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Muslimischer Patient eingeäschert: Klinik bedauert Vorfall

Von dpa
Aktualisiert am 21.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Hinweis an einem Krankenhaus (Symbolbild): Aus der Politik kommt der Ruf nach Aufklärung.
Hinweis an einem Krankenhaus (Symbolbild): Aus der Politik kommt der Ruf nach Aufklärung. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)
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Laut marokkanischem Generalkonsulat handelt es sich um einen "eklatanten Regelverstoß". Die Klinik erklärte, man habe nicht gewusst, dass der Mann Muslim war.

Ein Frankfurter Krankenhaus hat am Freitag die Einäscherung eines verstorbenen muslimischen Patienten, welche den Bestattungsvorschriften des Islam widerspricht, bedauert. "In unserem Haus ist der Umgang mit Verstorbenen unterschiedlicher Religionen klar geregelt", hieß es in einer Stellungnahme des St. Katharinen-Krankenhauses.

Zuvor hatte der SWR berichtet, ein Marokkaner sei ohne Verständigung seiner Angehörigen eingeäschert worden. Das marokkanische Generalkonsulat sehe darin einen "eklatanten Regelverstoß".

Frankfurter Klinik: Hatten keine Informationen zur Glaubensrichtung

Im Falle eines muslimischen Verstorbenen w√ľrden islamische Seelsorger informiert, sofern keine Angeh√∂rigen ermittelt werden k√∂nnten, betonte die Frankfurter Klinik. "Voraussetzung ist aber, dass der Patient entsprechende Angaben macht", hie√ü es weiter. Allerdings h√§tten in dem konkreten Fall keine Informationen zur Glaubensrichtung oder Nationalit√§t des Verstorbenen vorgelegen, "noch war es m√∂glich, Angeh√∂rige zu ermitteln."

Der 45 Jahre alte Patient sei ohne Papiere am 20. Dezember durch den Rettungsdienst eingeliefert worden, berichtete die Klinik. Er habe keine Angaben zur Nationalit√§t, Konfession oder Angeh√∂rigen gemacht und ausdr√ľcklich darauf hingewiesen, dass seine Eltern nicht von dem Krankenhausaufenthalt erfahren sollten.

Versuche, Angehörige zu finden, schlugen fehl

Der lebensbedrohlich erkrankte Mann habe eine dringend erforderliche Notfall-OP gegen √§rztlichen Rat abgelehnt und sei am selben Tag entlassen worden, hie√ü es. Unmittelbar vor der Klinik sei der Mann zusammengebrochen und sofort wieder station√§r aufgenommen worden, am folgenden Tag aber verstorben. Versuche, √ľber die zuletzt bekannte Adresse des Mannes und √ľber das Ordnungsamt Angeh√∂rige ausfindig zu machen, seien gescheitert.

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In solchen F√§llen muss nach Angaben der Klinik das Krankenhaus die Bestattung innerhalb von 96 Stunden vornehmen lassen. "In der Regel wird f√ľr Verstorbene, zu denen keinerlei Informationen √ľber Nationalit√§t, religi√∂ses Bekenntnis oder Angeh√∂rige vorliegen, die Feuerbestattung gew√§hlt, da diese Kosten sp√§ter auch von staatlichen Stellen √ľbernommen werden. Ausdr√ľcklich in Auftrag gegeben haben wir diese aber nicht", hie√ü es in der Erkl√§rung des Krankenhauses.

Kritik aus der Politik

Der integrationspolitische Sprecher der SPD im hessischen Landtag, Turgut Y√ľksel, kritisierte den Vorfall. "Es ist nicht akzeptabel, ohne Nachfrage, Nachforschung und Erlaubnis der Familienangeh√∂rigen die Ein√§scherung eines Toten anzuordnen", betonte er am Freitag.

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Der Fall m√ľsse l√ľckenlos aufgekl√§rt werden, um in Zukunft weitere Vergehen gegen die Totenf√ľrsorge zu verhindern. "Es ist ein wichtiges Zeichen f√ľr das gemeinsame Zusammenleben, den zahlreichen Angeh√∂rigen muslimischer Minderheiten in Frankfurt zu zeigen, dass ihre Rechte bei der Totenf√ľrsorge in Zukunft umfassend und √ľberall geachtet werden", sagte Y√ľksel.

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Von Roxana Frey
Ein Kommentar von Stefan Simon

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