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Köln: Anwohner legen Beschwerde gegen Lastwagenlärm ein

Lastwagen in Weidenpesch  

Anwohner fühlen sich durch Speditionsfirma belästigt

von Florian Eßer

17.02.2021, 16:54 Uhr
Köln: Anwohner legen Beschwerde gegen Lastwagenlärm ein. Lastwagen stehen auf einem Hinterhof. Anwohner beschweren sich seit längerer Zeit über den Motorenlärm. (Quelle: Florian Eßer)

Lastwagen stehen auf einem Hinterhof. Anwohner beschweren sich seit längerer Zeit über den Motorenlärm. (Quelle: Florian Eßer)

Dicke Luft in Weidenpesch: Auf der Neusser Straße sorgt eine Speditionsfirma für Unmut unter den Anwohnern. Der Hinterhof werde als Depot für ihre Lastwagen verwendet – dagegen gibt es Protest.

In Köln-Weidenpesch beschweren sich Anwohner der Neusser Straße 772 über die Lkw einer Speditionsfirma. Die Lkw-Fahrer würden auch in den Nachtstunden die Motoren dauerhaft laufenlassen, in der Nachbarschaft liege ein steter Dieselgeruch in der Luft. Der Stadt Köln ist die Situation bereits seit dem September des letztes Jahres bekannt. Eine Lösung für das Problem sei bisher allerdings noch nicht gefunden worden.

Seit das Unternehmen im September des letzten Jahres mit der Nutzung des Geländes begann, beklagen sich die Bewohner der anliegenden Häuser über Motorenlärm und Gestank. Wie zuvor der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, sollen die Fahrer der Lastwagen ihre Motoren zu jeglichen Tages- und Nachtzeiten laufenlassen. Das sorge nicht nur für einen konstanten Lärmpegel, sondern wirke sich auch merklich auf die Qualität der Luft aus: Über den Gärten und den Balkons der Häuser sowie den Parzellen einer angrenzenden Kleingartensiedlung soll ein steter Geruch von Diesel und Abgasen liegen. Nach Informationen von t-online handelt es sich bei der Firma, die das Gelände nutzt, um einen bekannten Logistikkonzern mit Hauptsitz in Istanbul.

Ordnungsamt war mehrfach vor Ort

Die Stadt Köln, der das Problem bekannt ist, bestätigte gegenüber t-online, dass es in der Vergangenheit vermehrt zu Beschwerden von Anwohnern gekommen sei. Diese hätten "ihren Ursprung in den Fahrzeugbewegungen zum und von diesem Grundstück", so die Stadt in einer Stellungnahme.

Demnach seien im September des letzten Jahres, dem Monat, in dem das türkische Logistikunternehmen mit der Nutzung des Areals begann, die ersten Beschwerden bei den Leitstellen der Behörden eingegangen. Diese reagierten und schickten Mitarbeiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes zum Gelände, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen: "Die Ordnungskräfte fuhren die Örtlichkeit dann jeweils unverzüglich an und ermahnten die vor Ort festgestellten Personen, für Ruhe zu sorgen", heißt es von Seiten der Stadt Köln.

LKW gefährden den Gegenverkehr

Die Anwohner des Grundstücks beschweren sich aber nicht nur wegen des Motorenlärms und der Abgase der Lkw, sondern sehen auch die Gesundheit von anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere von Fußgängern und Radfahrern, gefährdet. So müssten die Lkw der Spedition sehr weit ausholen und auf die Gegenfahrbahn ausschwenken, um in die schmale Einfahrt des Grundstücks zu navigieren. Diese nämlich liegt zwischen einem Bürogebäude und einem Restaurant – viel Platz bleibt da den Lkw zum Einfahren nicht. Dadurch würde der übrige Verkehr behindert. Hinzu kommt, dass sich das betreffende Gelände zwischen den beiden KVB-Haltestellen Scheibenstraße und Wilhelm-Sollmann-Straße befindet und die Lkw beim Einschwenken in die Einfahrt so auch das Schienennetz in beidseitige Fahrtrichtung blockieren.

Nachdem sich die Beschwerden aus der Nachbarschaft weiter häuften, rückte schließlich auch die Polizei zu dem Grundstück aus – bis jetzt ganze sieben Mal. In Berufung auf Polizeikreise heißt es im "Kölner Stadt-Anzeiger" weiter, dass auf dem Areal der Spedition rund 30 Sattelschlepper mitsamt ihrer Anhänger abgestellt seien. Ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werde möchte, widersprach dieser Aussage auf Nachfrage von t-online jedoch. Er sehe die Situation verharmlost und gab an, dass auf dem Gelände stattdessen 50 Zugmaschinen und 70 Anhänger stünden. Diese Aussage deckt sich auch mit einem Foto, dass der "Kölner Stadt-Anzeiger" von der Situation auf dem Grundstück veröffentlichte. Aufgenommen aus einer erhöhten Position sind auf diesem in der Tat 70 Anhänger der Spedition erkennbar, die dicht an dicht auf dem von außen nur schwer einsehbaren Gelände abgestellt sind.

Die Stadt Köln strebt eine Schlichtung an

Auch von einer Schlichtung, die die Stadt Köln nach eigenen Angaben anstrebt, sei bisher keine Rede gewesen, so der Anwohner weiter. Laut Stadt nämlich habe das Umwelt- und Verbraucherschutzamt, das ebenfalls in die Problematik eingebunden ist, die verantwortliche Speditionsfirma angeschrieben und zu einem Gespräch vor Ort eingeladen: "Dabei sollen möglichst kurzfristig alle Fragen, insbesondere zu den Geruchs- und Geräuschbelästigungen für die Anwohner, erörtert werden." Eine Bestätigung für einen avisierten Termin seitens des Unternehmens stehe bis dato aber noch aus.

Dass die Situation an der Neusser Straße so nicht weiter tragbar ist und schnell etwas passieren muss, darin sind sich sowohl die Stadt Köln als auch die Anwohner des Grundstückes einig: "Bei uns wird ein komplettes Viertel von dieser Spedition tyrannisiert."

Speditionsfirma widerspricht der Stadt

Seitens der Speditionsfirma heißt es, dass Gespräche mit der Stadt befürwortet würden. "Wir haben auch den Anwohnern persönliche Gespräche angeboten. Diese Gesprächsangebote wurden von den Anwohner bisher noch nicht angenommen.", lautet die Aussage gegenüber t-online. Auch nächtliche Fahrten würden derzeit nicht mehr stattfinden. Ebenfalls würden in der Nacht keine Motoren laufen gelassen. 

"Wir geben uns sehr viel Mühe, den Anwohnern gerecht zu werden.", erklärt Ekol Germany von der Speditionsfirma. Aus diesem Grund soll die Anzahl der abgestellten Trailer reduziert werden. 

Verwendete Quellen:

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