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Obdachlose in München: Freiwillig auf der Straße – Was ist der Grund?


Viele Obdachlose bevorzugen die Straße


07.12.2023Lesedauer: 2 Min.
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EIn obdachloser Mann in der Sendlinger Straße in München (Archivbild): Hunderte Menschen leben freiwillig auf der Straße. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber/imago)

Rund 500 Menschen leben in München freiwillig auf der Straße, daran ändern auch die aktuellen Minusgrade nichts. Was bringt sie dazu und wie geht die Stadt dagegen vor?

Die klirrende Kälte der letzten Woche versetzte München in einen Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben stand so gut wie still, Busse und Bahnen waren lahmgelegt, Autofahrer dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Bis auf zugeschneite Einfahrten und Dächer konnte die Kälte den meisten Münchnern aber nichts anhaben. Anders als den etwa 500 Obdachlosen der Stadt. Sie schlafen auf der Straße, auf Parkbänken und in illegalen Schlaflagern – und das normalerweise bei Tag und Nacht, im Sommer und im Winter.

Die 40 Zentimeter Schnee vom letzten Wochenende brachten Temperaturen bis zu minus zehn Grad Celsius mit sich. Für Obdachlose eine lebensgefährliche Situation, denn schon bei unter 16 Grad kann der menschliche Körper die Temperatur nicht mehr halten und Füße sowie Hände beginnen, kalt zu werden. Eine Schlaftemperatur von unter zwölf Grad kann sogar lebensgefährlich werden.

Viele bleiben freiwillig auf der Straße

Für Bedürftige hat die Stadt München eine Reihe von Übernachtungsmöglichkeiten, die jedoch nicht immer in Anspruch genommen werden – nicht einmal bei den aktuellen Temperaturen. In der Bayernkaserne gibt es derzeit einen Übernachtungsschutz mit 850 Plätzen. Nur rund die Hälfte sei jedoch belegt, wie eine Sprecherin der Stadt München t-online auf Nachfrage bestätigte. Die Zahlen seien seit Mitte November gleich geblieben. Das liege daran, dass sich viele Obdachlose bewusst für das Leben auf der Straße entscheiden würden.

"Sie lehnen Vorschriften wie beispielsweise Ruhezeiten oder auch das Rauch- oder Alkoholverbot in den Einrichtungen ab", sagt die Sprecherin. Auch die Plätze für Tiere seien begrenzt, weshalb Obdachlose mit Hund oft bevorzugen, im Freien zu übernachten. Viele hätten zudem Angst, über Nacht in den Unterkünften ausgeraubt zu werden. In der Vergangenheit sei das nach Angaben der Stadt bereits passiert – trotz Sicherheitsdienst und eigener Spinde für die Bewohner. Die Angst vor Überfällen dürfte bei Frauen besonders hoch sein: Anfang Dezember wohnten 373 Männer in der Notunterkunft, aber nur 78 Frauen.

Stadt München: "Niemand muss auf der Straße schlafen"

Die Botschaft der Stadt München ist eindeutig: "Niemand muss auf der Straße schlafen", sagt die Sprecherin. Und für diejenigen, die es dennoch tun, gebe es Hilfsangebote, so beispielsweise einen Wärmebus, um Bedürftige mit Kleidung und warmem Essen zu versorgen. "Diese Maßnahme ist allerdings nur gedacht, um die Menschen vor dem Erfrieren zu schützen".

Um die Wahl-Obdachlosen aus der Stadt zu bekommen, greift die Verwaltung zu verschiedenen Mitteln: Erst Ende November räumte sie ein illegales Obdachlosenlager vor dem ehemaligen Kaufhaus Galeria Kaufhof am Stachus. Einwanderern mit Wohnsitz in Osteuropa biete die Stadt zudem ein kostenloses Zugticket in ihre Heimat an. Die Buchung übernehmen laut einer Sprecherin die Beratungsstellen für die Obdachlosen.

Verwendete Quellen
  • Anfrage bei der Stadt München am 7.12.2023
  • Eigene Recherche
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