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Vier Indikatoren f├╝r den Klimawandel auf Rekordniveau

Von dpa
Aktualisiert am 18.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Ausgetrocknetes Flussbett in Indien.
Ausgetrocknetes Flussbett in Indien. Die globale Erw├Ąrmung nimmt laut einem Bericht der Weltwetterorganisation weiter zu. (Quelle: Manish Swarup/AP/dpa./dpa)
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Genf (dpa) - Vier wichtige Indikatoren f├╝r den Klimawandel haben nach dem neuen Klimazustandsbericht der Weltwetterorganisation (WMO) Rekordwerte erreicht.

Das unterstreiche die verheerenden Folgen der menschlichen Aktivit├Ąten f├╝r die ├ľkosysteme, die eigentlich das ├ťberleben der Menschheit sichern sollen,berichtete die WMO am Mittwoch in Genf. Rekorde gab es beim Anstieg des Meeresspiegels, dem W├Ąrmeinhalt der Ozeane, der Versauerung der Meere und der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosph├Ąre. Dabei handelt es sich vor allem um Kohlendioxid (CO2).

Vergangene sieben Jahre die w├Ąrmsten seit Messbeginn

Die WMO best├Ątigte ihre vorl├Ąufige Berechnung, dass die globale Durchschnittstemperatur 2021 etwa 1,1 Grad ├╝ber dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) lag und die vergangenen sieben Jahre die w├Ąrmsten waren seit Messbeginn. Sie hatte diese Besorgnis erregende Entwicklung schon in ihrem vorl├Ąufigen Zustandsbericht im Oktober angerissen. Zu dem Zeitpunkt lagen aber noch nicht alle Messwerte vor.

Nach einer WMO-Prognose von vergangener Woche k├Ânnte die globale Jahres-Durchschnittstemperatur schon bis 2026 zumindest in einem Jahr mehr als 1,5 Grad ├╝ber dem vorindustriellen Niveau liegen. Die Wahrscheinlichkeit daf├╝r liege bei fast 50 Prozent. Das bislang hei├česte Jahr war 2016 mit 1,3 Grad ├╝ber vorindustriellem Niveau.

WMO-Chef: Planet wird sich noch ├╝ber Generationen aufheizen

"Unser Klima ver├Ąndert sich vor unseren Augen", sagte WMO-Chef Petteri Taalas. Die menschengemachten Treibhausgase in der Atmosph├Ąre verhinderten die W├Ąrmestrahlung der Erde ins All, weshalb sich der Planet noch ├╝ber Generationen aufheizen werde, "wenn nicht Verfahren erfunden werden, um Kohlenstoff aus der Atmosph├Ąre zu entfernen", sagte Taalas. Gleichwohl, betont die WMO, ist es wichtig, die Menge freigesetzter Treibhausgase jetzt zu reduzieren, um die Erw├Ąrmung dauerhaft unter 1,5 Grad ├╝ber dem vorindustriellen Niveau zu halten.

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Zur Konzentration der Treibhausgase in der Atmosph├Ąre: Sie erreichte 2020 den Rekordwert von 413,2 ppm (Teilchen pro Million Teilchen). Die Durchschnittszahl f├╝r 2021 liegt noch nicht vor. Aber die Messstation Mauna Loa auf Hawaii meldete 416,45 ppm im April 2020, 419,05 ppm im April 2021 und 420,23 ppm im April 2022.

Zur Versauerung der Meere: Die Ozeane nehmen laut WMO etwa 23 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids auf. Die Gase reagieren mit dem Wasser, was zu Versauerung f├╝hrt. Das bedroht nicht nur das ├ľkosystem Meer. Hinzu kommt: Je saurer das Wasser, desto geringer die Kapazit├Ąt, weiteres CO2 aufzunehmen. Der pH-Wert gibt die Versauerung an. Je niedriger er ist, desto saurer das Wasser. Der Weltklimarat (IPCC) berichtete vor Kurzem, dass der pH-Wert an der Oberfl├Ąche der offenen Ozeane mit gro├čer Wahrscheinlichkeit jetzt so niedrig ist wie seit mindestens 26.000 Jahren nicht mehr.

Zum W├Ąrmeinhalt der Ozeane: Ein ann├Ąhernd global fl├Ąchendeckendes System mit schwimmenden Messger├Ąten gibt es erst seit 2006. Davor war die Datenlage weniger gut. Alle Forschergruppen, die sich damit besch├Ąftigen, sind sich aber einig, dass der W├Ąrmeinhalt bis in 2000 Meter Tiefe seit Jahrzehnten steigt, besonders deutlich seit 2016.

Zum Anstieg des Meeresspiegels: Dazu tragen die thermale Expansion des Meerwassers durch die Erw├Ąrmung der Ozeane und die Zunahme des Wasservolumens durch das Abschmelzen von Eis auf dem Land bei. Der Anstieg lag laut WMO zwischen 1993 und 2002 bei etwa 2,1 Millimetern pro Jahr, zwischen 2013 und 2021 bei 4,5 Millimetern pro Jahr.

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