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Viktoria Köln: Wie der Verein im Kölner Fußball durchstarten will


Wie Viktoria Köln die Herausforderung 3. Liga meistert


Aktualisiert am 18.10.2019Lesedauer: 3 Min.
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Eine Stehtribüne: Der FC Viktoria Köln 1904 ist im Kölner Fußball inzwischen deutlicher wahrzunehmen.Vergrößern des Bildes
Eine Stehtribüne: Der FC Viktoria Köln 1904 ist im Kölner Fußball inzwischen deutlicher wahrzunehmen. (Quelle: FC Viktoria Köln 1904)

Vor dieser Saison verfolgten viele Kölner Fußball-Interessierte den FC Viktoria Köln 1904 nur beiläufig. Das hat sich mit der neuen Spielzeit merkbar geändert. Aber der Aufstieg in die Dritte Liga ist in jeder Beziehung eine Herausforderung für den Verein.

"Mein Verein, rechts vom Rhein!" lautet das offizielle Motto der Viktoria, wie die Fans den Verein meist liebevoll nennen. Ein klares Statement, wo der in Köln-Höhenberg angesiedelte Verein seinen Sitz und seine Anhänger hat.

Der lang ersehnte Aufstieg in die Dritte Fußballliga hat daran bisher wenig geändert – auch wenn die Vereinsverantwortlichen daran arbeiten. "Wir wollen natürlich nicht nur Zuschauer aus dem Rechtsrheinischen gewinnen, sondern ein Klub für alle Kölner sein", formuliert der Geschäftsführer der Viktoria, Axel Freisewinkel, die Herausforderung für die Zukunft. "Die beste Werbung dafür ist guter, ehrlicher und attraktiver Fußball zu erschwinglichen Preisen – und das zeigen wir momentan", gibt er sich selbstbewusst.

Sportpark wurde ausgebaut

Der Start in die erste Drittliga-Saison macht dem Aufsteiger Hoffnung. 18 Punkte nach elf Spieltagen und ein guter siebter Platz in der aktuellen Tabelle sprechen für sich. Der bisherige Zuschauerdurchschnitt von knapp 2.600 Zuschauern ist fast doppelt so hoch wie in der letztjährigen Aufstiegssaison.

Es tut sich also was am Höhenberger Sportpark, auch wenn das Stadion mit einer Kapazität von nunmehr 10.001 Zuschauern bisher noch nicht ausverkauft war. Auch die Anwohner rund um das Stadion scheinen mitzuziehen: "Bisher gab es trotz der größeren Verkehrseinschränkungen und Parkplatzverknappung bei den Heimspielen keine größeren Beschwerden. Das freut uns natürlich", so Freisewinkel.

Stressigste Zeit direkt nach dem Aufstieg

"Als der Aufstieg im Mai nach dem entscheidenden verwandelten Elfmeter von Mike Wunderlich am letzten Spieltag feststand, fing die Arbeit gleich am nächsten Tag an", blickt Viktoria-Pressesprecher Frank Bleydorn zurück. Und die Aufgaben waren durchaus anspruchsvoll: Der Sportpark mit seinen damals 6.214 Plätzen war zu klein für die Dritte Liga.

Die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verlangten einen Ausbau bis zum ersten Heimspiel auf über 10.000 Zuschauerplätze. Die Alternative wäre für die Viktoria-Fans eine bittere Pille gewesen: das Südstadion des Rivalen Fortuna Köln auf der linken Rheinseite. "Wir sind froh, dass wir unseren Fans das ersparen konnten", schmunzelt Axel Freisewinkel, um dann ernster hinzuzufügen: "Die Gefahr, mit dem Ausbau nicht rechtzeitig fertig zu werden, war immer da." Zugute gekommen sei dem Verein, dass die Viktoria am ersten Spieltag ein Auswärtsspiel hatte. So hätte man noch eine weitere Woche Zeit für die letzten Arbeiten gehabt.

Große Investition in Südtribüne

Eine Million Euro habe die neue Südtribüne mit 3.575 Stehplätzen gekostet. Alles sei privat finanziert worden, so der Geschäftsführer des Klubs. Für einen Verein, der laut eigener Aussage etatmäßig und bei den Zuschauerzahlen nicht mit den großen Vereinen in der Dritten Liga mithalten kann, ist das eine beachtliche Summe. "Geholfen hat uns das gute Zusammenspiel zwischen den städtischen Behörden, der Kölner Sportstätten GmbH als Eigentümer, dem DFB und dem Verein während der Bauphase. Das war hervorragend", hebt Freisewinkel hervor.

"Wir hatten extrem wenig Zeit." Normalerweise dauere so etwas mehrere Monate. "Wir haben das in rund sechs Wochen hinbekommen", so Freisewinkel weiter. Entscheidend sei darüber hinaus gewesen, dass der DFB wegen der noch fehlenden Rasenheizung eine Ausnahmeregelung für den Drittliga-Neuling in der ersten Spielzeit erlaubt habe.

Stadion-Pläne für die weitere Zukunft

Allerdings warten die Verantwortlichen noch auf die nötige Verlängerung der Spielgenehmigung für die weiteren Saisonspiele. Bisher liegt diese nur bis Ende Oktober vor. "Wir haben bereits einen Antrag eingereicht, für drei Jahre hier spielen zu können. Der wird derzeit noch geprüft", so Freisewinkel.

Und auch wenn der Verein von einem positiven Ergebnis der Prüfung ausgeht, so kann sich die Geschäftsleitung des Klubs auf Dauer dennoch gut vorstellen, in ein paar Jahren in ein neues, moderneres Stadion umzuziehen, als es der Sportpark trotz des notwendigen Ausbaus ist. "Wir haben in unserem Stadion Fußball pur, große Nähe der Fans zu den Spielern und kurze Wege. Das hat Charme. Allerdings macht ein Neubau aus wirtschaftlicher Sicht absolut Sinn", macht Freisewinkel aus seinen Vorstellungen für die Zukunft keinen Hehl.

Köln-Stammheim als möglicher neuer Standort

Es gibt sogar bereits konkretere Pläne seitens der Stadt dazu. Ein möglicher Standort für einen solchen Stadionneubau könnte Köln-Stammheim sein. Allerdings müsste sich die Viktoria diese Arena voraussichtlich mit dem Rivalen Fortuna Köln teilen, der seine Spiele derzeit noch in dem ebenfalls veralteten Südstadion austragen.


Doch das ist noch Zukunftsmusik. Nun gilt es erstmal, in der Liga zu bestehen. Und trotz des guten Starts sagen die Verantwortlichen, dass das primäres Ziel der Nichtabstieg sei. Der rechtsrheinische Club ist zumindest auf einem guten Weg dahin.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Axel Freisewinkel
  • Gespräch mit Frank Bleydorn
  • Eigene Recherche
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