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Drogen-Ring in Berlin ausgehoben: Polizist verhaftet

Dutzende Objekte durchsucht  

Kokainschmuggler-Ring zerschlagen – Polizist verhaftet

01.12.2021, 16:27 Uhr | AFP

Drogen-Ring in Berlin ausgehoben: Polizist verhaftet. Einsatzkräfte bei einer Razzia in Berlin (Archivbild): Dem BKA ist offenbar ein Schlag gegen eine internationale Drogen-Bande gelungen. (Quelle: imago images/Olaf Wagner)

Einsatzkräfte bei einer Razzia in Berlin (Archivbild): Dem BKA ist offenbar ein Schlag gegen eine internationale Drogen-Bande gelungen. (Quelle: Olaf Wagner/imago images)

Dem BKA ist es offenbar gelungen, eine internationale Bande von Drogenschmugglern zu stoppen. Es wurden Haftbefehle gegen mehrere Personen vollstreckt. Darunter auch ein Polizist.

Am Dienstag ist das Bundeskriminalamt (BKA) mit einer Razzia gegen eine des Kokainschmuggels von Südamerika nach Deutschland verdächtigte Bande vorgegangen. Im Zuge der Ermittlungen gegen diese ergaben sich auch Verdachtsmomente gegen drei Berliner Amtsträgerinnen und Amtsträger, weshalb auch bei diesen am Dienstag Durchsuchungen stattfanden. Dabei wurden diverse Beweismittel wie Mobiltelefone und andere Datenträger beschlagnahmt.

Von den drei Beschuldigten ist einer den Angaben zufolge Beamter der Berliner Polizei. Die anderen beiden sind bei einem Bezirksamt beschäftigt. Die Tatverdächtigen sollen gegen Entgelt Abfragen in den Informationssystemen vorgenommen beziehungsweise gefälschte Dokumente erstellt haben. Gegen zwei der Beschuldigten, darunter der Polizeibeamte, wurden Haftbefehle erlassen. Sie wurden bei den Durchsuchungen angetroffen und verhaftet.

Im Zuge der Ermittlungen ergaben sich nach Polizeiangaben weitere Verdachtsmomente, die nicht im Zusammenhang mit dem Hauptermittlungskomplex wegen Bestechlichkeit und Falschbeurkundung stehen. Diese betreffen fünf weitere Polizeibeschäftigte wegen Strafvereitelung und Urkundenfälschung. Gegen sie wurden Verfahren eingeleitet. Drei der fünf Verdächtigen sollen versucht haben, den Verdacht der Bestechlichkeit und der Falschbeurkundung gegen ihren Kollegen zu "vertuschen".

Berlin: "Hochprofessionell agierende und weitverzweigte Täterstruktur"

Die Razzia richtete sich vor allem gegen mehrere "Logistiker" des Kokainverkehrs zwischen Lateinamerika und Europa sowie gegen zwei mutmaßliche kolumbianische Lieferanten. Neben den überwiegend deutschen Tatverdächtigen sollen türkische, griechische, irakische, georgische, ukrainische, lettische und kolumbianische Staatsangehörige beteiligt gewesen sein, wie die Ermittler erklärten. Diese beschlagnahmten gut 14 Millionen Euro.

Bei der Razzia mit mehr als 220 Polizeibeamten am Dienstag seien mehr als 40 Objekte im In- und Ausland durchsucht worden. In die Ermittlungen eingeflossen seien unter anderem Erkenntnisse von Ermittlern in Frankreich, den Niederlanden, Lettland und Spanien sowie mehr als 120 gerichtlich angeordnete verdeckte Ermittlungsmaßnahmen.

Günter Sohnrey, Oberstaatsanwalt, gibt im Kriminalgericht Moabit ein Pressestatement zu einem Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel. Es hat 14 Verhaftungen gegeben.  (Quelle: dpa/Christoph Soeder)Günter Sohnrey, Oberstaatsanwalt, gibt im Kriminalgericht Moabit ein Pressestatement zu einem Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel. Es hat 14 Verhaftungen gegeben. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Mutmaßliche Bande bekam Corona-Subventionen

Auslöser der Ermittlungen war die Sicherstellung von 690 Kilogramm Kokain im Jahr 2018 in einem Container im Hafen von Santos in Brasilien, der für eine Firma in Berlin bestimmt war. Die anschließenden Ermittlungen hätten eine hochprofessionell agierende und weitverzweigte Täterstruktur aufgedeckt, die sich mindestens seit dem Jahr 2011 zusammengeschlossen habe, um über in Deutschland installierte Scheinfirmen Kokain nach Deutschland zu schmuggeln. Dabei sollen die Beschuldigten die komplette für den Rauschgifttransport benötigte Logistik bereitgestellt haben.

Mithilfe von falschen Personalien sollen die Tatverdächtigen die Entdeckung ihrer wahren Identitäten nahezu unmöglich gemacht haben. Nach der Beschlagnahme des Drogenfunds in Brasilien sei die Gruppe zunächst abgetaucht. Weitere Ermittlungen hätten dann den Verdacht ergeben, dass sie neue Transportwege über Kolumbien, Panama und Mexiko aufbaute, um neue Routen für illegale Kokaintransporte zu etablieren.

Die Verdächtigen sollen ein Geflecht von Scheinfirmen betrieben haben. Die Scheinfirmen sollen sie auch genutzt haben, um betrügerisch an Corona-Subventionen zu kommen. Mit Hilfe eines ehemaligen Stasi-Offiziers und der Berliner Niederlassung eines Versicherungskonzerns sollen über Jahre die illegal erlangten Gelder gewaschen worden sein.

Den Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, an insgesamt neun Kokainlieferungen mit einem Umfang von knapp fünf Tonnen Kokain beteiligt gewesen zu sein. Außerdem seien die Kokainabnehmer in Berlin identifiziert worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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