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München: Martin Rütter warnt – Frau beim Kauf von Hundewelpen abgezockt


Das Geschäft mit Emotionen
Dreiste Abzocke: Moderator mit wichtigem Appell

Von t-online, son

22.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Ein Dackelwelpe liegt auf einer Decke (Symbolbild).Vergrößern des BildesEin Dackelwelpe liegt auf einer Decke (Symbolbild). (Quelle: imageBROKER/Michael Weber/imago-images-bilder)
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Viele Menschen sehnen sich nach einem tierischen Freund. Doch nicht alle Züchter und Verkäufer sind seriös. Das musste auch eine Seniorin aus München feststellen.

Die Arbeit mit Hunden ist das tägliche Geschäft von Martin Rütter. Als Hundetrainer, Moderator und Buchautor steht er regelmäßig in der Öffentlichkeit, füllt Hallen und ist im Fernsehen zu sehen. Nun hat der 53-Jährige seine Prominenz und Reichweite genutzt, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen: unseriösen Welpenhandel.

Auf Facebook teilte Rütter mit seiner Community eine emotionale Geschichte. Sie handelt von der Arglosigkeit einer älteren Frau aus München, dem Leid von Hunden und einem schmutzigen Geschäft, welches genau diese beiden Faktoren ausnutzt.

Vermeintlicher Züchter bietet älterer Dame einen Dackel an

"Oft höre ich davon, werde ich dann aber direkt damit konfrontiert, macht es mich schier fassungslos", beginnt der gebürtige Duisburger seinen Post. Hilfesuchend hatte sich eine Dame – Rütter nennt sie Frau Klara – an seine Hundeschule München und Freising gewandt. Die Rentnerin sei weit über 70 Jahre alt und lebte nach dem Tod ihres 16-jährigen Dackels allein. Daher wollte sie sich einen neuen Hund zulegen, "um Gesellschaft zu haben und auch das Gefühl, noch gebraucht zu werden".

Freunde halfen ihr bei der Suche im Internet und seien schnell fündig geworden. Sie riefen bei dem vermeintlichen Züchter an. Der hatte ganz zufällig einen "übrig gebliebenen jungen Dackel" abzugeben, bot sogar an, diesen vorbeizubringen. Bei der Übergabe des einjährigen Rüden Ludwig verlangte er 2.000 Euro. Frau Klara bezahlte.

Verkäufer bietet Tausch gegen Welpen an

Doch nachdem der Züchter wieder weg war, stellte sie fest: Irgendetwas stimmt mit Ludwig nicht. Der junge Hund sei ganz verschüchtert gewesen, verkroch sich in die letzte Ecke und ließ sich auch nicht anfassen, berichtete sie. Daraufhin rief sie den Verkäufer an, forderte ihr Geld zurück und verlangte, dass dieser den Dackel wieder abhole. Doch der vermeintliche Züchter lehnte ab.

Nach ein paar Tagen meldete er sich allerdings noch einmal mit einem Angebot. Er könne den Rüden zurücknehmen, das ganze Geld bekomme Frau Klara aber nicht mehr zurück. Stattdessen könne der Hund gegen einen Welpen getauscht werden. Die ältere Dame sagte zu, Ludwig wurde durch die kleine Resi ersetzt. 1.000 Euro bekam Frau Klara zurück, 1.400 Euro musste sie selbst noch einmal bezahlen. In Summe also 2.400 Euro.

Was sie dabei nicht bedacht hatte: Einem Hundebaby wird die bewegungseingeschränkte Seniorin überhaupt nicht gerecht. Nach wenigen überforderten Tagen griff sie daher zum Hörer, suchte Hilfe bei Rütter und seinem Team.

Unseriöse Züchter nicht leicht zu erkennen

"Klar kann man da nur den Kopf schütteln", schreibt Hunde-Experte Rütter auf Facebook angesichts der Naivität von Frau Klara. Diese habe "kopflos" gehandelt, wollte aber einfach nicht mehr allein sein und sehnte sich nach der Gesellschaft eines Hundes. "Sie hat sich beschwatzen lassen, in die großen Augen von Resi geblickt... und hat jetzt einen Welpen." Daher richtet Rütter einen wichtigen Appell an seine Follower: "Wir können es gar nicht oft genug sagen: Augen auf, beim Hundekauf!"

Unseriöse Züchter seien gar nicht mehr so leicht zu erkennen, gut gestaltete Homepages würden nicht automatisch auf Seriosität hinweisen, mahnt er. Oftmals werde mit dem ersten Blick auf ein Hundebaby und eine rührende Beschreibung sowie mit teilweise hohen Preisen gearbeitet. Durch diese wollen sich die Verkäufer laut Rütter von Anbietern auf Portalen wie "Kleinanzeigen" abheben, welche oftmals als nicht vertrauenerweckend abgestempelt werden.

Besonders perfide sei die Masche der emotionalen Erpressung, erklärt er. Händler würden dann davon sprechen, dass man sich in die Tiere "schockverlieben" oder "spontane Zuneigung empfinden" müsse. Andernfalls würde man die Hunde nicht bekommen. Ebenso grausam seien Erzählungen, dass die Tiere getötet werden müssen, sollten sie nicht schnellstmöglich vermittelt werden. "Niemals würde über diese Schiene ein seriöser Züchter oder eine Tierschutzorganisation arbeiten", erklärt er.

Happy End für Dackelbaby und Seniorin

Immerhin: Resi geht es laut dem Experten gut. Dank der Hilfe des "Dackelklub Sektion Landshut-Freising" habe man bereits nach wenigen Anrufen einen Platz für den Welpen gefunden. "Sie ist heute ein glückliches Dackelbaby in ihrem Fürimmer-Zuhause."

Mit Frau Klara sei man weiterhin in Kontakt. Gemeinsam wollen sie nach einem passenden Vierbeiner zu suchen, mit dem die ältere Dame noch viele gemeinsame und kuschelige Stunden auf ihrem Sofa verbringen kann.

Verwendete Quellen
  • facebook.com: Beitrag von Martin Rütter Hundeschule München und Freising am 10. Februar 2024
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