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RAF-Anschläge in München: Hier schlugen die Terroristen in den 80ern zu


Linksextremismus
Diese Anschläge verübte die RAF in München


29.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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RAFVergrößern des Bildes
Die Rote Armee Fraktion (RAF) tötete insgesamt 34 Menschen. (Quelle: picture alliance / dpa/dpa)

Vor wenigen Tagen fasste die Polizei die ehemalige Terroristin Daniela Klette in Berlin. Die RAF-Generation, der sie angehörte, schlug auch in Bayern mehrmals zu – tödlich.

Knapp 30 Jahre lang versetzte die linksextreme Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) das Land in Angst und Schrecken. Aus der Studenten- und Friedensbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, verübten die Mitglieder ab Mai 1972 insgesamt 26 Anschläge und töteten 34 Menschen, etwa den früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

Einige RAF-Mitglieder wurden über die Jahre gefasst, andere getötet – laut Bundeskriminalamt insgesamt 20. Andere werden bis heute gesucht, so etwa Ernst-Volker Straub und Burkhard Garweg, Terroristen der sogenannten dritten Generation der RAF. Die ehemalige Terroristin Daniela Klette fasste das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen Anfang der Woche in ihrer Wohnung in Berlin-Kreuzberg, nach jahrelanger Fahndung im In- und Ausland.

21.05.1975: Terror-Prozess in Stammheim
Terrorprozess in Stammheim 1975, unter anderem gegen RAF-Gründer Baader. (Quelle: Sven Simon/ullstein-bild)

Die drei Generationen der RAF

Die erste Generation der Terrorgruppe verortet die Bundeszentrale für politische Bildung zeitlich zwischen 1970 und 1975. Ihr gehörten die Gründer und Federführer Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Horst Mahler an. Die zweite Generation bestand von 1975 bis 1981 und wurde von der dritten Generation abgelöst, die ab 1982 existierte. 1991 starb das letzte Mordopfer der Terrorgruppe, Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder. Sieben Jahre später, im Jahr 1998, löste sich die RAF offiziell auf.

1986: Bombenanschlag auf Siemens-Manager Beckurts

Die Anschläge der RAF trafen Wirtschaftsvertreter, Diplomaten, Soldaten, an Tatorten im ganzen Land. Auch im Münchner Raum gehen zwei Überfälle auf das Konto der Terroristen. Am 9. Juli 1986 tötete die RAF den Siemens-Manager und Atomphysiker Karl Heinz Beckurts in Straßlach, einem Dorf südlich von München. Auf dem Weg zur Arbeit töteten sie Beckurts und seinen Chauffeur Eckhard Groppler mit einer zehn Kilogramm schweren Bombe.

Die RAF bekannte sich später offiziell zu dem Attentat: Verantwortlich war das sogenannte Kommando "Mara Cagol" aus der dritten Terroristengeneration. Die Mitglieder benannten es nach der italienischen linksextremen Terroristin und Leiterin der Roten Brigaden, Margherita Cagol. Wer zu dem Kommando gehörte, ist bis heute ebenso ungeklärt wie die Frage, wer genau die Bombe gegen Beckurts auslöste.

Das Attentat versetzte Bayern in Angst- und Schrecken und beherrschte die Politik: Der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) sprach daraufhin von "geistesgestörten kriminellen Elementen".

1985: RAF erschießt Vorsitzenden der Motoren- und Turbinen-Union

Doch das war nicht der einzige RAF-Anschlag bei München: Schon ein Jahr zuvor hatte die RAF einen Menschen ermordet. Am 1. Februar 1985 erschossen zwei Personen den 55-jährigen Ernst Zimmermann in seinem Haus. Er war Vorstandsvorsitzender der Motoren- und Turbinen-Union und Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Die RAF bekannte sich auch zu diesem Anschlag, doch die Identität der beiden Schützen ist bis heute unklar.

Verwendete Quellen
  • Bundeskriminalamt: 60 Jahre Staatsschutz im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit
  • bpb.de: Chronologie der RAF
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