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Hamburger SV: Präsident Marcell Jansen muss sich Abwahlanträgen stellen


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HSV-Mitglieder stimmen über Ex-Nationalspieler Jansen ab

Von dpa
21.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Marcell Jansen
Marcell Jansen steht vor einer schwierigen Mitgliederversammlung beim Hamburger SV. (Quelle: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Entscheidung beim Hamburger SV: Die Vereinsmitglieder stimmen über Präsident Marcell Jansen ab. Er gilt manchen als Bremser, andere schätzen die Sachlichkeit.

Erlebt Marcell Jansen den Rückrundenauftakt seines Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga als Vereinspräsident oder als Fan? Präsidiumswahlen stehen bei der Mitgliederversammlung am Samstag nicht auf der Tagesordnung – und dennoch geht es um Jansens Posten an der Spitze des HSV e.V. Denn auf der Tagesordnung liegen zwei Abwahlanträge gegen den ehemaligen Nationalspieler vor.

Laut "Hamburger Abendblatt" und "Bild" (Samstag) sollen die Anträge nicht, wie aus der ursprünglichen Tagesordnung zu entnehmen ist, erst am Ende der Veranstaltung behandelt werden. Vielmehr könnte der Punkt vorgezogen werden. Bei mehr als zwei Dritteln der Stimmen für die Abwahl würde der frühere Nationalspieler satzungsgemäß sein Amt verlieren. Im Vorfeld hat Jansen, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Fußball AG ist, angekündigt, sich schon bei einer Zustimmung von mehr als 50 Prozent für die Anträge freiwillig zurückzuziehen.

Hamburger SV: Marcell Jansen muss um Präsidentenamt fürchten

Am Tag vor der Versammlung erhielt Jansen Unterstützung von seinen beiden Vizes Bernd Wehmeyer und Michael Papenfuß. "Die erfolgreiche Arbeit im Präsidium wird bei den Anträgen leider vollständig ausgeblendet", beklagte Ex-Profi Wehmeyer. "Als Präsidium haben wir alle Entscheidungen gemeinsam getroffen." Insofern wäre eine Abwahl von Jansen auch für Papenfuß und ihn ein Hinweis, dass die nach ihrer Überzeugung gute Arbeit als Präsidium nicht wahrgenommen und gewürdigt werde, sagte er in einem auf der Club-Webseite veröffentlichten Interview.

Ob tatsächlich Jansen gestürzt wird oder er nach eigener Maßgabe gehen muss, ist schwer abzusehen. Viele Mitglieder sehen in Jansen einen Bremser. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, zu lange am umstrittenen Finanzvorstand Thomas Wüstefeld festgehalten zu haben. Auch hatte er gezögert, die Verträge von Sportvorstand Jonas Boldt und Trainer Tim Walter zu verlängern. Einige Klein-Aktionäre der AG hatten ihm das Vertrauen als Aufsichtsratschef entzogen.

HSV-Investor Klaus-Michael Kühne fordert Jansens Rücktritt

Auf die 120-Millionen-Offerte von HSV-Investor und Milliardär Klaus-Michael Kühne reagierte Jansen nur zurückhaltend. Kühne forderte den Rücktritt des ehemaligen Profis. Jansens derzeitige Amtszeit als Präsident des HSV e.V. endet regulär 2025.

In der Woche vor der Versammlung ging Jansen medial in die Offensive. In Interviews mit der "Sport Bild" und dem "Hamburger Abendblatt" gab er sich selbstkritisch, aber ebenso selbstbewusst. "Natürlich haben auch wir Fehler gemacht. Es gab unruhige Phasen und auch Fehlentscheidungen, die wir korrigieren mussten", sagte er dem "Abendblatt".

Zugleich seien inhaltlich "einige Meilensteine" erreicht worden. Er erwies auf die gestiegenen Zahlen bei Mitgliedern und Sportarten, das positive Jahresergebnis der Fußball AG, die finanziell gesicherten Modernisierungsmaßnahmen des Volksparkstadions im Hinblick auf die EM 2024 sowie die neuen Verträge mit Sportvorstand Boldt, Finanzvorstand Eric Huwer und Trainer Walter. Am Ende der Zweitliga-Saison soll die Rückkehr in die Bundesliga stehen. "Ich habe richtig Bock auf das HSV-Jahr 2023 und bringe mich sehr gerne weiter für einen starken HSV ein", kündigte Jansen an.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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