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Wasserstoff in Kavernen lagern? Pilotprojekt startet

Von dpa
03.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Wasserstoff-Pilotprojekt H2Cast Etzel
Die oberirdischen Anlagen der Kavernen, die für die Einlagerung von Gas und Erdöl genutzt werden. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)
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Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der Energiewende - doch wie lässt sich das Gas künftig in großem Maße zwischenspeichern? In einem Pilotprojekt will nun ein Konsortium um den Kavernenbetreiber Storag die Speicherung von Wasserstoff in bestehenden Kavernen eines Salzstocks im ostfriesischen Etzel erproben. "Wir wollen die Kaverneninfrastruktur ganzheitlich umwidmen, um den notwendigen Bedarf der Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen", sagte Storag-Geschäftsführer Boris Richter bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstag bei Friedeburg im Kreis Wittmund. Nach Angaben der Initiatoren ist es das erste Projekt dieser Art zur Speicherung von Wasserstoff in Niedersachsen.

Das Land unterstützt das Vorhaben "H2Cast Etzel" mit einer Förderung von acht Millionen Euro. Einen entsprechenden Bescheid überreichte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Donnerstag. Das Konsortium um die Kavernenbetreiber Storag Etzel GmbH, EKB Storage und weiteren Industrieunternehmen will selbst einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investieren. Ziel sei es, mit dem Pilotprojekt die Kavernenanlage weiterzuentwickeln, sagte Richter. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt etwa von der TU Clausthal.

Der zwölf Kilometer Breite und fünf Kilometer hohe Salzstock unter Etzel beherbergt eines der größten Kavernenfelder in Nordwesteuropa. Der Betreiber Storag baut, unterhält und vermietet die unterirdischen Speicher für Unternehmen der Energiebranche. Die künstlich gebauten Hohlräume haben einen Durchmesser von etwa 60 Metern und sind bis zu 500 Meter hoch. Aktuell werden in 51 Kavernen etwa 4,3 Milliarden Kubikmeter Gas und in 24 weiteren rund 10 Millionen Kubikmeter Rohöl gelagert, darunter etwa ein Großteil der deutschen Rohölreserve. Über die 75 Kavernen hinaus können noch weitere Speicherholräume im Salzstock geschaffen werden. Platz ist für insgesamt 99 Kavernen.

In dem Forschungsprojekt will das Konsortium die Umrüstung bestehender Kavernen und Anlagen in Etzel für die künftige Speicherung von Wasserstoff erproben. Zwei bestehende Testkavernen werden dazu miteinander gekoppelt, sodass Wasserstoff zwischen den Speichern verschoben werden kann. Knapp 100 Tonnen Wasserstoff, erzeugt aus erneuerbaren Energien, sollen für den Testbetrieb ab 2024 in die Speicher gefüllt werden. Da es bislang in der Region kein Pipelinenetz für Wasserstoff gibt, soll dieser mit speziellen Tanklastzügen angeliefert werden. Zudem wird für das Ein- und Ausspeichern mit unterschiedlichen Druckzyklen eine sogenannte Obertageanlage gebaut - voraussichtlich ab Mitte 2023.

Minister Lies betonte, Niedersachsen habe festgelegt, seinen gesamten Energiebedarf ab 2040 aus erneuerbaren Energien beziehen zu wollen. "Wir haben hier in der Region alles, was ineinandergreift, damit die Region und Niedersachsen eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung der Zukunft einnehmen wird", sagte Lies mit Blick auf Etzel und den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven. Dort sollen künftig auch große Mengen erneuerbarer Energien aus Windkraft von der Nordsse anlanden und Importterminals für Wasserstoff entstehen.

Storag-Geschäftsführer Richter zeigte sich überzeugt, dass die Bedeutung der Kavernen in Etzel noch zunehmen werde. Er verwies auf Angaben der Bundesregierung, wonach 70 Prozent des künftigen Wasserstoffbedarfs importiert werden müsse. Wenn Importmenge und Nachfrage auseinander klafften, brauche es große Speicher als Puffer.

Zwar gebe es aktuell keine Pläne, die Kavernenanlage vollständig auszubauen. Perspektivisch gebe es aber einen Bedarf dafür. Etzel sei einer der wenigen Kavernenstandorte, an dem eine Erweiterung überhaupt noch möglich sei, sagte Richter. In Etzel ließen sich bis zu 22 Terawattstunden Wasserstoff speichern. Das Speicherpotenzial für ganz Deutschland sei bei 40 Terawattstunden begrenzt, sagte er.

Die Bürgerinitiative (BI) Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx, die seit Jahren die Arbeiten auf dem Kavernenfeld verfolgt, sieht eine Ausweitung der Anlage kritisch. "Der Wasserstoff darf nicht dazu führen, dass mehr Kavernen ausgesolt oder Ölkavernen umfunktioniert werden", sagte der BI-Vorsitzende Alexander von Fintel. Seine Befürchtung ist, durch weitere Kavernen könnte der Boden auf dem Gelände weiter absacken - mit unabsehbaren Folgeschäden. Gegen die testweise Einlagerung von Wasserstoff hat die BI nichts einzuwenden. "Grundsätzlich ist die Energiewende notwendig", sagte von Fintel.

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