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Dialekt: Wo Roboter in der Altenpflege Probleme haben

Von dpa
12.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Pressekonferenz zu Pflegeassistenz-Roboter
Pflegeassistenz-Roboter LIO bei einer Pressekonferenz im Altenpflegeheim St. Marienhaus. (Quelle: Silas Stein/dpa/Archiv/dpa-bilder)
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Wei├č und orange ist der neue Mitbewohner, der Anfang des Jahres 2020 in das Pflegeheim St. Marienhaus in Konstanz eingezogen ist. "Manche Bewohner haben in nur "Schwan" genannt", sagt Heimleiterin B├Ąrbel Sackmann. Sein Schweizer Hersteller hat den Roboter - eine Art Greifarm mit Augen und Bildschirm auf R├Ądern - eigentlich "Lio" getauft. Manche Bewohner im Caritas-Heim sprachen ihn stattdessen mit einfach "Kerle" an. Zur Fastnacht habe er sogar ein H├╝tchen aufgesetzt bekommen, sagt Sackmann.

Fast zwei Jahre lang hat "Lio" im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts in Konstanz und in einem Altenheim in Schaffhausen in der Schweiz gearbeitet - quasi als "Praktikant", wie die Leiterin der Einrichtung in Schaffhausen, Judith Alder, sagt. Wissenschaftler der Uni Konstanz und der Fachhochschule Vorarlberg in ├ľsterreich wollten herausfinden, inwieweit der Assistenz-Roboter Pflegekr├Ąften eine Hilfe sein kann. Am Donnerstag stellten die Forscher und die Heimleitungen ihre Ergebnisse vor - mit einem gemischten Urteil.

""Lio" ist noch kein zuverl├Ąssiges Schweizer Taschenmesser", sagte die Leiterin des Forschungsprojekts von der Fachhochschule Vorarlberg, Katrin Pald├ín. Zwar sei ihr kein Roboter bekannt, der so viele Funktionen zuverl├Ąssig beherrsche. Doch je mehr er gelernt habe, desto langsamer sei er in der Wahrnehmung der Pflegekr├Ąfte gewesen. Zudem habe "Lio" die Heimbewohner oft nicht verstanden, wenn die ihn im Dialekt ansprachen. Heimleiterin Alder sagte, einer ihrer gr├Â├čten W├╝nsche sei, "dass er Schwyzerd├╝tsch lernt".

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Mit diesem Defizit sei "Lio" nicht allein, betonte Oliver Deussen, Professor f├╝r Visual Computing an der Universit├Ąt Konstanz. G├Ąngige Programme zur Sprachanalyse w├╝rden "systematisch ├Ąltere Menschen benachteiligen". W├╝rden diese S├Ątze nicht zu Ende sagen oder im Dialekt sprechen, reagierten alle Systeme "schlechter als bei jungen, Hochdeutsch sprechenden Menschen". Grund sei ein Mangel an Trainingsdaten mit Sprachproben ├Ąlterer Menschen. Deussen sagte aber auch, dass viele Anbieter von Systemen zur Sprachanalyse das Problem erkannt h├Ątten: "In zwei, drei Jahren wird das besser sein."

Weniger Schwierigkeiten als zuvor gedacht habe es bei der Akzeptanz des Roboter-Mitbewohners unter Bewohnern, Angeh├Ârigen und Pflegenden gegeben. "Er geh├Ârt einfach dazu inzwischen auf dieser Station", sagte der Vorstand der Caritas Konstanz, Andreas Hoffmann. "Wir werden ihn sicher auf der Sympathie-Ebene vermissen", sagte die Konstanzer Heimleiterin Sackmann. Gerade in Zeiten von Corona sei "Lio" f├╝r die Mitarbeiter manchmal aber auch eine zus├Ątzliche Belastung statt der erhofften Unterst├╝tzung gewesen.

Der Hersteller des Assistenz-Roboters, F&P Robotics, will diese Kritik bei der Entwicklung ber├╝cksichtigen. "Lio" solle k├╝nftig weniger k├Ânnen, das daf├╝r aber besser. "Wir wollen vier Funktionen so gut machen, dass sie wirklich Entlastung bringen", sagte Gesch├Ąftsf├╝hrer Michael Fr├╝h. Desinfektion, Erinnerung von Bewohnern zum Beispiel an Therapieangebote, Transport von Gegenst├Ąnden und die ├ťberwachung von Fluren w├Ąhrend der Nacht st├╝nden dabei im Fokus.

Caritas-Vorstand Hoffmann betonte, er glaube, dass Assistenz-Roboter durch solche Routinearbeiten in Zukunft in Pflegeheimen Entlastung bieten k├Ânnten. "Ich wage aber nicht zu sagen, wann." Menschen direkt pflegen m├╝ssten aber auch k├╝nftig Menschen, betonte Hoffmann.

├ähnlich ├Ąu├čerte sich die Verdi-Gewerkschaftssekret├Ąrin f├╝r den Fachbereich Gesundheit in Baden-W├╝rttemberg, Yvonne Baumann. "Das aktuelle K├Ânnen dieser Technik in Pflegeheimen ist doch sehr begrenzt." Als Konkurrenz zu Fachkr├Ąften sehe man die Technik nicht.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, betonte, 70 Prozent der rund 810.000 Heimbewohner in Deutschland seien demenziell erkrankt. "Selbst wenn der Roboter bei der Spracherkennung das Level C1 oder C2 erreichen w├╝rde, k├Ąme er da an seine Grenzen. Es braucht also einen Menschen, der die Ganzheit der zu pflegenden Person wahrnimmt."

Dennoch setzen immer mehr Heime auch in Deutschland auf die Hilfe von Assistenz-Robotern. Nach Angaben seines Herstellers ist "Lio" schon in Einrichtungen in Hamburg, Berlin und Bamberg im Einsatz - trotz des stattlichen Kaufpreises von 120.000 bis 170.000 Euro. Weitere f├╝nf Roboter sollen demnach bis Juli ausgeliefert werden.

Auch in Konstanz hat man an "Lio" trotz seiner Defizite Gefallen gefunden: F├╝r ein Kooperationsprojekt mit dem Hersteller bleibt ein "Schwan" der neuen Generation noch eine Weile im St. Marienhaus.

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