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Sachsen will mehr Tempo bei Halbleiter-Strategie

Von dpa
10.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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Sachsen hat erneut mehr Tempo bei der Umsetzung der europäischen Halbleiter-Offensive angemahnt. Mit dem "European Chips Act" will die EU bis zum Jahr 2030 rund 45 Milliarden Euro für europäische Mikroelektronik generieren. Davon sollen Forschung und Pilotprojekte genauso profitieren wie Start-ups. Auch der Bau sogenannter Megafabs für die Produktion von Mikrochips ist geplant.

"Der European Chips Act ist für Europa und Deutschland enorm wichtig, um in der Schlüsselbranche Mikroelektronik unabhängiger zu werden. Wir brauchen diese Unabhängigkeit und eigene Stärke, damit unsere Wirtschaft stabil laufen kann, damit Deutschland und Europa bei der Digitalisierung weiter Tempo machen können", sagte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einem Treffen mit EU-Vertretern in Brüssel. Die weltpolitische Lage erfordere schnelles Handeln. Das Projekt sei wichtig für den Kontinent und eine Riesenchance für Sachsen, seine Position als führender europäischer Mikroelektronikstandort weiter zu festigen.

"Im Silicon Saxony haben wir alles, was wir brauchen, um neu durchzustarten und Europa deutlich weniger abhängig von Chips aus anderen Teilen der Welt zu machen", betonte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Grundlagen dafür seien ein leistungsfähiges Hochschulsystem und eine breite Forschungslandschaft. "All das haben wir in Sachsen. Von der Materialerprobung für neuartige Chips über die Entwicklung völlig neuer Chiparchitekturen bis hin zur Forschung und Entwicklung für effizientere, nachhaltigere und wettbewerbsfähige Fertigungstechnologien ist der Freistaat bestmöglich aufgestellt."

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erinnerte daran, dass ohne Halbleiter weder die Digitalisierung und Energiewende noch Elektromobilität und Künstliche Intelligenz möglich seien. "Wenn es noch eines Beweises für die Bedeutung der Halbleiterindustrie bedarf, so ist dies der aktuell weltweite Chipmangel mit seinen weitreichenden Auswirkungen." Gerade kleinteilige internationale Lieferketten müssten überdacht werden. Erklärtes Ziel sei es, die europäische Wirtschaft unabhängiger von Importen zu machen.

Nach den Worten von Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) geht es auch um die Frage, wie man Ansiedlungen von Unternehmen erleichtern kann. Dies müsse europäisch abgestimmt erfolgen: "Wichtig ist mir auch, dass wir eine gesamteuropäische Perspektive einnehmen: Das Chip-Gesetz wird in der Sache nur erfolgreich sein, wenn wir bestehende Halbleiter-Leuchttürme weiter stärken."

Sachsen hatte unlängst das Rennen um eine große Ansiedlung von Intel verloren. Die Chipfabrik des US-Konzerns entsteht in Magdeburg. Dem Vernehmen nach mangelte es Sachsen an einer entsprechend großen Fläche. Der Prozess zeige, wo die Herausforderungen lägen, sagte Dulig: "Wir reden über ein ausreichendes Angebot an Arbeits- und Fachkräften und zum zweiten über ausreichende Flächen, die benötigt werden. Hier reicht nicht ein kleines Gewerbegebiet aus."

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