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Fast fünf Jahre Haft für Duisburger Islamisten

Von dpa
07.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Justitia
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. (Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Ein 27-jähriger Islamist aus Duisburg ist zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den Mann am Freitag wegen Terrorfinanzierung und dem Versuch der Beteiligung an schweren Verbrechen schuldig, in dem er sich bereit erklärt habe, Terroranschläge zu begehen.

"Sie haben 15 konkrete Anschlagsziele in Israel benannt und die Kosten genau kalkuliert", betonte die Vorsitzende Richterin. "Sie haben den Tod von zahlreichen Menschen geplant und dabei Mordmerkmale wie Heimtücke erfüllt."

Der Auslieferungsfahrer hatte gestanden, im Mai 2021 den Treueeid auf die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) geleistet und diese mit 250 Euro finanziell unterstützt zu haben. Zudem gestand er, dass er zwischen April und Mai 2021 über den Telegram-Messengerdienst einem vermeintlichen Kontaktmann des IS zahlreiche Ideen zu Terroranschlägen an belebten Plätzen in Israel präsentiert habe, darunter Sprengstoff- und Gewehranschläge an dem Busstationen, Einkaufszentren und auf den Flughafen Ben Gurion.

Die Kosten für ein 15-köpfiges Terrorkommando habe er auf 40.000 Euro kalkuliert. Bei dem vermeintlichen Kontaktmann dürfte es sich aber um einen verdeckten Ermittler der US-Bundespolizei FBI gehandelt haben.

"Ich bereue das und möchte mich bei allen betroffenen Staaten wie den USA, der Türkei, Israel und Deutschland entschuldigen", sagte der 27 Jahre alte Deutsche am Freitag. An die Realisierung seiner Terrorpläne habe er allerdings selbst kaum geglaubt.

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Schließlich hätten ihm doch die USA schon 2016 die Einreise verweigert. Damals habe er sich ein Flugticket besorgt, um in New York am neuen World Trade Center mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren.

Bereits im Alter von 13 Jahren hatte er sich mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center beschäftigt und sich schon wenig später radikalisiert. Als Motiv hatte der inzwischen 27-Jährige gesagt, dass er sich wegen seiner Herkunft in Deutschland ausgegrenzt gefühlt habe. Seine Eltern stammen aus Kasachstan.

Der 27-Jährige, der noch bei seinen Eltern wohnte, war nach einem Hinweis von US-Behörden am 27. Mai vergangenen Jahres festgenommen worden. Bis zu seiner Festnahme war er bei einem großen US-Versandhändler als Auslieferungsfahrer beschäftigt. Der Verteidiger hatte betont, dass sein geständiger Mandant seit Monaten an einem Aussteigerprogramm teilnehme. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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