.

Tsunami spülte Meerwasser bis ins Innere des Kontinents 

Ein vom Einschlag ausgehender Tsunami kam den Forschern zufolge durch Reflexionen an Küsten wieder zurück. Er lagerte unter anderem Holzkohle in dem Krater ab. Die Kohle deutet das Team um Gulick als Hinweis auf Buschbrände, die vom Einschlag ausgelöst wurden. Der Tsunami könnte Meerwasser bis weit ins Innere der umliegenden Kontinente gebracht haben, beim Zurücklaufen des Wassers ins Meer könnten verkohlte Pflanzenreste mitgerissen worden sein.

Die Forscher der University of Texas mit den Bohrkernen aus dem versunkenen Einschlagkrater.  (Quelle: dpa)Die Forscher der University of Texas mit den Bohrkernen aus dem versunkenen Einschlagkrater. (Quelle: dpa)

Zudem fanden die Forscher Hinweise darauf, dass es schwefelhaltige Aerosole waren, die nach dem Asteroideneinschlag das Weltklima veränderten. Wie man es auch von Vulkanausbrüchen kennt, schirmen die schwefelhaltigen Aerosole das Sonnenlicht teilweise ab. In der Folge kann sich die Fotosynthese der Pflanzen verringern und Nahrungsketten können zusammenbrechen. Damals könnte dies dazu geführt haben, dass etwa 75 Prozent allen Lebens zugrunde ging.
 

 
"Der einzige Weg zu einem globalen Massensterben wie diesem ist ein atmosphärischer Effekt", wird Gulick in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Er und seine Mitstreiter untersuchten den Anteil an schwefelhaltigen Gesteinen im Bohrkern. Er lag unter einem Prozent, obwohl das Grundgestein 30 bis 50 Prozent davon enthält. Die Forscher werten dies als Hinweis darauf, dass Schwefelverbindungen, etwa durch Verdampfen, in großen Mengen in die Atmosphäre gelangt waren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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