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Klimaschützer blockieren erneut Berliner Autobahnen – Autofahrer fährt Aktivistin an

Von t-online, pb, yer

Aktualisiert am 21.06.2022Lesedauer: 3 Min.
"Ich habe einen Termin": Mit diesen Worten fährt ein Autofahrer in Berlin eine Demonstrantin an. (Quelle: t-online)
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Mehrere Autobahnen in Berlin wurden am Dienstagmorgen von Klimaaktivisten blockiert. Ein Autofahrer wollte nicht warten und schob eine Aktivistin mit dem Auto vor sich her.

Am Dienstagmorgen haben Klimaschutz-Demonstranten der Gruppe "Letzte Generation" unter anderem die Berliner Autobahn 100 blockiert. Dabei kam es zu einem Zwischenfall: Ein Autofahrer machte an einer der Blockaden nicht halt, sondern schob eine Aktivistin mit seinem Fahrzeug vor sich her. Das ist auf einem Video zu sehen, das die Klimaschützer auf Twitter veröffentlichten.

Der Mann hupte und fuhr dann auf die Blockiererin zu, die nicht zur Seite ging. Er habe einen Termin, sagte der Mann. Eine Sprecherin der Berliner Polizei sagte gegenüber t-online, dass wegen des Vorfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Welche Straftatbestände durch den Autofahrer begangen worden sein könnten, werde jetzt geprüft.

Am Dienstagmorgen ab etwa 8.00 Uhr blockierten Demonstranten wie schon am Montag nach und nach etwa zehn Ausfahrten der Berliner Stadtautobahn im Westen und Süden der Stadt und forderten Maßnahmen gegen den Klimawandel. Laut Polizei waren es jeweils etwa sieben bis zehn Menschen, die sich auf die Straße setzten.

75 "Letzte Generation"-Aktivisten am Montag festgenommen

Teilweise klebten sich die Demonstranten auf der Straße fest, dementsprechend dauerten die Blockaden länger. Gegen 10.00 Uhr waren noch nicht alle Ausfahrten wieder frei. Die Polizei leitete Fahrzeuge über den Gehweg. Auf der Autobahn kam es im Berufsverkehr zu Staus. 180 Polizisten waren im Einsatz.

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Die Polizei meldete am Dienstag, dass bei den Blockaden am Montag 75 Demonstranten vorläufig festgenommen worden seien. Das betraf 51 Männer und 24 Frauen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. 21 Demonstranten hätten sich auf den Straßen festgeklebt. 28 Strafverfahren seien eingeleitet worden, vor allem wegen Nötigung und Widerstands gegen die Polizei, außerdem elf Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Blockierer seien alle wieder entlassen worden.

Berliner Berufsverkehr gestört

Die Verkehrsinformationszentrale der Hauptstadt berichtete auf Twitter, dass es unter anderem an den Ausfahrten am Tempelhofer Damm der A100, der Ausfahrt Saarstraße an der A103 in Richtung Steglitz und der Ausfahrt Heckerdamm an der A111 stadteinwärts zu Blockaden komme.

Begonnen hatte die Reihe von Blockaden demnach an der Ausfahrt Messedamm-Süd an der A100 in Fahrtrichtung Neukölln – dort hatte sich am frühen Morgen bereits ein längerer Stau gebildet. Autofahrer mussten dort rund 20 Minuten warten. Auf einem Foto, das die Aktivisten am Morgen veröffentlichten, ist zu sehen, wie einer der Aktivisten mit einem Berliner Autofahrer offenbar in Streit gerät.

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"Letzte Generation" hat Blockaden wieder aufgenommen

Hinter den Aktionen steckt die Gruppe "Letzte Generation", die seit Anfang des Jahres vor allem in Berlin immer wieder mit Störaktionen und Straßenblockaden für Aufsehen sorgt. Zwischenzeitlich hatten die Aktivisten die umstrittenen Blockaden der Autobahnen aufgegeben – seit dieser Woche blockieren sie aber auch wieder den Berliner Stadtverkehr.

Die Gruppe hat nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen deutschen Städten den Verkehr blockiert. In einem offenen Brief an die Bundesregierung hatte sie gefordert, dass sofort mehr gegen den Klimawandel getan werde. Um das durchzusetzen, brauche es eine öffentliche Störung durch die Unterbrechung des Alltags.

Im Januar und Februar hatte die Initiative in Berlin laut der Polizei 45 Mal Autobahnabfahrten mit sitzenden und angeklebten Demonstranten blockiert. Danach folgten Blockaden an Flughäfen und am Hamburger Hafen. Im März wurden die Aktionen unterbrochen, später wieder aufgenommen. Das führte in Berlin zu mehr als 270 Strafanzeigen und rund 120 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Inzwischen gibt es bei der Polizei eine mittlere dreistellige Zahl an Ermittlungsverfahren, meist wegen Nötigung und Widerstandes gegen Polizisten.

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Ein Kommentar von Antje Hildebrandt, Berlin
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