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Hamburg-Bergedorf: Nutrias werden zur Gefahr für Kinder und Haustiere


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Nutrias werden zur Gefahr für Kinder und Haustiere

Von t-online, mkr

Aktualisiert am 23.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein Nutria am Ufer des Rheinauensees in Bonn (Symbolbild): In Hamburg breiten sich die Nagetiere rasend schnell aus.
Ein Nutria am Ufer des Rheinauensees in Bonn (Symbolbild): In Hamburg breiten sich die Nagetiere rasend schnell aus. (Quelle: Marc John/imago images)
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Nutrias breiten sich in Deutschland aus. Auch in Hamburg kommen die Nagetiere immer häufiger vor – und werden nun vor allem in einem Bezirk zum Problem.

In Hamburg hat sich die Population der Nutrias im Vergleich zum Jahr 2015 um 77 Prozent erhöht. Das geht aus neuen Zahlen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) zu der Biberratte hervor. Besonders der Bezirk Bergedorf ist offenbar betroffen. In einer Anfrage der FDP-Fraktion, die in einer Sitzung des Umweltausschusses besprochen wurde, ist von einer "ungehemmten Vermehrung" und einer regelrechten "Plage" die Rede.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Ausbreitung der Nutrias zunächst vorwiegend an der Elbe und den Nebenarmen beobachtet worden sei, verlaufe die Ausbreitung der Nutrias nun besonders rasant in den Gebieten Neuallermöhe, am Brookdeich und an der Oberen Bille, heißt es darin.

Nutrias kommen seit den 1990er Jahren in Hamburg vor

"Es handelt sich um eine invasive Art, die die heimische Flora und Fauna erheblich bedroht und zu einer massiven Gefahr für Deiche und Gewässerkanten und -böschungen werden kann. Ferner können die Tiere recht angriffslustig werden und eine Gefahr für Kinder, Katzen und Hunde darstellen", mahnt die FDP vor den Nagetieren, die ursprünglich aus Südamerika stammen und gerne mit dem heimischen Biber oder der Bisamratte verwechselt werden.

"Bei uns vorkommende Nutrias sind die Nachkommen entlaufener Tiere aus Pelztierfarmen", heißt es auf einer Informationsseite der Umweltbehörde. Sie kommen demnach in Hamburg seit Mitte der 1990er Jahre vor. Das Problem: "Die Nutrias vermehren sich exponentiell mit jährlich rund drei Würfen pro Pärchen", erklärt die FDP. Das bedeute acht bis zehn Jungtiere pro Wurf.

Umweltbehörde sieht keine "Nutriaplage"

Dennoch sieht die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (Bukea) in Hamburg offenbar keinen Grund zum Handeln. "Von einer 'Nutriaplage' und Schäden, die erheblich die öffentliche Sicherheit gefährden, kann keine Rede sein", schreibt die Umweltbehörde auf ihrer Informationsseite. Zudem wird davor gewarnt, die Tiere zu füttern.

Auch die durch die Nutrias verursachten Schäden an Deichen und der Natur, die mit ihren Bauten gerne Deichanlagen und Uferbereiche unterhöhlen, schätzt die Bukea als eher "gering" ein. Die Befestigung der Deiche liege – abgesehen von den Schleusengrabendeichen – über dem Lebensraum der Nutria, heißt es von der Behörde. Deshalb sehe man derzeit keinen Grund, die Bekämpfung zu intensivieren – obwohl die bisherigen Maßnahmen nach Einschätzung der FDP in keiner Weise ausreichen würden.

600 Nutrias im Jahr 2020 in Hamburg erlegt

Seit 2019 sind in Hamburg Lebendfallen aufgestellt worden, um die Ausbreitung der Nagetiere einzudämmen. Zudem sind zwei Bisamjäger im Einsatz. Auf diese Weise sind laut Bukea im Jahr 2019 insgesamt 217 Tiere erlegt worden, ein Jahr später waren es den Angaben zufolge schon 600 Tiere.

Künftig plant die Behörde, das Management der weit verbreiteten, invasiven gebietsfremden Arten, zu denen auch die Nutria gehören, den Bezirken zu übertragen. Auch sollen die entsprechenden Schutzgebietsverordnungen überarbeitet und geprüft werden, "unter welchen Bedingungen die Bekämpfung von invasiven gebietsfremden Arten ermöglicht werden kann."

Jäger sollen und dürfen sich um Nutrias in Bergedorf kümmern

Bislang unterliegen die Nutrias in Hamburg im Gegensatz zu den meisten Bundesländern nicht dem Jagdrecht, können im Rahmen des Jagdschutzes jedoch durch "berechtigte Personen" gejagt werden. Außerdem sei ein Gutachten in Arbeit. "Dafür brauchen wir konkrete Meldungen von Schäden durch Nutrias in Bergedorf. Und da gibt es bisher leider gar nichts", erklärte Nina Klar von der Umweltbehörde laut "Hamburger Abendblatt" in dem Ausschuss.

Ein weiteres Problem bei der Jagd nach den Nagetieren sei laut "Abendblatt" die Schwanzprämie, die Jäger pro getötetem Nutria erhalten. Diese liegt aktuell bei neun Euro – zu niedrig, findet Jäger Gerald Eggers. Für die Fahrt aus den Vier- und Marschlanden nach Bergedorf und den damit verbundenen Aufwand reiche das Geld kaum aus. "Denn oft müssen wir uns nur für ein einziges gefangenes Tier auf den Weg machen", sagte der Jäger laut "Abendblatt".

Ein Ende der Problematik scheint daher gegenwärtig nicht absehbar zu sein. Spätestens im März 2023 soll das Thema Nutrias daher erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.

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Verwendete Quellen
  • hamburg.de: Informationsseite der Umweltbehörde zu Nutrias in Hamburg
  • bv-hh.de: Auskunftsersuchen der FDP-Fraktion im Umweltausschuss
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