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Wand in Hagener wird bunt gestaltet – und soll Grenzen überwinden

Kunstprojekt soll Grenzen überwinden  

Wand in Hagener Viertel wird bunt gestaltet

Von Jan Eckhoff

13.08.2019, 16:55 Uhr
Wand in Hagener wird bunt gestaltet – und soll Grenzen überwinden. Initiator Stephan Peddinghaus (Grüner Stern Wehringhausen), die Künstlerin Jessica Glomb und der Kurator Dietmar Schneider (Kooperative K) an der Mauer in Wehringhausen, die bald in vielen Farben erstrahlen soll. (Quelle: Jan Eckhoff)

Initiator Stephan Peddinghaus (Grüner Stern Wehringhausen), die Künstlerin Jessica Glomb und der Kurator Dietmar Schneider (Kooperative K) an der Mauer in Wehringhausen, die bald in vielen Farben erstrahlen soll. (Quelle: Jan Eckhoff)

"No Borders – keine Grenzen" lautet der Titel eines Kunstprojektes, das heute im unteren und oft als abgehängt verschrienen Bereich des Stadtteils Wehringhausen in Hagen gestartet ist. 

Das lange Bollwerk ein Stück südlich des Wehringhauser S-Bahn-Haltepunktes am ehemaligen Schlachthofgelände in Hagen war bislang alles andere als ein Blickfang: Grau, trist und sichtlich von der Zeit gezeichnet, trug es seinen Teil dazu bei, dass dieser Bereich in der Stadt eher gemieden oder nur schnell mit dem Auto durchfahren wurde.

Bis zum Ende der Sommerferien soll die 40 Meter lange und rund drei Meter hohe Mauer im Kreuzungsbereich Minerva- und Gutenbergstraße jetzt aber von Tag zu Tag etwas bunter werden. Zu verdanken ist das vor allem der Geduld und Hartnäckigkeit von Stephan Peddinghaus vom Grünen Stern Wehringhausen, der Abteilung für Umweltprojekte des Sportvereins Roter Stern.

"Bereits vor vier Jahren war die Gestaltung der Mauer an der Minervastraße eines von verschiedenen Kunstprojekten, die wir geplant haben", so Peddinghaus. Doch es hat schließlich noch drei Jahre gedauert, bis deren Eigentümer überhaupt ermittelt werden konnten.

Und auch jetzt gab es Probleme: "Bevor wir beginnen konnten, mussten wir erstmal den Müll von vielen Monaten entlang der Mauer entfernen", erzählt Kurator Dietmar Schneider. Außerdem hat das Hagener Ordnungsamt auch die Auflage erteilt, dass der an vielen Stellen aufgeplatzte und von Unkraut bewachsene Gehweg keinesfalls mit Farbe verunreinigt werden darf.

Zufällige Gestaltung

Trotzdem brennt Schneider, der das Projekt für die Hagener Künstlergruppe Kooperative K gemeinsam mit dem Grünen Stern durchführt, für das Projekt: "Vor einem halben Jahr hat uns Stephan angesprochen und wir haben eine Idee entwickelt", berichtet er. Die Wand wurde in verschiedene Flächen aufgeteilt. Ein Teil dieser Flächen wird dabei von Kindern und Jugendlichen, aber auch allen ansonsten Interessierten, nach einem zufälligen System gestaltet: Ein Team aus jeweils zwei Personen zieht aus einem Stapel eine Karte mit einer von zehn möglichen Farben.

Künstler Erik Schou zeigt die Karten, die von den Teilnehmenden zufällig gezogen werden. Mit der dort notierten Farbe wird dann eines von 151 Farbfeldern an der Mauer gestaltet.  (Quelle: Jan Eckhoff)Künstler Erik Schou zeigt die Karten, die von den Teilnehmenden zufällig gezogen werden. Mit der dort notierten Farbe wird dann eines von 151 Farbfeldern an der Mauer gestaltet. (Quelle: Jan Eckhoff)

Mit dieser Farbe wird dann eines von 151 markierten Feldern auf der Mauer bemalt. Die Position der einzelnen Farbfelder und insbesondere deren Vermischung an den Rändern ist so kaum planbar – die Grenzen verschwinden. Ganz zum Schluss sollen die Namen aller Teilnehmenden wie ein langes, fließendes Band das Werk krönen.

Internationale Gäste

Zwischen den Bereichen, die alle Interessierten ab sofort und bis zum Projektende am Dienstag, 27. August, täglich von 12.30 bis 16.30 Uhr mitgestalten können, wird es aber jeweils auch Flächen geben, die von professionellen internationalen Künstlerinnen und Künstlern gestaltet werden. Neben den derzeit in der Region ansässigen Jessica Glomb, Martin Völlmecke, Serena Landriel, Aziz El Khiar oder Kathrin Harloff-Weidner nehmen auch die international tätigen Lola Lecoutour und Erik Schou an dem Projekt teil.

Kurator Dietmar Schneider ist froh, dass die beiden Letztgenannten zugesagt haben: "Sie wohnen bei uns in der Kooperative K. Das ist nicht sehr komfortabel, aber hält die Kosten des Projektes gering."


Sämtliche finanzielle Mittel für das Projekt stammen aus dem Fördertopf "Soziale Stadt", mit dem die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Stadt Hagen große städtebauliche Maßnahmen in Wehringhausen mit mehreren Millionen Euro fördern und der negativen Entwicklung des Viertels entgegen steuern möchten. Aus dem Topf stehen jährlich auch rund 30.000 Euro für Projekte von Vereinen, Initiativen oder Privatpersonen im Viertel zur Verfügung steht.

Tanz zum Abschluss

Zu Halbzeit des Projektes wird Künstler Erik Schou am Donnerstag, 22. August, abends im Repair-Café ein Konzert auf dem Synthesizer geben. Der Abschuss der Kunstaktion wird schließlich am Dienstag, 27. August, von 16.30 bis 19.30 Uhr im Bereich Minervastraße 8a bis 12, also unmittelbar an der dann fertig gestalteten Mauer, gefeiert. Teil des Programms ist dann auch eine Tanzperformance mit Serena Landriel. Die gebürtige Argentinierin wirkt nicht nur an der Gestaltung der Mauer mit, sondern ist insbesondere Teil des Ballettensembles am Theater Hagen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen vor Ort
  • Gespräch mit Dietmar Schneider
  • Gespräch mit Stephan Peddinghaus
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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