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Wintereinbruch in den Alpen: Verzweifelte Suche nach vermisstem Bergwanderer


Verzweifelte Suche nach vermisstem Bergwanderer

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 19.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Einsatzkräfte am Berg: Große Schneemengen machen auch den Rettern Probleme.Vergrößern des BildesEinsatzkräfte am Berg: Große Schneemengen machen auch den Rettern Probleme. (Quelle: Rotes Kreuz)
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Auf 2.400 Metern rutschte der 24-Jährige ab, setzte noch selbst einen Notruf ab. Das war am Samstagnachmittag. Seither läuft die Suche – bisher vergebens.

Bergrettung und Polizei suchen seit Samstagnachmittag nach einem vermissten Bergwanderer aus Niedersachsen. Der 24-Jährige wollte den Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen besteigen. Bis zum Gipfel fehlten ihm noch rund 200 Meter. Dann rutschte er im Zuge eines heftig einsetzenden Wintereinbruchs ab, landete eigenen Angaben zufolge 20 Meter weiter unten in schwierigem Gelände.

Wie das Rote Kreuz mitteilte, setzte der Mann von dort einen dramatischen Notruf ab: Er sei am Kopf verletzt und habe sich beide Arme gebrochen. Es bereite ihm Mühe, nicht weiter abzustürzen.

Verschiedene Teams machten sich sofort auf den Weg, um ihn zu retten. Bei einem weiteren Telefonat sagte der 24-Jährige, er sei doch nicht ernsthaft verletzt. Aber er finde im Schnee keine Wegmarkierungen mehr, komme gerade weder vor noch zurück.

Der massive Wintereinbruch machte auch den Rettern zu schaffen: "Der Kälteeinbruch und der heftige Schneefall mit Sturm und vereisten Felsen erschwerte den Einsatzkräften das Vorankommen ab einer Höhe von etwa 1.600 Metern", teilte die Polizei am Sonntag mit.

Polizei Berchtesgaden: "Fels mit Eis überzogen, eine Menge Schnee"

Trotzdem stießen die Bergretter bis fast zum Gipfel auf 2.607 Metern Höhe vor. Sie fanden jedoch keine Spuren vom Vermissten. Die Anforderung von leistungsfähigen und nachtsichttauglichen Hubschraubern habe ebenfalls nicht zum Erfolg geführt, meldete die Polizei. Gegen 21.30 hatten die Retter dann das bisher letzte Mal telefonischen Kontakt: Die Helfer sprachen dem Mann laut Rotem Kreuz Mut zu, auf keinen Fall aufzugeben und trotz der widrigen Verhältnisse durchzuhalten.

Am frühen Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr wurde die Suche ein erstes Mal unterbrochen, wenige Stunden später gegen 6 Uhr wieder aufgenommen. Doch durch den anhaltenden Schneefall in der Nacht gelangten die Einsatzkräfte nur noch bis auf 2.100 Meter Höhe. "Auf der Höhe ist der Fels mit Eis überzogen und es liegt eine Menge Schnee", sagte ein Polizeisprecher einem Reporter vor Ort. "Es ist ein starker Wind mit Verwehungen, was uns das Arbeiten dort oben sehr schwierig macht bis unmöglich."

Vermisster aus Niedersachsen hatte kaum Erfahrung

Eine Drohne mit Wärmebildkamera fand ebenfalls keine Spur des Vermissten. Die Suche wurde erneut unterbrochen: Eine Gefährdung für die Einsatzkräfte, möglicherweise auch durch Lawinen, könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Die Suche soll nun fortgesetzt werden, sobald es das Wetter zulässt. "Der Wintereinbruch kam sehr heftig", sagte der Polizeisprecher. Das sei zwar prinzipiell nicht ungewöhnlich für diese Jahreszeit, der plötzliche und massive Schneefall sei dennoch angesichts des niederschlagsarmen Sommers auch für Einheimische überraschend gekommen.

Wie wollen die Rettungskräfte jetzt vorgehen?

Das Rote Kreuz meldete am Montag, eine Suche im steilen Gelände sei aktuell wegen des vielen Neuschnee zu riskant und auch wenig erfolgversprechend. In der Nacht habe es weiter geschneit, am Berg gebe es zwischen einem halben und eineinhalb Metern Schnee.

"Bergwacht und Polizei werden versuchen, bei Wetter-Besserung auch sehr kurzfristig wieder weiter aus der Luft zu suchen, sobald besseres Flugwetter herrscht und sich die Wolken am Berg etwas lichten", hieß es in einer Mitteilung. Es sei auch geplant, das sogenannte Recco-System als Boje am Hubschrauber-Lastenseil zum Einsatz zu bringen. Damit können unter anderem Halbleiter aus elektronischen Geräten wie Handys geortet werden.

Bei dem Vermissten soll es sich um einen noch kaum erfahrenen Bergwanderer handeln, der erst ein paar Bergtouren gemacht hat. Er war mit dem Zug angereist und hatte sich trotz des frühen Wintereinbruchs alleine zu seiner hochalpinen Tour aufgemacht. Seine Eltern haben sich dem Roten Kreuz zufolge nach seinem Hilferuf aus Niedersachsen auf den Weg in die Alpen gemacht.

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
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