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Berlin: Leichenvilla, Pathologie und Co. – Lost Places in der Hauptstadt

Leichenvilla, Spreepark und Co.  

Lost Places in Berlin – kennen Sie diese verlassenen Orte?

07.10.2021, 09:22 Uhr
Berlin: Leichenvilla, Pathologie und Co. – Lost Places in der Hauptstadt. Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschützte Gebäude ist mittlerweile einsturzgefährdet. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter/Archivbild)

Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschützte Gebäude ist mittlerweile einsturzgefährdet. (Quelle: Jürgen Ritter/Archivbild/imago images)

Schaurig schön: In Berlin gibt es zahlreiche düstere Orte, die einem den Atem rauben. t-online zeigt Ihnen die interessantesten Lost Places in der Hauptstadt.

Einer der ungemütlichsten Monate des Jahres ist angebrochen: der Oktober. Es wird früh dunkel, die Tage sind verregnet, auf den Straßen liegt Nebel und Bäume schwanken im Wind. Die beste Jahreszeit, um sich zu gruseln – nicht nur vor dem Fernseher, sondern auch mitten in Berlin. An Lost Places.

Sie sind verlassen, in Vergessenheit geraten und düster: die sogenannten "verlorenen Orte". In Berlin gibt es einige von ihnen. Und wir stellen Ihnen die mystischsten Lost Places vor.

1. Kinderkrankenhaus in Berlin-Weißensee

Am 8. Juli 1911 wurde das Kinderkrankenhaus in Weißensee eröffnet. Rund 100 Betten hatte das Krankenhaus für Säuglinge und Kleinkinder bis zu zwei Jahren. Im Jahr 1997 wurde es dann geschlossen. Heute ist das Gebäude direkt an der Hansastraße kaum noch sichtbar. Bäume und Büsche versperren den Blick auf das ehemalige Krankenhaus.

Das Gebäude wurde sich selbst überlassen und verfällt stetig. Das Betreten ist zwar verboten, doch immer wieder muss die Feuerwehr wegen Bränden anrücken und die Wände sind voller Graffiti.

Das Kinderkrankenhaus in Weißensee: Seit 1997 steht das Gebäude leer und verfällt nach und nach. (Quelle: imago images/Thomas Lebie/Archivbild)Das Kinderkrankenhaus in Weißensee: Seit 1997 steht das Gebäude leer und verfällt nach und nach. (Quelle: Thomas Lebie/Archivbild/imago images)

2. Ehemaliges Regierungskrankenhaus der DDR

Nicht nur jetzt, wo das Regierungskrankenhaus der DDR in Berlin-Buch zum Lost Place geworden ist, sondern schon zu DDR-Zeiten war das Betreten verboten. Nur die höchste Führungsebene wurde dort behandelt. Nach der Wende wurde es zunächst als Privatkrankenhaus weitergeführt, doch 2007 geschlossen. 

Das Gebäude ist weitestgehend von Graffiti und Vandalismus verschont geblieben, was dazu führt, dass das schaurige Überbleibsel der DDR auch zum Drehort der Horrorserie "Hausen" wurde.

Ehemaliges Klinikareal in Berlin-Buch: Hier befand sich unter anderem das Regierungskrankenhaus der DDR. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter/Archivbild)Ehemaliges Klinikareal in Berlin-Buch: Hier befand sich unter anderem das Regierungskrankenhaus der DDR. (Quelle: Jürgen Ritter/Archivbild/imago images)

3. Naturpark Südgelände in Schöneberg

Der Naturpark Südgelände befindet sich auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof. Auf dem alten Gelände ist heute zum Teil ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet entstanden. Bei gutem Wetter ist das Areal also nicht so verlassen wie andere Lost Places.

Trotzdem hat der Naturpark vieles zu bieten. Auf den alten Gleisen wuchern Pflanzen, zwischen den Bäumen sprießt ein 50 Meter hoher leerstehender Wasserturm und inmitten der Anlage steht eine ausrangierte Dampflok. 

4. Ehemalige Irakische Botschaft

Die Irakische Botschaft der DDR befand sich von 1974 bis 1991 in der Tschaikowskistraße in Niederschönhausen (Pankow). 1980 kam der Verdacht auf, dass die Botschaft als Rückzugsort für Terroristen diente. Es soll sich auch ein Sprengstofflager für potenzielle Anschläge in dem Gebäude befunden haben.

Ab 1991 wurde das Gebäude sich selbst überlassen und ist seitdem Ziel von Vandalismus geworden. Akten und Mobiliar wurden geklaut, Graffiti ist überall an den Wänden. Eigentlich sollte dort ein Kulturzentrum entstehen, doch die Republik Irak hat ein unbefristetes Nutzungsrecht.

Ehemalige Botschaft des Irak in der Tschaikowskistraße in Pankow: Es bestand der Verdacht, dass die Botschaft ein Herd des Terrors war. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter/Archivbild)Ehemalige Botschaft des Irak in der Tschaikowskistraße in Pankow: Es bestand der Verdacht, dass die Botschaft ein Herd des Terrors war. (Quelle: Jürgen Ritter/Archivbild/imago images)

5. Institut für Anatomie der FU in Dahlem

Alte Hörsäle, Seziertische und ehemalige Kühlräume der Pathologie sorgen im verlassenen Institut für Anatomie der Freien Universität für echte Horrorfilm-Stimmung. 1929 wurde das Gebäude eröffnet und 1949 das Institut für Anatomie dort errichtet. Seit die medizinischen Fakultäten 2003 in Berlin-Mitte zusammengelegt wurden, steht das Gebäude allerdings leer.

Mittlerweile hat der Discounter Aldi das Grundstück gekauft, um Wohnungen und Studentenappartements zu errichten. Der Abriss beginnt in Kürze.

Ehemaliges Institut für Anatomie der Freien Universität: Darin befinden sich alte Hörsäle und Seziertische. (Quelle: imago images/Schöning/Archivbild)Ehemaliges Institut für Anatomie der Freien Universität: Darin befinden sich alte Hörsäle und Seziertische. (Quelle: Schöning/Archivbild/imago images)

6. Futtermittelwerk in Rüdersdorf

In Rüdersdorf bei Berlin liegt eine große Landschaft aus Ruinen. Das ehemalige Futtermittelwerk der VEB Chemiewerk Coswig. Inmitten liegen zum Teil gesprengte Betonbauten, alte Eisenbahnwaggons wurden mit Graffiti besprüht. 

Seit 1900 wurde hier gearbeitet. Weil die Produktion von Futterphosphat so erfolgreich war, wurde das Gelände in den 1960ern sogar erweitert. Doch nach der Wende war Schluss damit, 1999 wurde das Werk endgültig geschlossen. Ab und an dient die Riesen-Industrieanlage noch als Drehort des Filmstudios Babelsberg.

Ehemaliges Werk in Rüdersdorf: Hier wurden unter anderem Futtermittel hergestellt. (Quelle: imago images/Hohlfeld/Archivbild)Ehemaliges Werk in Rüdersdorf: Hier wurden unter anderem Futtermittel hergestellt. (Quelle: Hohlfeld/Archivbild/imago images)

7. Spreepark Berlin

Der bekannteste Lost Place in Berlin ist wohl der Spreepark in Plänterwald, ein verlassener Freizeitpark aus der DDR. Das große Riesenrad ist schon von Weitem zu erkennen, die Gondeln schaukeln weiterhin im Wind. Inmitten des Parks steht ebenfalls noch der sogenannte Spreeblitz, die Hauptattraktion des Spreeparks. Der Spreeblitz ist eine Achterbahn mit einem besonders hervorstechenden und schaurigen Tunneleingang.

Mittlerweile wird der Spreepark saniert. 2022 soll bereits ein Teil des ehemaligen Freizeitparks wiedereröffnet worden. Bis 2024 sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Bootshaus der Wasserbahn im Spreepark Berlin: Der ehemalige Freizeitpark soll wiedereröffnet werden. (Quelle: imago images/Shotshop/Archivbild)Bootshaus der Wasserbahn im Spreepark Berlin: Der ehemalige Freizeitpark soll wiedereröffnet werden. (Quelle: Shotshop/Archivbild/imago images)

8. Villa vor Schönholz in Pankow

Zu einem eher unbekannten Lost Place gehört die Villa vor Schönholz. Die Gründerzeitvilla bekam zu DDR-Zeiten ihren Ruf als Leichenvilla. Als der Todesstreifen ausgeweitet wurde, wurde der angrenzende Friedhof durch die Mauer geteilt. Leichnamen aus bis zu drei Jahre alten Gräbern mussten deshalb exhumiert werden.

Die Gebeine der Toten sollen dann vorübergehend im Keller der Villa aufbewahrt worden sein – bis Anwohner sich über den Gestank beschwerten. Die Leichen verschwanden in einer Nacht- und Nebelaktion, unklar ist jedoch wohin.

1999 kaufte Sambia das Gebäude und wollte eine Botschaft einrichten. Es wurde umfassend saniert, doch steht bis heute leer.

Botschaftsvilla von Sambia in Berlin-Pankow: Das Gebäude wurde saniert und stand seitdem leer. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter/Archivbild)Botschaftsvilla von Sambia in Berlin-Pankow: Das Gebäude wurde saniert und stand seitdem leer. (Quelle: Jürgen Ritter/Archivbild/imago images)

9.  Flugplatz Werneuchen

Wie viele Flughäfen rund um Berlin hat auch der Flugplatz Werneuchen eine besondere Geschichte. Ab 1935 wurde er als Übungsplatz der Luftwaffe genutzt und 1937 von der Wehrmacht offiziell eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte das sowjetische Militär den Flugplatz. Dort waren Kampfflugzeuge und Fernbomber stationiert.

Heute ist Werneuchen noch ein Sonderflugplatz. Doch nach illegalen Autorennen auf der Lande- bzw. Startbahn wurde die Piste mit einem Erdwall unterbrochen. Es kam infolgedessen kam es zu einem Unfall, bei dem das Fahrwerk eines Flugzeuges abgerissen ist. Eine Person wurde verletzt.

Auf dem Gelände befinden sich noch alte Hangars, ein Hochbunker, ein ehemaliges Casino und weitere Gebäude.

Flugplatz Werneuchen bei Berlin: Früher nutzte das Militär das Gelände. (Quelle: Wikimedia Commons/Stephan117)Flugplatz Werneuchen bei Berlin: Früher nutzte das Militär das Gelände. (Quelle: Wikimedia Commons/Stephan117)

10. Lokschuppen Pankow-Heinersdorf

Der ehemalige Rundlokschuppen in Pankow-Heinersdorf ist ein besonders verfallener Lost Place. Der Rundbau wurde 1893 errichtet und für 24 Lokomotiven ausgelegt. Mittlerweile ist das alte Backsteingebäude, das seit 1999 leer steht, einsturzgefährdet. Das Kuppeldach ist kaputt und es regnet rein.

Das denkmalgeschützte Gebäude sollte eigentlich für ein neues Stadtquartier mit Wohnungen und einer Schule weichen, doch das verhinderte ein Gericht und ordnete Sanierungsmaßnahmen an. Doch der Lokschuppen verfällt nach und nach.

Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschützte Gebäude ist mittlerweile einsturzgefährdet. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter/Archivbild)Ehemaliger Lokschuppen am S-Bahnhof Berlin-Pankow: Das denkmalgeschützte Gebäude ist mittlerweile einsturzgefährdet. (Quelle: Jürgen Ritter/Archivbild/imago images)

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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