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Seltene Art: Schlüpflinge des Siam-Krokodils in Kambodscha entdeckt

Seltene Art  

Schlüpflinge des Siam-Krokodils in Kambodscha entdeckt

22.09.2021, 10:01 Uhr | dpa

Seltene Art: Schlüpflinge des Siam-Krokodils in Kambodscha entdeckt. Ein Jungtier des Siam-Krokodils.

Ein Jungtier des Siam-Krokodils. In der Wildnis Kambodschas haben Forscher acht Jungtiere des vom Aussterben bedrohten Crocodylus siamensis entdeckt. Foto: Ien Khve/MoE/WWF Cambodia/dpa. (Quelle: dpa)

Phnom Penh (dpa) - In der Wildnis Kambodschas haben Forscher acht Jungtiere des vom Aussterben bedrohten Siam-Krokodils (Crocodylus siamensis) entdeckt.

Die Schlüpflinge wurden während der Brutzeit der Reptilien im Srepok Wildlife Sanctuary (SWS) im Osten des Landes von einem Team aus Mitarbeitern des Umweltministeriums und des WWF aufgespürt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die seltenen Jungtiere würden jetzt von Rangern rund um die Uhr bewacht.

Es sei das erste Mal in zehn Jahren, dass es in der Region einen fotografischen Beweis für eine Brutpopulation von Siam-Krokodilen gebe. Die Forscher sprechen von einer "sehr aufregenden Entdeckung".

Das Team habe während der Brutsaison regelmäßig Feldbeobachtungen durchgeführt, unter schwierigen Wetterbedingungen und mit viel Geduld, heißt es in der Mitteilung. "Dann kam der aufregende Moment, als jemand aus unserem Team zum ersten Mal das Schimmern der Augen von Krokodiljungen entdeckt hat", sagte Sothea Bun, einer der beteiligten Forscher.

Entdeckung weckt Hoffnung

Milou Groenenberg, Expertin für Biodiversität beim WWF, sprach von einem Durchbruch. "Wir waren uns bisher nicht sicher, ob es in der örtlichen Population noch Brutpaare gibt, ob Nester vorhanden sind und ob Tiere erfolgreich geschlüpft sind", erklärte sie. Die Entdeckung in Srepok wecke die Hoffnung, dass Siam-Krokodile in freier Wildbahn doch noch überleben könnten. Es handele sich um "einen bedeutenden Fund für die Tierart in Kambodscha und weltweit".

Die seltenen Siam-Krokodile werden maximal vier Meter lang und leben ausschließlich in Süßwasserflüssen, -seen und -sümpfen. Früher waren sie in weiten Teilen Südostasiens verbreitet, seit Anfang der 1990er Jahre geht ihr Bestand jedoch stark zurück. Hauptbedrohungen sind der Verlust des natürlichen Lebensraums, Wilderei, illegaler Wildtierhandel, die Hybridisierung zwischen verschiedenen Krokodilarten sowie der Bau von Wasserkraftwerken.

In Kambodscha leben derzeit nach WWF-Angaben schätzungsweise noch 200 bis 400 Exemplare in freier Wildbahn. Insgesamt gibt es nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN noch maximal 1000 erwachsene Siam-Krokodile in Südostasien.

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