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Dresden: Brandstiftung in ehemaligem KZ-Außenlager – Staatsschutz ermittelt


Außenlager für KZ-Häftlinge
Großbrand in Industriebrache: Polizei geht von Brandstiftung aus

Von t-online, mgr

Aktualisiert am 21.02.2024Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:240218-99-33131Vergrößern des BildesDie Löscharbeiten waren anspruchsvoll: Das Gebäude war einsturzgefährdet und konnte nicht betreten werden. (Quelle: Feuerwehr Dresden/dpa)
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Der Brand ist brisant: Zu NS-Zeiten diente die Halle als Zwangsarbeiterlager. Der Staatsschutz ermittelt – die Feuerwehr musste ein zweites Mal zur Brandruine ausrücken.

Die Kriminalpolizei geht nach dem Großbrand am Sonntag in der Industriebrache in Großzschachwitz von Brandstiftung aus. Offenbar wurde in der Halle diverser Unrat angezündet, teilten die Brandursachenermittler am Montagnachmittag mit.

Die Ermittlungen sind besonders brisant: Keine zwölf Stunden, bevor das Feuer ausbrach, hatte das Dresdner Wahlplattform "Dissidenten" gefordert, die Halle als Gedenkort zu erhalten und würdiger zu gestalten als bisher. Der Staatsschutz wurde in die Ermittlungen miteinbezogen. Ob die Historie im Zusammenhang mit dem Brand steht, sei unklar, sagte Polizeisprecher Marko Laske.

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Bei dem Gelände handelt es sich um ein ehemaliges Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. "Es ist schon merkwürdig, dass nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung unserer Forderung die Halle abbrennt", sagte Tina Petzold vom Wählerbündnis dem MDR.

"Als Stadt Dresden führt es uns einmal mehr vor Augen, dass nationalsozialistische Verbrechen im ganzen Stadtgebiet stattfanden", teilte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnes Scharnetzky am Dienstag mit. "Allein das KZ Flossenbürg hatte in Dresden acht Außenlager. Diese Tatsache ist noch viel zu wenig im Bewusstsein der städtischen Erinnerungskultur und der Stadtgesellschaft."

Dresden-Großzschachwitz: Wurde das Feuer vollständig gelöscht?

Während die Brandursachenermittler ihre Arbeit abschließen konnten, sind die Feuerwehrkräfte wieder vor Ort. Denn am frühen Montagmorgen stieg erneut Rauch über der Brandruine auf. Wegen der Bauweise des Daches sei es schwierig, an alle Brandherde zu gelangen, sagte ein Feuerwehrsprecher t-online. Da das Gebäude einsturzgefährdet gewesen sei konnte es nicht betreten werden. Laut Feuerwehr musste das Löschwasser über mehrere Hundert Meter Schlauchleitung von zwei Hydranten herangeführt werden.

Nach Angaben der Gedenkstätte Flossenbürg wurde das Außenlager Zschachwitz von Oktober 1944 bis April 1945 betrieben. Knapp 1.000 Gefangene mussten damals für die Mühlenbau und Industrie AG (MIAG) arbeiten und unter anderem Sturmgeschütze herstellen. Mindestens 80 von ihnen seien gestorben. Die Gedenkstätte sei am Montag über das Feuer informiert worden, sagte Sprecher Julius Scharnetzky. Das ehemalige Außenlager sei allerdings nicht Teil der Gedenkstätte.

Verwendete Quellen
  • medienservice.sachsen.de: Mitteilung der Polizei Dresden vom 19. Februar 2024
  • presseportal.de: Mitteilung der Feuerwehr Dresden vom 19. Februar 2024
  • x.com: @DissidentInnen_Dresden
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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