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Minus 14 Prozent f├╝r Volkswagen in China: Aufholjagd geplant

Von dpa
11.01.2022Lesedauer: 3 Min.
VW-China-Chef W├Âllenstein
Stephan W├Âllenstein, CEO der Volkswagen Group China. (Quelle: Ng Han Guan/AP/dpa/dpa-bilder)
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Der Absatz der Volkswagen-Gruppe auf dem weltgr├Â├čten Automarkt China ist im vergangenen Jahr um 14,1 Prozent abgesackt. Als Gr├╝nde nannte VW-China-Chef Stephan W├Âllenstein am Dienstag den Mangel an Halbleitern und die Probleme mit Lieferketten durch die Pandemie. "2021 war eines der schwierigsten Jahre in unserer Geschichte in China." In diesem Jahr will VW die Verluste wettmachen. Auch will der Konzern den Absatz seiner E-Autos der ID-Familie verdoppeln.

Der R├╝ckgang betraf 2021 vor allem die Volumenmarken Volkswagen und Skoda. Die Premiummarke Audi habe mit einem Minus von 3,6 Prozent weniger schlecht abgeschnitten, berichtete W├Âllenstein. Hingegen h├Ątten Porsche, Bentley und Lamborghini Absatzrekorde gefeiert. Der Gesamtmarkt legte um 4 Prozent zu. Insgesamt seien 3,3 Millionen Autos ausgeliefert worden, davon 2,4 Millionen der Kernmarke Volkswagen, einschlie├člich der chinaspezifischen Untermarke Jetta.

Der Marktanteil, der lange bei 14 oder 15 Prozent gelegen hatte, fiel auf 11,7 Prozent. Trotzdem blieb die Marke Volkswagen die Nummer 1 bei den chinesischen Kunden. "600.000 Autos sind in der Produktion verlorengegangen", sagte W├Âllenstein und verwies auf Engp├Ąsse, die den Absatz behindert h├Ątten. Die Auftragsb├╝cher seien gut gef├╝llt gewesen, aber die Nachfrage habe nicht erf├╝llt werden k├Ânnen. Der Manager verwies auf Halbleitermangel, Corona-Ausbr├╝che und darauffolgende Produktionsstopps sowie ein Feuer bei einem japanischen Zulieferer.

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In diesem Jahr will der Konzern kr├Ąftig aufholen, wie W├Âllenstein sagte. "Die Nachfrage ist weiter da." W├Ąhrend der chinesische Gesamtmarkt um 4 Prozent wachsen soll, will Volkswagen um 15 oder 16 Prozent zulegen. "Wir wollen ├╝berproportional zur├╝ckgewinnen, was wir im vergangenen Jahr ├╝berdurchschnittlich verloren haben."

Positiv soll sich auch der Absatz der Elektro-Autos der ID-Familie entwickeln. Nachdem das Ziel f├╝r 2021 von 80.000 bis 100.000 verpasst wurde und gut 70.000 verkauft wurden, will W├Âllenstein die Verkaufszahlen in diesem Jahr mindestens verdoppeln. Er zeigte sich sicher, dass VW jedes ID-Auto verkaufen werde, dass gebaut werden k├Ânne.

Mit dem ├ťbergang zu alternativen Antrieben soll die H├Ąlfte der neuen Modelle, die in diesem Jahr in China eingef├╝hrt werden, Elektro-Autos werden. Gerade hier sind chinesische Hersteller stark, was sich aus W├Âllensteins Sicht kaum ├Ąndern wird. Bis Ende des Jahrzehnts wolle VW in China jedoch auch in der E-Mobilit├Ąt die Nummer 1 sein.

Die Aussichten f├╝r den gr├Â├čten VW-Einzelmarkt sind nach seiner Einsch├Ątzung "sehr positiv". Mit der wachsenden Mittelklasse sei bis zum Ende des Jahrzehnts mit einem Autoabsatz von j├Ąhrlich 28 Millionen bis 30 Millionen zu rechnen. "Es gibt gro├če Kaufkraft in der Gesellschaft", sagte W├Âllenstein. "Wir sind es, die Industrie, die nicht liefern k├Ânnen." In den Jahren 2018 bis 2020 waren die Verk├Ąufe von Autos in China drei Jahre in Folge zur├╝ckgegangen, 2021 ging es wieder aufw├Ąrts. Dank der starken Nachfrage nach alternativen Antrieben kletterte die Zahl der verkauften Fahrzeuge laut Branchenverband PCA auf rund 20,5 Millionen.

Es gebe weiter Unsicherheitsfaktoren, sagte W├Âllenstein. "Die Halbleiter-Risiken sind schwer einzusch├Ątzen." Auch zeigte er sich ├╝ber den ersten Omikron-Ausbruch in China in Pekings Nachbarstadt Tianjin und m├Âgliche weitere Lockdowns beunruhigt. In Tianjin hat das VW-Werk vor├╝bergehend die Produktion einstellen m├╝ssen. Oft k├Ąmen Ausgangssperren oder Produktionsstopps ├╝ber Nacht, so dass Lieferketten angepasst werden m├╝ssten. Sie gingen aber auch schnell vor├╝ber. "Es k├Ânnte allerdings eine ganze Reihe von kleineren Problemen werden."

Wegen der Einreisebeschr├Ąnkungen und der Zwangsquarant├Ąne von drei Wochen in China sei es auch schwierig, ausl├Ąndische Fachkr├Ąfte ins Land zu holen. "Ein Minimum internationaler Experten ist weiter n├Âtig und gewollt", sagte W├Âllenstein. Es sei aber schwierig, Fachkr├Ąfte zu motivieren, nach China zu gehen - besonders wenn sie auch Kinder h├Ątten. "Die Industrie leidet darunter."

Der Chipmangel hinterl├Ąsst unterdessen auch bei der VW-Tochter f├╝r leichte Nutzfahrzeuge seine Spuren. Die Hannoveraner meldeten f├╝r 2021 ein Minus der Auslieferungen von 3,2 Prozent auf knapp 360.000. Bei den Modellen ergab sich ein gemischtes Bild: W├Ąhrend vom VW-Bus oder dem Camper-Mobil California mehr verkauft wurden, gab es beim Pick-up Amarok und vor allem beim Caddy ein Minus.

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