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Forscher zu geraubtem Keltenschatz in Manching: "Ich habe gelitten"


Forscher zu Goldraub: "Ich habe gelitten"

Von Christof Paulus

Aktualisiert am 01.12.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 bei Manching gefunden (Archivbild): Nun wurde der Goldschatz von Einbrechern gestohlen.
Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 bei Manching gefunden (Archivbild): Nun wurde der Goldschatz von Einbrechern gestohlen. (Quelle: Frank Mächler/dpa)
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Räuber haben einen wichtigen Keltenschatz gestohlen. Ein Erforscher des Schatzes fühlt sich davon persönlich angegriffen – und versteht die Ganoven nicht.

Kaum jemand kennt den Keltenschatz von Manching so gut wie Bernward Ziegaus. 1999, als das Gold entdeckt wurde, gehörte er zu den ersten, die damit gearbeitet haben, über Jahre waren die Münzen stets Teil seiner Arbeit. Jetzt sind die Münzen weg. Wer sie gestohlen hat, wo sie jetzt sind, das weiß man nicht. Ziegaus ist vom Diebstahl "im Innersten getroffen", wie er sagt. Es ist ein Verbrechen, das ihn erschüttert.

Daran, wie der Goldschatz 1999 gefunden wurde, kann er sich noch gut erinnern. Schon damals, so wie heute auch, zog das Gold "große Aufmerksamkeit" auf sich, erzählt Ziegaus im Gespräch mit t-online. Kurz nach dem Fund begann seine Arbeit, er untersuchte die Münzen und dokumentierte sie. Beendet ist die Forschung an den Münzen bis heute nicht, auch wenn "schon viel erledigt ist", wie Ziegaus sagt.

Goldraub in Bayern: Verbrechen in Manching wirft Forscher zurück

Aufnahmen in 2D, mit denen die Forscher weiter arbeiten können, gebe es viele. Was fehlt, sind etwa 3D-Modelle. "Man hat nicht bedacht, dass so etwas mal verloren gehen könnte." Dabei ist das Oppidum in Manching, die alte keltische Siedlung, in der die Goldmünzen gefunden worden, bereits häufig Opfer von Grabräubern geworden, sagt Ziegaus. Doch es ist nicht nur der Diebstahl an sich, der ihn belastet.

"Ich befürchte, dass es den Räubern nur um materielle Gesichtspunkte geht", sagt er. Das hieße: Sie lassen das Gold einschmelzen, um es verkaufen zu können. Dabei sei der materielle Wert vergleichsweise niedrig, auf 1,6 Millionen Euro wird der Goldfund geschätzt. Kulturhistorisch sei der Verlust durch den Raub viel höher. Dass Räuber die Münzen nun gestohlen haben, wertet Ziegaus aus personlichen Angriff auf sich und seine Arbeit. "Ich habe gelitten", sagt er über die ersten Stunden, nachdem er von der Tat erfahren hat.

Keltenschatz war ein Highlight des Museums in Manching

Für das Kelten- und Römermuseum in Manching sei der Schatz ein Highlight der Ausstellungen gewesen. Vielleicht habe das für die Räuber einen besonderen Reiz dargestellt, mutmaßt Ziegaus – angesichts dessen, dass es aus finanzieller Sicht anderswo sicher mehr zu erbeuten gegeben haben dürfe. Wie es für die Forscher nun weitergeht, ist offen. Nach aktuellem Stand seien die Goldmünzen zwar ausführlich untersucht, doch was in Zukunft noch mit neuen Methoden möglich gewesen wäre, lässt sich nur erahnen.

Mit klaren Worten hält sich auch Rupert Gehbard nicht zurück. Er ist Leitender Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung München und spricht nach dem Raub davon, dass er "weinen" möchte. Zwar sei Manching "reich an Funden", wie er im Gespräch mit t-online sagt, weshalb das Museum sich um einen "adäquaten Ersatz" im Ausstellungsraum bemühen werde. Doch eine Wunde werde bleiben.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Bernward Ziegaus
  • Gespräch mit Rubert Gebhard
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