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Kölner Haie: Gesellschafter unterstützt Reichelts "Nius" – Offener Brief


Kritik an Investor Gotthardt
Haie-Fan schreibt offenen Brief an Club-Bosse


Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 3 Min.
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Frank Gotthardt bei einer Pressekonferenz im Jahr 2017 (Archivbild): Der Milliardär ist Hauptgesellschafter der Haie. (Quelle: Eduard Bopp Sportfotografie/imago-images-bilder)

Auf X kursiert derzeit ein offener Brief an die Geschäftsführung der Kölner Haie. Deren Gesellschafter Frank Gotthardt ist auch Gründer der umstrittenen Online-Plattform "Nius".

"Heute gibt es etwas Wichtigeres als Sport" – so beginnt der offene Brief eines Fans des Eishockey-Clubs Kölner Haie an deren Geschäftsführer Philipp Walther. Anlass des Schreibens sind Aussagen des Hauptgesellschafters Frank Gotthardt, der die rechtskonservative Online-Plattform "Nius" gegründet hat. Geschäftsführender Direktor der Betreiberfirma Vius ist der ehemalige "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt.

Haie-Besitzer über "Nius": "Müssen rechts von der Mitte sein"

Der 73-Jährige ist Gründer der börsennotierten CompuGroup Medical (CGM) und lebt in einem Vorort von Koblenz, wo auch seine Firma ihren Sitz hat. Gotthard ist außerdem Besitzer der Kölner Haie und hält 96 Prozent der Anteile des Kölner Eishockeyvereins. Mitte Februar dieses Jahres sprach Milliardär Gotthardt in dem regionalen Podcast "Rund ums Eck – Der Koblenz Podcast" erstmals über sein Engagement bei "Nius".

Auf die Nachfrage der Podcast-Gastgeberin Alexandra Klöckner, ob "Nius" sich in der politischen Mitte einordne, sagte Gotthardt: "Nein, natürlich nicht. Die neue Mitte ist ja links, insofern müssen wir ja rechts von der Mitte sein." Wenige Tage nach der Veröffentlichung erschien der offene Brief auf der Plattform X, er war zuvor bereits in einem Fanforum der Kölner Haie angekündigt worden.

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Darin werden vor allem Fragen zum Haie-Geldgeber Gotthardt an die Geschäftsführung der Kölner Haie gestellt. "In diesem Schreiben geht es mir um rechtspopulistische Inhalte, das Schüren von Angst, die Spaltung unserer Gesellschaft, unsere Demokratie und die Zukunft der Kölner Haie unter einem Gesellschafter, welcher im Verlaufe des letzten Jahres eine besorgniserregende Entwicklung in diesen Bereichen genommen hat", so der Verfasser.

Reichelt und Gotthardt trafen sich bereits im Januar 2022

Bereits vor der Veröffentlichung des Podcasts hatte es Berichte gegeben, die Reichelt mit Gotthardt in Verbindung brachten. Auch t-online hatte im Januar 2022 über ein Treffen von dem IT-Unternehmer und dem ehemaligen "Bild"-Chefredakteur berichtet. Eishockey-Fan Julian Reichelt stand bereits im Jahr 2020 bei den Kölner Haien auf dem Eis, wie ein Foto auf Instagram zeigt.

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Es gehe nicht um politische Orientierungen oder Meinungen so der Verfasser des offenen Briefs. Dass Frank Gotthardt der CDU nahestehe und Mitglied des CDU-Wirtschaftsrats sei, dagegen gebe es keinerlei Einwände. Allerdings, so der Verfasser, verbreite das Onlinemedium "Nius" "(...) Falschinformationen, schürt Angst vor Geflüchteten, verdreht die Wahrheit, bedient stark rechte Ressentiments und trägt damit zunehmend zur Spaltung unserer Gesellschaft bei."

Einen Umstand, den der Fan so nicht hinnehmen will und sich in diesem Schreiben direkt an die Geschäftsführung richtet – und sich Aufklärung wünscht. "Als Haie-Fan und Dauerkarteninhaber kann ich mich unter diesen Umständen leider immer weniger mit den Kölner Haien identifizieren."

Fans der Kölner Haie: "Werte nicht vereinbar"

Im Internetforum des "Haie-Fanprojekts e.V" zeigen sich einzelne Nutzer schockiert von der Offenlegung, dass der Hauptgeldgeber der Kölner Haie hinter dem umstrittenen Nachrichtenportal steckt. "Bin gerade auch darüber gestolpert worden und bin sprachlos", kommentiert ein User. "Das wird in meinen Augen nicht zu einem Problem, das ist es in meinen Augen bereits."

Und weiter: "Meines Erachtens sind die Werte eines Kölner Sportvereins nicht mit denen, die 'Nius' mit Reichelt verbreitet, vereinbar." Ein anderer Fan resigniert bereits: "Am Ende wird alles wieder nur eine Frage des Geldes sein. Ist doch fast immer und überall so. Solange die Kohle fließt und sich Geld verdienen lässt, werden gerne mal beide Augen und Ohren verschlossen."

Zuletzt ist "Nius" in den Fokus der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) gerückt, nachdem dort mehrere Beschwerden gegen das Portal eingegangen waren. Die MABB prüfe nun, ob bei "Nius" gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen werde. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
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