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Hamburg: Studie zu Vorurteilen und Rassismus bei Polizisten

"Probleme verstehen"  

Hamburg plant Studie zu Rassismus bei der Polizei

28.09.2020, 11:51 Uhr | dpa

Hamburg: Studie zu Vorurteilen und Rassismus bei Polizisten. Polizei sichert ein Gebäude bei Ausschreitungen in Hamburg (Archivbild): Die Polizei-Akademie will in einer Studie Vorurteile und Radikalisierungsmechanismen bei Polizisten untersuchen. (Quelle: imago images/Blaulicht News)

Polizei sichert ein Gebäude bei Ausschreitungen in Hamburg (Archivbild): Die Polizei-Akademie will in einer Studie Vorurteile und Radikalisierungsmechanismen bei Polizisten untersuchen. (Quelle: Blaulicht News/imago images)

Nach rassistischen und extremistischen Vorfällen bei der Polizei will die Polizei-Akademie in Hamburg untersuchen, was dazu führen könnte. Dazu sollen Tausende Beamte befragt werden. 

Die Hamburger Polizei-Akademie will in einer Studie Vorurteile und Radikalisierungsmechanismen bei Polizisten untersuchen. "Wir wollen ermitteln, welche Risikofaktoren bei der Hamburger Polizei die Entstehung von Vorurteilen und radikalen Einstellungen begünstigen", sagte Akademie-Leiter Thomas Model dem "Hamburger Abendblatt". 

So könne möglicherweise tägliche Routine mit immer gleicher Klientel, gleichen Brennpunkten und gleichen Problemlagen die Entstehung von Vorurteilen und rassistischem Denken begünstigen. "Genau das wollen wir ja erforschen und damit die Probleme unserer Polizisten besser verstehen."

"Gibt es typische Trigger?"

Die Studie, bei der mindestens 3.000 Beamte im operativen Dienst sowie Führungspersonal befragt werden sollen, solle helfen, zu erkennen, wie so eine Dynamik entstehen kann. "Gibt es für die Polizei typische Trigger, wie sieht es im Vergleich dazu in anderen Berufsgruppen aus?".

Es gehe darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, "dass unsere Beamten den Mund aufmachen, wenn sich ein Kollege beispielsweise rassistisch äußert. Wir brauchen Mut, Rückhalt aus der Führung und dadurch mehr Haltung – und nicht mehr Korpsgeist", sagte er.

Vor dem Hintergrund rechtsextremer und rassistischer Vorfälle bei der Polizei wie zuletzt in Essen könne nicht von Einzelfällen gesprochen werden. Von einem strukturellen Problem wollte Model aber auch nicht sprechen, "sondern eher von einem Problem, richtig mit diesem Thema umzugehen".

Die Befragungen zur Studie, bei der die Akademie der Polizei mit Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kooperiere, solle im Oktober beginnen. "Die Teilnahme an der Studie, die auf mehrere Jahre angelegt ist, ist natürlich freiwillig und anonym", sagte Model. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich gegen eine Rassismus-Studie ausgesprochen, die nur die Polizei in den Blick nimmt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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